Nach Abstieg: Andi Herzogs Trainer-Karriere in Scherben!

Immer wieder wurde Andi Herzog als möglicher ÖFB-Teamchef genannt. Nun ist er bei seiner ersten Klub-Station mit der Admira abgestiegen und steht vor den Scherben seiner Karriere.
Autor: Philipp Eitzinger, 23.05.2022 um 10:47 Uhr

Natürlich war die Admira mit Trainer Andi Herzog auch ein Opfer des kuriosen Liga-Modus, hat über die 32 Spiele zwei Punkte mehr geholt als Altach. Wegen der Punkteteilung und vier Niederlagen aus den letzten fünf Spielen, rutschte die Admira im letzten Spiel auf den letzten Platz und muss damit nach elf Jahren Bundesliga-Zugehörigkeit zum dritten Mal nach 1998 und 2006 den Gang in die 2. Liga antreten.

Nun hat der Klub bekannt gegeben: Man trennt sich von Andreas Herzog, wird mit einem anderen Trainer das Projekt Wiederaufstieg angehen. „Wir sind in unserem Austausch der letzten Tage zu der gemeinsamen Überzeugung gekommen, dass eine Veränderung auf der Trainerposition die beste Lösung für den Verein darstellt“, lässt sich Sportdirektor Marcel Ketelaer in einer Aussendung des Vereins zitieren.

Wie geht es weiter?

Lange Jahre galt Herzog als Kronprinz im ÖFB. Josef Hickersberger empfahl ihn schon 2008 als seinen Nachfolger, da wurde er es aber ebenso wenig wie 2011 (gegenüber Marcel Koller) und 2017 (gegenüber Franco Foda) und auch 2022 kam er nicht zum Zug. Nach Stationen als dritter Co-Trainer von Jürgen Klinsmann beim US-Verband und als Teamchef von Israel wagte Herzog vor einem Jahr erstmals den Schritt zu einem Klub. Mit der Admira spielte er eine zumeist unauffällige Saison im unteren Drittel, wegen des großen Rückstandes von Altach schien aber nie wirklich Abstiegsgefahr zu bestehen – bis zum bösen Erwachen am Saisonende.

Herzog ist 53 Jahre alt, ist damit der viertälteste Bundesliga-Coach (nach Peter Pacult, Robin Dutt und Klaus Schmidt) und sein allererstes Jahr als Klub-Trainer endete mit einem Abstieg – und, so sehr es auch in schöne Worte verpackt wurde, mit dem Rauswurf bei der Admira. Davor steht ein fünfter Platz mit Israel in der EM-Quali für 2020 zu Buche, ein verpasstes Olympia-Ticket mit der U-23 der US-Amerikaner und eine geradezu verschleuderte Teilnahme an der U-21-EM – obwohl in seinem Kader damals Leute wie David Alaba, Marko Arnautovic und Guido Burgstaller waren.

Vorbild Pacult?

Ein Job beim ÖFB scheint nun endgültig verbaut zu sein, heimische Top-Klubs werden nach dieser Saison eher auch nicht mehr auf die Karte Herzog setzen. Was bleibt? Kleinere Klubs in Österreich – oder womöglich wenig glorreiche Engagements in kleinen Ligen. Allerdings: Auch Peter Pacult schien nach seinen Kurzzeit-Engagements in Slowenien, Mazedonien und Serbien schon auf dem Abstellgleis und hat nun Austria Klagenfurt als Aufsteiger auf Platz sechs in der Liga geführt.