Neusiedler See: Wasserpegel nähert sich Tiefstand
Die anhaltende Sommerhitze und das Ausbleiben von Niederschlägen setzen den Gewässern im Osten Österreichs massiv zu. Der Neusiedler See steuert derzeit mit großem Tempo auf einen historischen Tiefstand zu. Der Pegel sinkt stetig und lässt das Wasser in dem flachen Steppensee immer weiter zurückweichen, was Erinnerungen an den Negativrekord des Jahres 2022 wachruft.
Auswirkungen von Hitze und Trockenheit
Mit aktuell 115,05 Metern über Adria liegt der Pegelstand nur noch zehn Zentimeter über dem bisherigen Tiefstwert für eine Mitte August gemessene Marke seit 1965, welcher im Jahr 2022 mit 114,95 Metern aufgezeichnet wurde. Zum langjährigen Durchschnittsfeuchtmaß fehlen dem Binnenseerelikt inzwischen bereits 37 Zentimeter, im Vergleich zum Vorjahr beträgt der Verlust rund 25 Zentimeter.
Der absolute Allzeit-Negativrekord der vergangenen sechs Jahrzehnte datiert aus dem Oktober 2022 mit 114,87 Metern über Adria. Bis zu diesem kritischen Tiefstwert fehlen dem Gewässer derzeit lediglich noch 18 Zentimeter, während das Sommermagimum aus dem Jahr 1996 um ganze 71 Zentimeter verfehlt wird.
Fischrettung am Darscho und Freizeitbetrieb
Dennoch verläuft die Sommersaison am Hauptsee bislang ohne gravierende Einschränkungen. Aktivitäten wie Baden, Segeln, Surfen sowie die kommerzielle Schifffahrt können auf weiten Teilen des Sees nach wie vor aufrechterhalten werden.
Deutlich dramatischer stellt sich die Lage jedoch an den flachen Sodalacken im Seewinkel dar. Am Darscho sank das Wasser so drastisch, dass der Lebensraum für die Fischbestände akut gefährdet war. Einsatzkräfte mussten zu Beginn der Woche ausrücken, um zahlreiche Schuppenkarpfen zu retten und in tiefere, umliegende Teiche umzusiedeln.