FIS-Knall: Eliasch ist nicht mehr Präsident
Inhalt
- Entscheidung fällt denkbar knapp
- Ospelt übernimmt die Führung
- Kritik an Eliasch wurde immer lauter
- Meissnitzer-Fall sorgte für Aufregung
- Auch Stars stellten sich gegen Eliasch
- ÖSV zeigt sich erleichtert
Die Ski-Welt hat einen neuen Präsidenten. Beim FIS-Kongress in Belgrad wurde der bisherige Amtsinhaber Johan Eliasch überraschend abgewählt. Sein Herausforderer Alexander Ospelt setzte sich in einer dramatischen Abstimmung mit nur einer einzigen Stimme Vorsprung durch.
Das Ergebnis markiert das Ende einer Amtszeit, die von Konflikten, Kritik und zahlreichen Kontroversen geprägt war.
Entscheidung fällt denkbar knapp
Spannender hätte die Wahl kaum verlaufen können. Am Ende lautete das Ergebnis 65 zu 64 Stimmen zugunsten des Liechtensteiners Alexander Ospelt. Nur eine einzige Stimme entschied damit über die Zukunft des internationalen Skiverbands.
Nach Bekanntgabe des Ergebnisses war der Jubel bei vielen Delegationen groß. Vor allem traditionelle Ski-Nationen wie Österreich, die Schweiz, Norwegen, Italien, Kanada und die USA hatten Ospelt unterstützt.
Ospelt übernimmt die Führung
Der 58-jährige Rechtsanwalt aus Liechtenstein übernimmt die Führung des Weltverbands für die kommenden vier Jahre. In seiner ersten Reaktion bedankte sich Ospelt für das Vertrauen. Er kündigte an, Präsident für alle Mitgliedsverbände sein zu wollen und gemeinsam einen neuen Weg einzuschlagen.
Der Jurist gilt als erfahrener Funktionär und war von 2016 bis 2023 Präsident des Skiverbands Liechtenstein. Seit zwei Jahren sitzt er außerdem im FIS-Council.
Kritik an Eliasch wurde immer lauter
Johan Eliasch stand in den vergangenen Jahren zunehmend unter Druck. Dem schwedisch-britisch-georgischen Unternehmer wurden unter anderem umstrittene Vermarktungspläne, Konflikte mit großen Verbänden und Probleme bei der finanziellen Entwicklung des Verbands vorgeworfen. Immer wieder kam es zu Spannungen mit dem Österreichischen Skiverband sowie anderen bedeutenden Wintersport-Nationen. Die Kritik wurde zuletzt immer lauter.
Meissnitzer-Fall sorgte für Aufregung
Kurz vor der Wahl sorgte ein weiterer Vorfall für Schlagzeilen. Die ehemalige Ski-Rennläuferin Alexandra Meissnitzer, die für Sonderprojekte im Präsidialbüro tätig war, wurde nach kritischen Aussagen in einem Interview vom Kongress ausgeladen. Der Schritt löste innerhalb der Ski-Szene heftige Diskussionen aus und verschärfte die Kritik an Eliasch zusätzlich.
Auch Stars stellten sich gegen Eliasch
Nicht nur Funktionäre äußerten zuletzt ihren Unmut. Auch einige der größten Namen des Skisports positionierten sich öffentlich gegen eine weitere Amtszeit des bisherigen Präsidenten. Unter anderem sprachen sich Marco Odermatt und Mikaela Shiffrin gegen Eliasch aus. Die Kritik prominenter Athleten erhöhte den Druck auf den bisherigen Amtsinhaber zusätzlich.
ÖSV zeigt sich erleichtert
Beim Österreichischen Skiverband wurde das Wahlergebnis positiv aufgenommen. ÖSV-Generalsekretär Christian Scherer sprach von einer denkbar knappen Entscheidung. Gleichzeitig betonte er, dass sich in den vergangenen Tagen bereits abgezeichnet habe, dass viele Delegierte einen Neuanfang wollten. Ziel sei nun, das Vertrauen innerhalb des Verbandes wiederherzustellen und die FIS gemeinsam weiterzuentwickeln.