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Ski-Alpin-Star Lindsey Vonn spricht nach ihrem schweren Sturz bei den Olympischen Winterspielen in Cortina d’Ampezzo über ihre Rettung und den Kreuzbandriss, der ihr Leben gerettet hat.
Lindsey Vonn ist sicher: Der Kreuzbandriss hat nicht nur ihr Bein, sondern auch ihr Leben gerettet.
Lindsey Vonn ist sicher: Der Kreuzbandriss hat nicht nur ihr Bein, sondern auch ihr Leben gerettet.
APA-Images / AP / Fatima Shbair

Lindsey Vonn: Kreuzbandriss hat ihr Leben gerettet

24.02.2026 um 08:09, Anna Kirschbaum
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Ski-Alpin-Star Lindsey Vonn hat ihren schweren Sturz nicht trotz, sondern dank Kreuzbandriss überlebt. Ärzte verhindern die Amputation ihres Beins.

Lindsey Vonn meldet sich nach zwei Wochen im Krankenhaus erstmals wieder öffentlich zu Wort. Ihr Bein, so erzählt die 41-Jährige auf Instagram, sei nur knapp einer Amputation entgangen. „Der Arzt hat mein Bein vor einer Amputation gerettet“, sagt sie. „Es war mit Abstand die schwerste und schmerzvollste Verletzung meines Lebens“, betont der Ski-Star.

Nach mehreren Operationen, einer Bluttransfusion und langen Tagen der Immobilität kann sie nun wieder kleine Schritte machen. Die Entlassung aus dem Krankenhaus bezeichnet sie als ersten großen Erfolg auf einem langen Weg der Genesung.

Schwerer Sturz bei Olympia

Auf der Abfahrt der Olympischen Winterspiele in Cortina d’Ampezzo ist Lindsey Vonn schwer gestürzt. Schon früh im Lauf verliert sie nach einem Torfehler die Kontrolle, überschlägt sich mehrfach und bleibt regungslos liegen. Der Hubschraubertransport bringt sie sofort in ein Krankenhaus. Dort diagnostizieren Ärztinnen und Ärzte eine komplexe Tibiafraktur sowie ein Kompartmentsyndrom, das ihr Bein akut gefährdet. Eine mehrstündige Operation verhindert die Amputation. Beide Seiten des Beins werden geöffnet, um den Druck zu entlasten. „Sie haben es aufgeschnitten wie ein Filet, um es atmen zu lassen“, so Vonns bildliche Schilderung.

Kreuzbandriss: Kritik an Vonns Olympia-Start

Noch bevor Details der Verletzung bekannt wurden, gab es heftige Kritik an Lindsey Vonns Olympia-Start. Wenige Tage zuvor hatte sie sich das vordere Kreuzband gerissen. Kommentatoren und Expertinnen bezeichneten ihren Start als unnötiges Risiko und übertriebenen Ehrgeiz. Andere wiederum lobten ihren Mut und ihre Leidenschaft.

Vonn hat inzwischen mehrfach selbst Stellung genommen. Die Entscheidung, trotz Verletzung anzutreten, sei nicht ohne Risiko gewesen. In ihrem jüngsten Video sorgt sie jedoch für Aufsehen mit einer neuen Einschätzung: „Ich wäre so oder so gestürzt. Aber ohne den Kreuzbandriss wäre mein Arzt nicht vor Ort gewesen – und dann hätte er mir nicht das Leben retten können.“

„Mein Kreuzbandriss hat mir das Leben gerettet“

Die Verkettung der Ereignisse empfindet Lindsey Vonn als Schicksal. „Alles im Leben passiert aus einem Grund“, sagt sie. Ihr Arzt, der Orthopäde Dr. Tom Hackett, war wegen ihrer Knieverletzung zu den Spielen gereist. „Ohne den Kreuzbandriss wäre Tom nicht da gewesen. Er hat mich gerettet.“

Hackett leitete unmittelbar die lebensrettende Operation ein – eine Entscheidung, die Vonn ihr Bein bewahrte. Für sie ist das der Beweis, dass selbst Rückschläge manchmal die richtige Fügung sein können.

Lindsey Vonn: Keine Reue

Trotz der dramatischen Folgen bereut Lindsey Vonn ihren Olympia-Start nicht. „Ich wusste, was ich tue. Und ich würde wieder kämpfen, wenn ich könnte.“

In den kommenden Wochen will sie ihre Rehabilitation fortsetzen, vom Rollstuhl zu Krücken wechseln und ihre Kraft Schritt für Schritt zurückgewinnen. Ob sie jemals wieder Ski fährt, lässt sie offen. Für den Moment zählt nur eines: dass sie lebt – und dass ihr Bein gerettet ist.

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