Mehrzahl glaubt nicht an ausreichende staatliche Pension
Die Vorsorgestudie 2026 von Erste Bank, Sparkassen und der Wiener Städtischen zeigt: Der Zuspruch für private finanzielle Vorsorge wächst – beeinflusst auch durch den demografischen Wandel und die weltweiten geopolitischen Unsicherheiten.
Vertrauen nimmt weiter ab
Befragt nach den Hauptgründen vorzusorgen, sagt mehr als die Hälfte (54 %), dass sie nicht mehr an den Staat – als verlässlichen Partner bei Pensionen – glaubt. Jeder Zweite nennt eventuelle Schicksalsschläge als Vorsorgegrund und 47 Prozent hoffen, dadurch ihren gewohnten Lebensstandard später im Alter halten zu können.
„In Kärnten bezweifeln knapp drei Viertel der Befragten, einmal eine ausreichend hohe Pension vom Staat zu erhalten. Dass bereits heute jeder vierte Steuereuro in die Stützung der öffentlichen Pensionen fließt, verunsichert mittlerweile 8 von 10 Befragten“, erläutert Sonja Brandtmayer, Generaldirektor-Stellvertreterin der Wiener Städtischen die aktuelle Situation. Sechs von zehn Befragten gehen davon aus, in der Pension weiterarbeiten zu müssen, um im Alter gut über die Runden zu kommen.
Vorsorgebetrag weiter hoch – Klassiker gefragt
Befragt nach den bereits genutzten Vorsorgeinstrumenten, werden die Anlage-Klassiker genannt: Sparkonto (52%), Bausparen (29%) und die Lebensversicherung (27%). Es folgen Wertpapiere und Fondssparpläne (20% bzw. 19%), Immobilien (16%) und Gold (11%).
„Erfreulich ist auch die Höhe des Betrages, den die Menschen im Schnitt pro Monat bereit sind, für ihre persönliche Pensionsvorsorge zu investieren. Trotz der wirtschaftlichen Anspannungen bewegt sich dieser mit 225 Euro auf einem hohen Niveau,“, so Michael Koren, Vorstandsdirektor der Kärntner Sparkasse. „Männer investieren dabei mit 265 Euro pro Monat im Schnitt immer noch deutlich mehr als Frauen mit 179 Euro.“
Schreckgespenst Altersarmut
Die Ergebnisse zeigen auch, dass die Sorge vor Altersarmut in der Kärntner Bevölkerung stark ausgeprägt ist. 44 Prozent der Befragten schätzen das Risiko, in der Pension selbst von Altersarmut betroffen zu sein, als hoch ein.
Wie also einer möglichen Altersarmut wirksam entgegensteuern? 89 Prozent sehen hier eine möglichst frühzeitige private finanzielle Vorsorge als wirkungsvollste Maßnahme.
Viele noch ohne Altersvorsorge
57 Prozent der Kärntner:innen im Alter von 16 bis 65 Jahren haben noch keine Pensions- oder Lebensversicherung abgeschlossen. Vor diesem Hintergrund fällt auch die Zufriedenheit mit dem staatlichen Pensionssystem generell eher mäßig aus – nur jeder Zweite (51 %) zeigt sich damit zufrieden, 45 Prozent sind unzufrieden.
„Angesichts dieses Umfelds ist es wenig überraschend, dass die private finanzielle Vorsorge zunehmend an Bedeutung gewinnt, erläutert Kevin Müller, Bereichsleiter Privatkunden in der Kärntner Sparkasse.
Vorsorgestudie 2026
- 86 Prozent empfinden finanzielle Vorsorge als wichtig
- 44 Prozent in Kärnten schätzen ihr Risiko für Altersarmut als hoch ein
- 225 Euro im Monat für private Altersvorsorge
- 6 von 10 Befragten gehen davon aus, im Alter weiterarbeiten zu müssen
