Moldawien: Fodas letzte Chance, eine Peinlichkeit zu verhindern

Bei der Wahl zur "Mannschaft des Jahres 2021" landete das ÖFB-Team - trotz des erstmaligen Erreichens des EM-Achtelfinales - abgeschlagen auf dem vierten Platz. Deutlich hinter dem Nordische-Kombi-Duo Lamparter/Greiderer, gerade mal so vor der Biathlon-Mixed-Staffel. Das hat Gründe.

Zwergenbezwinger

Denn trotz 15 Versuchen - so viele Länderspiele in einem Jahr wie noch nie in der Geschichte des ÖFB - hat es das Nationalteam kein einziges Mal geschafft, zweimal hintereinander zu gewinnen. Die Erfolge? Zweimal gegen die Färöer, gegen Nordmazedonien und die Ukraine bei der EM, und dann Siege gegen Israel und Moldawien, die wesentlich härtere Arbeit waren, als dir sein hätten dürfen.

Die durchschnittliche Platzierung dieser Teams in der Weltrangliste ist Platz 99. Österreich ist im Jahr 2021 wahrlich nicht mehr als ein ein Zwergenbewzinger. Das ÖFB-Team selbst ist in den letzten zwölf Monaten von Platz 23 auf Rang 32 abgesackt - wohlgemerkt, wie erwähnt, trotz EM-Achtelfinal-Teilnahme. Wenn die Sonne tief steht, werfen auch Zwerge lange Schatten. Es heißt, es gäbe keine "Kleinen" mehr. Gut so, denn sonst müsste man Österreich beinahe schon wieder dazu zählen.

Letzte Chance

Natürlich fehlen einige Spieler verletzungsbedingt - Xaver Schlager, Sasa Kalajadzic, Stefan Lainer. Aber selbst die, die nachrücken, kommen nicht vom SC Untersiebenbrunn. Bei der Auslosung vor einem Jahr wurde gejubelt, dass man die vermutlich leichteste WM-Quali-Gruppe erwischt hat. Und dann kommt so eine Bilanz daher.

Und das, obwohl man über Spieler von Real Madrid und Bayern München verfügt. Am Können kann's also nicht liegen. Am Wollen auch nicht, die Kicker haben ja auch kein Interesse daran, sich öffentlich bloßzustellen. Aber wenn der Dirigent nicht zum Orchester passt...

In nahmafter Gesellschaft

Es wäre übrigens nicht das erste Mal, dass Österreich ein ganzes Kalenderjahr lang keine zwei Spiele in Folge gewinnt. Didi Constantini hat das sogar zweimal geschafft (2009 und 2011), Josef Hickersberger auch (2007 und 2008), Hans Krankl ebenso (2004) - damals war allerdings der Kader nicht annähernd so breit und so qualititiv ausgestattet wie aktuell.

Als Marcel Koller dieses Malheur passiert ist (2016), war es der Anfang vom Ende seiner bis dahin höchst umjubelten Amtszeit. Franco Foda hat gegen Moldawien nun noch die Chance, das mit eineinhalb Ausnahmen bei der EM fürchterliche Jahr 2021 nicht noch mit der ultimativen Blamage zu beenden.

Tags

Autor: Philipp Eitzinger, 15.11.2021