Freitag, der 13.: Grusel-Alarm!

Und wieder einmal ist es so weit: der Freitag fällt in diesem Mai auf einen 13. Bei Abergläubischen läuten bereits die Alarmglocken. Lachen Sie noch oder gruseln Sie sich schon?
Autor: Pia Kulmesch, 13.05.2022 um 11:30 Uhr

Stellen Sie sich vor: es begegnet Ihnen eine Katze von links, Sie müssen unter einer Leiter durchgehen, ein Spiegel zerbricht oder es ist eben Freitag, der 13.: alles cool oder haben Sie Angst? Die Liste an Dingen und Ereignissen, die Unglück versprechen, ist lang. Manche werden es sich an diesem Freitag, dem 13., vielleicht entspannt mit Chips und Popcorn vorm Fernseher bequem machen und sich Horror-Filme reinziehen, andere verzichten auf Sport oder Auto, um Unfällen aus dem Weg zu gehen oder verlassen nur äußerst vorsichtig das Haus. Ist es wirklich ein außergewöhnlich negativer Tag oder nur ein gewöhnlicher im Kalender?

Lügt die Statistik?

Die Statistik meint, dass sich an einem Freitag, dem 13. nicht mehr oder gar größere Unglücke ereignen als an einem anderen Datum. Doch was, wenn Sie an diesem Tag die Brieftasche zu Hause vergessen, von der Polizei aufgehalten werden, die Schlüssel verlegen oder unglücklich über die Stiege stolpern – könnte nicht doch der böse Kalendertag daran schuld sein?

Freitag und die Zahl 13

Die Wurzeln des bösen Freitags liegen teilweise im Christentum begraben. Jeder Freitag gilt als kleiner Trauertag, denn Jesus ist der Überlieferung nach an einem Freitag gekreuzigt worden. Adam und Eva sollen am Freitag von der verbotenen Frucht gekostet haben und daraufhin aus dem Paradies vertrieben worden sein. Im Slowenischen lautet ein Sprichwort, dass jeder Beginn an einem Freitag, ein schlechter ist. Im Volksmund hat sich auch der Begriff „Schwarzer Freitag“ etabliert, eine Bezeichnung für den Freitag, der wegen eines an diesem Tag vorgefallenen Unglücks als besonders denkwürdig erachtet wird. Dazu zählen die Schwarzen Freitage im Finanzwesen seit dem 18. Jahrhundert.
Außerdem hat die Zahl 13 eine unheilvolle Bedeutung, beispielsweise, weil der Apostel Judas Iskariot beim letzten Abendmahl der 13. in der Runde war. Er war es, der Jesus verraten hat. Im Märchen „Dornröschen“ ist es die 13. Fee, die Dornröschen zu Tode verflucht, wobei die zwölfte Fee den Tod zu einem hundertjährigen Schlaf mildern kann. Im Tarot steht die 13 für den Tod. Die Zahl 13 ist außerdem gefürchtet, weil sie größer als die Zahl zwölf ist, die für Ordnung steht: Es gab zwölf Apostel, das Jahr hat zwölf Monate, es gibt zwölf Sternzeichen und zwölf Tag- und Nachtstunden. Manche Hotels verzichten sogar auf ein Zimmer oder Stockwerk mit der Nummer 13 und zum Teil haben Flugzeuge keine 13. Sitzreihe. Wie aber der Freitag und die Zahl 13 zusammen gefunden haben, ist nicht ganz geklärt.

Ansichtssache

Die Zahl 13 ist aber längst nicht in allen Kulturen eine Unglückszahl. Die 13 ist bei den Mayas beispielsweise eines der wichtigsten Prinzipien und eine heilige Zahl. So baut auf der 13 der Tzolkin, der Ritualkalender auf. Auch in China ist diese Zahl eine Glückszahl, ebenso im Judentum, weil die Dreizehn für den Namen Gottes steht, dem im Buch Exodus 13 Eigenschaften zugeschrieben werden.