Erst 19 Jahre alt: Dieser ÖFB-Goalie schreibt Geschichte
Hat Österreich womöglich bereits seine langfristige Nummer eins gefunden? Christian Zawieschitzky feierte beim 3:1-Erfolg gegen den Kosovo sein Debüt im ÖFB-Tor und hinterließ dabei einen starken Eindruck. Der erst 19-jährige Tiroler überzeugte mit Ruhe, guter Spieleröffnung und einer wichtigen Parade. Auch Teamchef Ralf Rangnick zeigte sich danach begeistert.
Starkes Debüt gegen den Kosovo
Zawieschitzky erfuhr erst am Samstag von Torwarttrainer Michael Gspurning, dass er gegen den Kosovo von Beginn an spielen würde. Einen Tag später stand der Salzburg-Goalie tatsächlich im Tor des A-Nationalteams.
Von Nervosität war dabei kaum etwas zu sehen. Der 19-Jährige zeigte sich sicher mit dem Ball am Fuß und löste Drucksituationen dank seiner Beidbeinigkeit immer wieder mit hohen Zuspielen. Kurz nach der Pause bewahrte er Österreich zudem mit einer starken Fußabwehr gegen Kosovo-Stürmer Vedat Muriqi vor einem Gegentreffer.
Die Szene wollte er anschließend gar nicht groß herausstreichen. „Ich habe einfach das gemacht, was man als Tormann verpflichtet ist zu tun“, sagte Zawieschitzky.
Rangnick schwärmt vom 19-Jährigen
Rangnick zeigte sich von der abgeklärten Leistung seines jungen Torhüters angetan. „Wenn man sieht, wie er das heute gespielt hat, kann man gar nicht glauben, dass er erst 19 ist und noch nie in der A-Nationalmannschaft gespielt hat“, schwärmte der Teamchef.
Überrascht habe ihn der Auftritt allerdings nicht. Rangnick kennt Zawieschitzky bereits länger und hatte auch von Assistenztrainer Onur Cinel viel über den jungen Schlussmann gehört. „Wir wussten, was für ein großes Talent da heranwächst“, erklärte der ÖFB-Teamchef.
Zawieschitzky selbst blieb trotz des Lobes bescheiden. Sein eigenes Spiel bezeichnete er als „okay“, jenes der Mannschaft dagegen als „sensationell“. Nur das späte Gegentor per Elfmeter wurmte ihn: „Das Gegentor nervt mich, muss ich sagen.“
Jüngster ÖFB-Goalie seit 81 Jahren
Mit seinem Einsatz schrieb Zawieschitzky auch ein Stück ÖFB-Geschichte. Er ist der jüngste Torhüter seit Walter Zeman, der 1945 als 18-Jähriger für Österreich debütierte. Insgesamt waren lediglich fünf österreichische Nationalteam-Torhüter bei ihrem ersten Einsatz jünger.
Von der historischen Dimension erfuhr der Tiroler erst nach dem Spiel. „Seit 81 Jahren der Jüngste?! Fein“, reagierte er überrascht.
Auch abseits der klassischen Interviews sorgte er für eine kuriose Szene. Nach dem kosovarischen Treffer versteckte er den Ball kurzerhand unter seinem Trikot, weil er verhindern wollte, dass die Gegner ihn schnell zum Mittelkreis bringen. Zawieschitzky nahm es mit Humor und erklärte grinsend, möglicherweise bei der Regelschulung nicht ganz aufgepasst zu haben.
Jetzt geht es vorerst zur U21
Auf sein zweites A-Länderspiel muss der 19-Jährige zunächst warten. Bereits am Montag schließt er sich wieder der österreichischen U21 an. Dort stehen die entscheidenden EM-Qualifikationsspiele gegen Dänemark und Wales an.