Lebensgefährliches Chaos bei Eröffnung von WM-Final-Arena

Die Generalprobe im "Iconic Stadium" außerhalb von Doha, wo am 18. Dezember das Finale der Fußball-WM in Katar stattfindet, wurde in vielerlei Hinsicht zu einem gefährlichen Chaos. So war schon in der Halbzeit das Wasser aus.
Autor: Philipp Eitzinger, 15.09.2022 um 15:00 Uhr

Bereits nach 45 Minuten war auf den Tribünen das Wasser für die 77.500 Zuseher ausgegangen – und rund um die brandneue Arena nördlich der katarischen Hauptstadt Doha gab es auch keines! Und das bei 34 Grad und höchster Luftfeuchtigkeit. Eine geradezu lebensgefährliche Panne, man stelle sich nur vor, dass dehydrierte Fans in einer Menschenmenge umkippen.

Doch das war nicht der einzige Fauxpas beim Eröffnungsspiel im "Iconic Stadium" von Dohas Vorort Lusail. Der saudi-arabische Meister Al-Hilal traf sich mit dem ägyptischen Traditionsklub Zamalek Kairo, die Saudis gewannen nach einem 1:1 im Elfmeterschießen. So hat auch die Klima-Anlage, welche die Wüsten-Temperaturen in den Stadien des Wüsten-Staates Katar auf ein erträgliches Maß kühlen soll, nicht wunschgemäß funktioniert.

Zulieferer kamen nicht ins Stadion...

So hatten einige Zulieferer - wie eben das Catering, aber auch Sicherheitspersonal sowie Sanitäter und medizinische Helfer Probleme, überhaupt ins Stadion reinzukommen. Einige Rettungsautos wussten nicht, wo sie sich positionieren sollten: Sie bekamen falsche Anweisungen und hatten Park-Karten für Parkplätze, die gar nicht existieren.

... und Zuseher kaum aus dem Stadion

Bei leeren Wasserleitungen und Verwirrung beim Personal hörten die Pannen aber nicht auf. Die Kapazität der Metro-Station, über welche die Fans nach dem Spiel zurück in die Stadt bzw. zum Flughafen gelangen, war dem Ansturm in keinster Weise gewachsen. In den 400 Metern zwischen Stadion und Bahnhof bildete sich eine 2,5 Kilometer (!) lange Menschenschlage, die sich auf dem Parkplatz hin- und herschlängelte.

"Wertvolle Erkenntnisse"

Von 20. November bis 18. Dezember findet in Katar die WM statt. Dann hat man es mit vier Spielen pro Tag und hunderttausenden Fans zu tun - und mit Spielen, bei denen es um mehr geht als bei dem netten, aber sportlich belanglosen Kick der beiden Klubs aus Saudi-Arabien und Ägypten. Man habe "wertvolle Erkenntnisse" für die anstehende WM gesammelt, ließ sich ein Vertreter des Organisations-Kommitees zitieren.

Hoffentlich werden diese Erkenntisse auch umgesetzt...