Meister & Master: Das kann die duale Ausbildung

Drei von vier Kärntner Betrieben klagen über Fachkräftemangel, viele von ihnen müssen auf ausländische Arbeitskräfte zurückgreifen, obwohl sie das gar nicht möchten. Die Prognosen sagen noch dramatischere Zahlen für die kommenden Jahre voraus. Und das, obwohl das österreichische Modell der Lehrausbildung als Exportschlager gilt. "Lehre mit Matura", "Lehre nach Matura" und "Lehre mit Studium" sollen die düsteren Vorhersagen erhellen und für mehr geeigneten Berufs- Nachwuchs aus Kärnten sorgen. Denn Jugendliche und junge Erwachsene müssen sich dank dieser Ausbildungsangebote nicht mehr zwingend für Master oder Meister entscheiden, sondern können ganz einfach beides vereinen und so die eigenen beruflichen Chancen verdoppeln.

Verkürzte Lehrzeit

Wer bereits eine Matura, kann mit "Lehre nach Matura" schneller einen Beruf erlernen. Die Lehrzeit verkürzt sich genau um ein Jahr: Das heißt aus drei Jahren Lehrzeit werden zwei Jahre, aus vier Jahren werden drei Jahre. Die zweijährigen Varianten werden jedoch nicht verkürzt. Die Verkürzung ist nicht verpflichtend, es kann auch die normale Lehrzeit vereinbart werden. Etwa 50 KärntnerInnen nutzen diese Chance derzeit. Für Betriebe, die im Rahmen von "Lehre nach Matura" junge Erwachsene ausbilden gibt es zusätzliche Förderungen. Auch die Ausbildung von jungen Frauen in Berufen mit geringem Frauenanteil wird besonders unterstützt. Weitere Informationen unter: www.ausbildungskompass.at

Wechsel leicht gemacht

Mit dem vor Jahren in Kärnten gestarteten Modell "Lehre mit Matura" stehen den Jugendlichen alle Karrierewege offen. Flackert nach einigen Arbeitsjahren doch die Lust auf ein Studium auf, ist der Wechsel unproblematisch. Zudem kann man nach Studienabschluss schon mit viel Berufserfahrung glänzen. Weitere Infos unter: www.wko.at oder www.kaernten.arbeiterkammer.at

Pionierarbeit

Schon im Januar des Vorjahres wurde in Kärnten ein einzigartiges Ausbildungsmodell beschlossen, das Studium und Lehre verbindet. Im Herbst ist das Programm im Bereich Prozesstechnik und Elektrotechnik plus Systems Engineering (ein Kooperationsprojekt von Infineon, Flex, Berufsschule Villach 2, FH Kärnten und GPS Ausbildungszentrum) gestartet. AbsolventInnen haben danach nicht nur einen Arbeitsplatz in einem Industriebetrieb, sondern auch zwei Lehrabschlüsse und einen Bachelor-Titel. Weitere Infos: www.inlehre.at

Autor: Mirela Nowak-Karijasevic, 04.01.2021