Blamabler "Hühnerhaufen": Foda in Zürich schon angezählt!

Schon nach vier Spielen steht Ex-ÖFB-Teamchef Franco Foda bei seinem neuen Klub, dem Schweizermeister FC Zürich, schwer unter Druck – der Saisonstart ging kräftig in die Hose!
Autor: Philipp Eitzinger, 28.07.2022 um 08:30 Uhr

Im ersten Pflichtspiel gab es für den eidgenössischen Meister zum Liga-Start ein derbes 0:4 gegen Young Boys Bern – ein verschossener Elfmeter zu Beginn der zweiten Halbzeit beim Stand von 0:0 war der Knackpunkt. Es folgte ein dünnes 0:0 beim letztjährigen Vorletzten Luzern und nun das Aus schon in der ersten von drei Qualifikationsrunden für die Champions League.

Aber nicht gegen einen bekannt guten Klub wie Dinamo Zagreb oder Olympiakos Piräus, das wäre zu verkraften gewesen. Nein, der FCZ schied gegen Qarabag Agdam aus, den Vertreter aus Aserbaidschan.

"Willkürlicher Hühnerhaufen" und "skurrile Aufstellung"

Einige Fans nahmen den Kampfgeist, mit dem sich der FC Zürich nach der Hinspiel-Niederlage bei Qarabag nun im Rückspiel in die Verlängerung gerettet hat, zwar wohlwollend auf. Generell bläst Ex-ÖFB-Teamchef Foda aber schon ein spürbarer Gegenwind ins Gesicht. "Nach vorne fehlt komplett die Spielidee, die unter Vorgänger Breitenreiter so stark gewesen ist", moniert ein Fan auf Instagram in breitestem Schweizerdeutsch, "es sieht jetzt wieder aus wie ein willkürlicher Hühnerhaufen!"

"Jedesmal haut irgendeiner den Ball nach vorne und Marchesano soll mit seinen 1,58 Metern dort den Kopfball gewinnen", schüttelt ein anderen mit Blick auf den (tatsächlich 1,68 Meter großen) Spielmacher Antonio Marchesano den Kopf. "So kämpft ihr gegen den Abstieg und nicht um die Titelverteidigung", hieß es nach dem 0:0 gegen Luzern ab Wochenende. "Schon wieder eine sehr skurrile Aufstellung", hieß es nach dem 2:2 nach Verlängerung gegen Qarabag.

Auch mediale Kritik

Fehlender Plan im Angriffsspiel war schon beim österreichischen Nationalteam ein Haupt-Kritikpunkt an Foda, das hat sich in der Schweiz nicht geändert. "Erstaunlich passiv und fast etwas friedfertig" sah die NZZ weite Strecken des Europacup-Rückspiels, das der FCZ nach dem 2:3 im Hinspiel gewinnen musste. "Nicht beflügelt oder beschwingt, nicht mutig oder selbstbewusst", analysierte auch der Tages-Anzeiger: "Sie ziehen sich zurück und überlassen dem Gast die Aufgabe, das Spiel zu gestalten. Mit einer Fünferkette versuchen sie, die Gefahr vom eigenen Tor wegzuhalten. Offensiv kommt vom FCZ nichts."

Das klingt in österreichischen Ohren recht vertraut.

Saison zu retten

Freilich: Nach dem überraschenden Meistertitel und dem Verkauf von Top-Torjäger Ceesay nach Italien erwartete niemand vom FCZ, erneut um die Meisterschaft mitzuspielen. Um die Top-3 und damit die Europacup-Plätze soll es aber schon gehen – und in eine europäische Gruppenphase.

Von der Champions League ist der FCZ nun in die Qualifikation zur Europa League gefallen, bezwingt man dort den nordirischen Meister Linfield (was ein absolutes Muss ist), hat man zumindest einen europäischen Herbst in der Conference League fix.