West Side Story in Mörbisch

Weekend: Von 8. Juli bis 14. August wird Mörbisch zum Manhattan der 1950er Jahre. Was erwartet die Besucher?
Alfons Haider: Ohne Frage eines der populärsten Musikunterhaltungsstücke der Gegenwart. Leonard Bernstein hat fast eine Oper komponiert. Eine moderne Oper. Dass die Liebesgeschichte aus den 1950er Jahren zwischen Maria und Tony auch heute noch hochaktuell ist, ist fast traurig. Wir Menschen haben noch immer nicht gelernt einander zu respektieren. Über Religionen, gesellschaftspolitische Einflüsse oder sogar die Hautfarbe hinwegzusehen. Es wird eine Bombe für Herz und Seele, ein Ohren- und Augenschmaus für das Publikum.  
weekend: Als Sie im Jänner die Generalintendanz übernommen haben, wusste noch niemand, ob überhaupt gespielt werden darf. Wie ist es gelungen, diese Herausforderung zu meistern?     
Alfons Haider: Ohne die fantastischen MitarbeiterInnen der Seefestspiele Mörbisch wäre das völlig unmöglich gewesen. Ich möchte Festspieldirektor Dietmar Posteiner und seinem Team dafür danken, dass sie nicht nur sich selbst sondern auch zigtausende Kartenbesitzer, die trotz Pandemie die Karten nicht zurückgegeben haben, so bei Laune halten konnten, um dem Ereignis treu zu bleiben.
weekend: Welche Regeln müssen die Besucher beachten, um trotz Corona das „Erlebnis Mörbisch“ in vollen Zügen genießen zu können?    
Alfons Haider: Unsere Besucher unterliegen der 3G-Regel. Ich möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, dass wir diese Bestimmungen ausgesprochen strikt beachten werden, um unsere Besucher aber auch unsere MitarbeiterInnen in keiner Weise zu gefährden. Ansonsten werden die Vorstellungen so ablaufen wie immer. Und eines ist klar - die wunderbare Aura des Neusiedler Sees wird nach wie vor unberührt für unser Publikum da sein.
weekend: Warum darf man sich die „West Side Story“ auf keinen Fall entgehen lassen?    
Alfons Haider: Ganz einfach: Weil einer der genialsten Komponisten des letzten Jahrhunderts mit seinen Ohrwürmern ein Werk geschaffen hat, das Jung und Alt heute noch auf der Straße sofort erkennt und nachsingt. Die fulminante Regie unter Werner Sobotka, die atemberaubende Choreografie unter Jonathan Huor und das wie immer geniale Bühnenbild von Walter Vogelweider sind einfach ein Muss für alle, die Musiktheater lieben.
weekend: Gibt es schon Überlegungen für das kommende Jahr? Wird es wieder ein Musical oder vieleicht doch eine Operette?     
Alfons Haider: Ich kann Ihnen jetzt schon ein spannendes Geheimnis verraten. Nächstes Jahr wird es eine der schönsten Liebesgeschichten der Welt geben. Eine wahre Geschichte mit allen Zutaten, die sich auch ein Hollywood Blockbuster zu Nutze macht. Unerhörte Liebe, unüberbrückbare Differenzen zwischen unterschiedlichen Kulturen, aber im Endeffekt ein völlig überraschendes - für manche ein trauriges - aber trotzdem ein Happy End. Mehr kann und will nicht verraten.

Karten und Infos erhalten Sie auf https://www.seefestspiele-moerbisch.at/

Autor: Manfred Vasik, 24.06.2021