Paukenschlag: Infantino-Vertrauter schmeißt hin
Heftiger Rückschlag für FIFA-Präsident Gianni Infantino: Im Streit um umstrittene Investorenpläne hat der Weltverband einen seiner wichtigsten Strategen verloren. Der hochrangige Berater Carlos Cordeiro ist aus Protest gegen das Vorhaben, Anteile an der Fußball-Weltmeisterschaft an externe Investoren zu verkaufen, mit sofortiger Wirkung zurückgetreten.
Cordeiro, der als enger Vertrauter Infantinos galt, bezeichnet den geplanten Milliardendeal als "schädlich für die langfristige Zukunft des Fußballs".
Protest gegen Investorenpläne bei der FIFA
Hintergrund des Eklats sind Pläne der FIFA-Führung, über eine neu gegründete Tochtergesellschaft namens FFE mehr als vier Milliarden US-Dollar von privaten Geldgebern einzusammeln. Künftige Weltmeisterschaften sollten unter dem Dach dieser Gesellschaft organisiert werden, woran der Weltverband zwar die Mehrheit hielte, aber wertvolle Anteile abtreten würde.
Cordeiro zieht nun persönliche Konsequenzen aus diesem Kurs und distanziert sich scharf von dem Vorhaben der Verbandsspitze.
Cordeiro übt scharfe Kritik im Wortlaut
In einer Stellungnahme, die unter anderem Sky vorliegt, verdeutlicht der ehemalige Banker seine Beweggründe für den plötzlichen Rückzug:
„Als leitender Berater des FIFA-Präsidenten, ehemaliger Banker und lebenslanger Fußballfan kann ich nicht tatenlos zusehen, wie die FIFA den Verkauf einer Beteiligung an der Weltmeisterschaft in Erwägung zieht. Lassen Sie mich eines klarstellen: Ich war an diesem Vorschlag in keiner Weise beteiligt und lehne ihn entschieden ab. Es ist ein schlechtes Geschäft für die FIFA-Mitgliedsverbände, ein schlechtes Geschäft für den Fußball und ein schlechtes Geschäft für die langfristige Zukunft dieses Sports.“
Aufgrund seiner jahrzehntelangen Erfahrung in der Finanzbranche ergänzt Cordeiro:
„Der Fußball spielt in meinem Leben eine zentrale Rolle, und nach mehr als 35 Jahren im Bankwesen verstehe ich sowohl den Wert dieses Vermögenswerts als auch die Konsequenzen, die mit der Abgabe eines Teils davon verbunden sind. Deshalb sollte dieser Vorschlag abgelehnt werden.“
Infantino verliert Mehrheit unter den Verbänden
Der Rücktritt des Chefberaters verschärft die Krise um Gianni Infantino massiv. Der FIFA-Präsident steht vor einer geschlossenen Front wichtiger Kontinentalverbände, die das Investorenprojekt ablehnen:
- UEFA: Alle 55 Mitgliedsverbände stimmten geschlossen für die Unterstützung eines möglichen WM-Boykotts.
- CONCACAF: Der Verband für Nord- und Mittelamerika sowie die Karibik spricht sich ebenfalls gegen die Pläne aus.
- AFC: Auch der asiatische Fußballverband positionierte sich geschlossen gegen das Vorhaben.
Für eine Annahme des Vorschlags benötigt Infantino eine einfache Mehrheit von 106 der 211 FIFA-Mitglieder. Durch den Widerstand der großen Kontinentalverbände könnte diese Mehrheit jedoch wackeln.