Franco Baresi: So nimmt AC Mailand Abschied
Mit Franco Baresi verliert nicht nur der AC Mailand seinen wohl größten Kapitän, sondern die gesamte italienische Fußballwelt eine ihrer prägendsten Persönlichkeiten. Der Weltmeister von 1982 ist im Alter von 66 Jahren verstorben und hinterlässt eine Lücke, die weit über den Sport hinausreicht.
Für viele Fans war Baresi weit mehr als ein außergewöhnlicher Verteidiger. Er verkörperte Loyalität, Bescheidenheit und Führungsstärke, Eigenschaften, die ihn über Jahrzehnte zu einer Identifikationsfigur machten.
Eine Stadt verliert ihre Ikone
Obwohl Franco Baresi im lombardischen Travagliato geboren wurde, galt Mailand längst als seine Heimat. Bereits als Jugendlicher zog er in die Metropole, nachdem er zunächst bei Inter Mailand keinen Vertrag erhalten hatte. Wenig später wechselte er in den Nachwuchs des AC Mailand.
Erst wenige Monate vor seinem Tod hatte Baresi bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele Mailand-Cortina 2026 einen seiner letzten großen öffentlichen Auftritte. Gemeinsam mit Inter-Legende Giuseppe Bergomi trug er die olympische Fackel ins San Siro und bewegte mit persönlichen Worten über seinen Kampf gegen die Krankheit viele Menschen.
Treue zu einem einzigen Verein
Von 1977 bis 1997 spielte Baresi ausschließlich für den AC Mailand. 20 Jahre lang trug er das Trikot der Rossoneri, davon 15 Jahre als Kapitän. Unter seiner Führung entwickelte sich der Verein zu einer der erfolgreichsten Mannschaften Europas.
Mit Milan gewann er unter anderem sechs Meisterschaften sowie dreimal den Europapokal der Landesmeister beziehungsweise die UEFA Champions League. Bereits 1982 wurde er mit Italien Weltmeister, später führte er die Nationalmannschaft als Kapitän bis ins WM-Finale 1994.
Seine außergewöhnliche Vereinstreue machte ihn endgültig zur Legende. Die Fans wählten ihn zum „Milanista des Jahrhunderts“, seine Rückennummer 6 wurde nie wieder vergeben und 2021 erhielt er mit dem „Ambrogino d'Oro“ eine der höchsten Auszeichnungen der Stadt Mailand.
Emotionale Worte von Milan und Inter
Der AC Mailand verabschiedete seinen langjährigen Kapitän mit bewegenden Worten. Der Verein betonte, Baresis Werte und seine Persönlichkeit würden für immer Teil der DNA des Clubs bleiben. Sein Tod werde von allen Rossoneri als persönlicher Verlust empfunden.
Besonders berührend fiel auch die Reaktion des Stadtrivalen Inter Mailand aus. Die Nerazzurri würdigten Baresi als außergewöhnlichen Gegner, dessen Führungsqualitäten und Fairness selbst von den größten Rivalen stets respektiert wurden.
Einen besonderen Platz in der Fußballgeschichte nimmt auch die Beziehung zu seinem älteren Bruder Giuseppe Baresi ein. Während Franco den AC Mailand als Kapitän anführte, war Giuseppe das Gesicht von Inter Mailand. Die Brüder standen sich in zahlreichen Derbys gegenüber und bewiesen, dass sportliche Rivalität und familiärer Zusammenhalt kein Widerspruch sein müssen.