6.500 Kilometer Radwege führen durch Oberösterreich
- Rad-Lust: Oberösterreich mit dem Rad entdecken
- Salzkammergut-Radweg: Seen und Berge
- Donau-Radweg: Wasser als Begleiter
- Granitland Mühlviertel
- Steyrtal-Radweg: Durchatmen
- Radfahren im Quellenviertel
- Vatertag mit Rückenwind: Singletrail Wurzeralm
Wer Oberösterreich mit dem Rad erkundet, begegnet dem Land in sehr unterschiedlichen Tempi: ruhig dem Fluss entlang, genussvoll zwischen Seen und Bergen oder energiegeladen am Trail. Genau diese Vielfalt macht den Reiz aus.
Salzkammergut-Radweg: Seen und Berge
Der Salzkammergut-Radweg ist einer dieser Wege, bei denen schon die Route nach Urlaub klingt. Rund 320 Kilometer führt er durch Oberösterreich, Salzburg und die Steiermark, vorbei an 13 Seen und durch eine Region, in der Wasser, Berge, Kultur und Geschichte ganz selbstverständlich zusammengehören.
Entlang kristallklarer Seen und imposanter Berggipfel wird diese Tour zu einer Reise durch ein Stück österreichische Sommerfrische. Wer hier fährt, sollte Zeit nicht als Luxus sehen, sondern als Teil der Strecke. Der Salzkammergut-Radweg lebt von seinen Unterbrechungen: ein Blick über den Traunsee, ein Badestopp am Attersee, eine Rast am Wolfgangsee, ein Kaffee in Bad Ischl. Man fährt durch Orte, in denen Sommerfrische Geschichte hat und verspürt dieses besondere Lebensgefühl, den Sommer nicht bloß zu verbringen, sondern auszukosten zu wollen.
Besonders reizvoll ist, dass der Salzkammergut-Radweg nicht an einer Landesgrenze stehen bleibt. Die Strecke verbindet Oberösterreich mit dem Salzburger Land und der Steiermark und zeigt damit, dass das Salzkammergut eigentlich kein streng abgezirkeltes Gebiet ist, sondern ein gewachsener Landschaftsraum. Seen, Orte und Berge greifen über Grenzen hinweg ineinander.
Die Tour lässt sich sowohl als mehrtägige Runde als auch mit längerer Verweildauer an einzelnen Abschnitten – mit Bahn oder Schiff – erkunden. Das macht die Strecke für unterschiedliche Ansprüche attraktiv. Sie funktioniert am besten als Einladung: Weiterfahren, wo es passt – bleiben, wenn man will.
Bei Traunkirchen zeigt sich der Salzkammergut-Radweg mit Traunsee und Bergen von seiner eindrucksvollen, eher ruhigen Seite.
Gosausee, Attersee und Hallstättersee machen diese Radtour so besonders: eindrucksvolle Kulissen und zugängliche Ufer, wo der Sprung ins klare Wasser einfach dazugehört.
Donau-Radweg: Wasser als Begleiter
Vom Salzkammergut führt der Gedanke fast automatisch zur Donau. Auch hier ist das Wasser der große Begleiter, nur auf eine andere Weise. Der Donau-Radweg gehört zu den bekanntesten Radrouten Europas; der oberösterreichische Abschnitt von Passau bis Grein umfasst rund 150 Kilometer und ist in sechs Etappen gegliedert.
Die Strecke führt über die Schlögener Schlinge und Linz bis nach Grein – am Nord- und Südufer, mit vielen Möglichkeiten für Fähre, Einkehr, Stadtbesuch oder kurze Rast direkt am Strom.
An der Donau ist Radfahren angenehm übersichtlich. Der Fluss gibt die Richtung vor, ohne dass die Strecke eintönig wird. Mal ist das Ufer weit und offen, mal rücken Hänge und Wasser enger zusammen. Die Schlögener Schlinge ist dabei der große Landschaftsmoment: Die Donau legt sich dort in eine weite Kurve und zeigt, warum dieser Abschnitt so oft fotografiert und beschrieben wird und doch immer wieder aufs Neue fasziniert. Man bleibt stehen, schaut hinüber – und versteht, warum Klassiker einfach Klassiker sind.
Die Stärke des Donau-Radwegs liegt nicht nur in seiner Bekanntheit, sondern auch in seiner guten Planbarkeit. Die Etappen sind überschaubar, die Orte entlang der Strecke geben dem Tag Struktur, und trotzdem bleibt Raum für Spontanes: einen Abstecher, eine Fährfahrt, einen Badeplatz am Wasser.
Die Landeshauptstadt Linz bringt urbanes Gefühl in die Tour, das malerisch gelegene Grein im Strudengau Geschichte und Donau-Dramatik. Dazwischen liegen Uferwege, Gastgärten und Abschnitte, auf denen man nicht viel braucht, außer ein gutes Rad und ein bisschen Zeit.
Genau das macht den Donau-Radweg so zugänglich. Man kann ihn als Radreise anlegen oder einzelne Etappen fahren. Man kann früh starten und weit kommen oder so planen, dass am Ende des Tages nicht die Kilometer zählen, sondern wie genussvoll man ihn erlebt hat.
Donaustrand Kramesau, Freizell und Schärding zeigen die Vielfalt einer Radtour an der Donau.
Granitland Mühlviertel
Nördlich der Donau wird das Radfahren anders. Das Mühlviertel lässt sich nicht als Landstrich im Vorbeifahren erledigen. Es hat Hügel, Wälder, Felder, Granit, kleine Orte und Ausblicke, die man sich zuweilen erst vorab ein wenig erarbeiten muss. Oberösterreich Tourismus spricht vom sanften Hügelland und von Touren voller Abwechslung und Naturgenuss. Das trifft es gut, solange man „sanft“ nicht mit flach verwechselt.
Wer im Mühlviertel unterwegs ist, spürt die Landschaft stärker in den Beinen. Die Wege führen durch Orte, über Höhen, durch Waldstücke und oft zu überraschend weiten Ausblicken. Ob von einer der vielen Burgruinen oder einem Aussichtspunkt: Es ist eine Landschaft mit Charakter.
Steyrtal-Radweg: Durchatmen
Der Steyrtal Radweg zeigt wieder eine andere Seite unseres Bundesland. Er schmiegt sich laut offizieller Beschreibung eng an die Steyr – mit Badestellen, Rastplätzen, interaktiven Stationen, Aussichtspunkten und Schluchten. Von Steyr bis St. Pankraz weiter Richtung Nationalpark Kalkalpen entsteht eine Route, die familienfreundlich, aber nicht belanglos ist.
Sie lebt vom Wasser, von der Nähe zum Tal und von vielen kleinen Haltepunkten, die einen Radtag angenehm machen. Das Steyrtal wirkt über seine Nähe: zum Fluss, zu Rastplätzen, Badeplätzen und zu kleinen Stationen entlang der Strecke.
Die Route gibt genug her: Wasser, Wald, Orte, Ausblicke, Pausen. Genau solche Wege zeigen, dass Radfahren hier nicht nur aus beworbenen Routen besteht, sondern oft dort besonders schön wird, wo man ohne große Erwartung losfährt.
Radfahren im Quellenviertel
Das gilt auch für das Quellenviertel, die neue Tourismusregion im Westen Oberösterreichs. Sie bündelt die Vitalwelt Bad Schallerbach, das Innviertel auch „Entdeckerviertel“ genannt, und den Hausruckwald und verbindet so Thermen, Natur, Genuss und ländliche Wege, bei denen man Oberösterreich noch einmal anders kennenlernt – nahbar, angenehm und mit vielen guten Gründen, mal länger wo zu bleiben.
Singletrail Wurzeralm
Auf der Wurzeralm wird der Ausflug zum kleinen Abenteuer: Der Singletrail verbindet alpines Panorama, sportliche Kurven und echtes Naturerlebnis.
Wer den Vatertag aktiv verbringen möchte, findet auf der Wurzeralm eine gute Alternative zum üblichen klassischen Familientreffen: rauf mit der Standseilbahn, runter über den Singletrail – mit Bergblick, Bewegung und einer extra Portion sportlicher Herausforderung.
Der Trail startet auf über 1.400 Metern Seehöhe und führt durch alpines Gelände, vorbei an Wiesen und Wäldern, hinunter ins Tal. Offiziell ist er als mittelschwer bzw. rot eingestuft – also definitiv kein gemütlicher Radweg, aber für geübte Bikerinnen und Biker gut machbar.
Deshalb eignet sich die Wurzeralm für wirklich sportliche Menschen und aktive Familien mit größeren, trailerfahrenen Kindern oder Jugendlichen. Dennoch liegt der Reiz nicht in der Bestzeit, sondern im gemeinsamen Erlebnis: die Auffahrt mit der Standseilbahn, der Blick in die Berge, die Konzentration auf die Strecke und der Stolz, am Ende gemeinsam unten gut angekommen zu sein.
Das gleichmäßige Gefälle, die landschaftliche Einbettung und einzelne sportliche Elemente sorgen für Fahrspaß, verlangen aber auch Aufmerksamkeit, passende Ausrüstung und eine realistische Selbsteinschätzung.
Singletrail Wurzeralm im Überblick
ORT: Wurzeralm, Spital am Pyhrn, Region Pyhrn-Priel
START: bei der Bergstation der Standseilbahn, auf über 1.400 Metern Seehöhe
ZIEL: Talstation der Wurzeralm-Standseilbahn
STRECKENLÄNGE: rund 5 Kilometer, dank Brechsand-Beschichtung besonders wetterfest
HÖHENMETER BERGAB: über 600 Höhenmeter
SCHWIERIGKEITSGRAD: mittelschwer, rot
CHARAKTER: alpiner Singletrail mit gleichmäßigem Gefälle, Wald- und Wiesenpassagen, einzelnen sportlichen Elementen
GEEIGNET FÜR: geübte Mountainbiker:innen, sportliche Erwachsene und aktive Familien mit trailerfahrenen größeren Kindern oder Jugendlichen
ACHTUNG! Kein gemütlicher Anfänger-Radweg! Passende Ausrüstung und sicheres Fahrkönnen sind Voraussetzung.
FAHRSPASS. Mountainbike-Action mit Panorama bietet der 5 km lange Singletrail auf der Wurzeralm.