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Porträt von Sven Hergovich (SPÖ) der Opfer der mutmaßlichen Fake-Website „Wir für Sven Hergovich“ wurde
Die SPÖ behauptet, ein ÖVP-Gemeinderat habe eine gefälschte Website registriert, um eine Kandidatur von Landesparteichef Sven Hergovich vorzutäuschen.
Die SPÖ behauptet, ein ÖVP-Gemeinderat habe eine gefälschte Website registriert, um eine Kandidatur von Landesparteichef Sven Hergovich vorzutäuschen.
APA-Images / APA / TOBIAS STEINMAURER

"Silberstein-Methoden": Fake-Website gegen SPÖ-Chef

25.02.2026 um 10:59, Marcel Toifl
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Eine Fake-Website über SPÖ-NÖ-Chef Sven Hergowich sorgt für Aufsehen. Ein ÖVP-Gemeinderat soll daheinter stecken. Die Partei spricht von "Silberstein-Methoden".

Eine professionell aufgezogene Fake-Website sorgt für ein politisches Erdbeben in Niederösterreich. Die Seite täuschte eine Kampfkandidatur von SPÖ-Landesparteichef Sven Hergovich gegen Andreas Babler vor. Nun die Wende: Ein ÖVP-Gemeinderat aus dem Wiener Umland soll die Urheberschaft gestanden haben. Die SPÖ spricht von einem demokratiepolitischen Skandal und fordert Konsequenzen.

Gezielte Desinformation: Fake-Website gegen Sven Hergovich taucht auf

Mitte Februar tauchte plötzlich die Domain „Wir für Sven Hergovich“ im Netz auf. Mit SPÖ-Logo und Porträtfotos wurde suggeriert, Hergovich würde am 7. März 2026 beim Bundesparteitag gegen den amtierenden Chef Andreas Babler antreten.

SPÖ-NÖ-Landesgeschäftsführer Wolfgang Zwander findet in einer Aussendung der Landespartei klare Worte: „Was hier passiert ist, überschreitet eine rote Linie. Eine gezielt konstruierte Fake-Homepage ist kein Kavaliersdelikt, sondern ein demokratiepolitischer Skandal.“

Laut Zwander entstand die Seite ohne jede Absprache. Der Schaden war real: Bundesgeschäftsführer mussten live im TV Stellung beziehen, während innerparteiliche Spannungen bewusst angeheizt wurden.

Ermittlungen: SPÖ NÖ enttarnt professionelle Verschleierung

Hinter der Website stecke laut IT-Recherchen der Sozialdemokraten ein enormes Maß an krimineller Energie. Gefälschte Adressen, anonyme Hosting-Anbieter und die mysteriöse E-Mail-Adresse „DarkMysterium“ sollten die Urheber verbergen. Zwander spricht von einer „professionell organisierten digitalen Desinformation“ und einer bewussten False-Flag-Konstruktion.

Geständnis: ÖVP-Gemeinderat räumt Registrierung der Seite ein

Die Spur führte schließlich zu einem ÖVP-Gemeinderat aus dem westlichen Wiener Umland. Dieser soll gegenüber dem Anwalt der SPÖ eingeräumt haben, die Seite technisch umgesetzt zu haben. Brisant: Der Funktionär behauptet demnach, im Auftrag eines unbekannten Dritten gehandelt zu haben, dessen Namen er nicht nennen dürfe. Die zentrale Frage nach der politischen Verantwortung bleibt somit vorerst offen.

Politisches Beben: Schwere Vorwürfe gegen Mikl-Leitner

Die SPÖ zieht Parallelen zu den berüchtigten "Silberstein-Methoden“ der Vergangenheit. Dieser hat damals eine Fake-Website über Sebastian Kurz erstellen lassen. Zwander sieht die ÖVP Niederösterreich und insbesondere Landesparteichefin Johanna Mikl-Leitner in der Pflicht: „Frau Mikl-Leitner ist Parteichefin. Wir erwarten eine klare Antwort darauf, wer diese Aktion beauftragt hat. Man kann nicht die Bekämpfung von Desinformation fordern und sie im eigenen Umfeld dulden“, heißt es weiters.

Klage folgt: Zivil- und strafrechtliche Schritte eingeleitet

Die Affäre wird nun ein Fall für die Justiz. Die SPÖ Niederösterreich hat angekündigt, alle rechtlichen Mittel auszuschöpfen, um den Hintermann der „DarkMysterium“-Aktion zu entlarven. Neben zivilrechtlichen Klagen stehen auch strafrechtliche Konsequenzen im Raum.

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