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Spieler von Senegal und Marokko im Finale.
Der Schiedsrichter sorgte mit mehreren Entscheidungen für Diskussionen.
Der Schiedsrichter sorgte mit mehreren Entscheidungen für Diskussionen.
APA/AFP

Afrika-Cup-Finale: Senegal siegt nach Eklat gegen Marokko

19.01.2026 um 08:30, Weekend Redaktion
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Im Afrika-Cup-Finale in Rabat gewinnt Senegal nach Verlängerung 1:0 gegen Gastgeber Marokko und sichert sich den zweiten Titel nach 2022.

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Senegal hat den Afrika-Cup 2026 in Marokko gewonnen und sich mit einem 1:0 nach Verlängerung gegen den Gastgeber den zweiten Titel der Verbandsgeschichte gesichert. Das Endspiel im Prince Moulay Abdellah Stadium in Rabat wurde von großer Intensität, umstrittenen Entscheidungen und einem späten Elfmeterdrama geprägt.

Favoritenrolle und aufgeheizte Atmosphäre

Marokko richtete das Turnier aus und war ebenso wie Senegal ungeschlagen ins Finale eingezogen. Die Stimmung im Stadion war von Beginn an elektrisierend. Während die „Löwen der Teranga“ als Favorit galten und bereits 2022 triumphiert hatten, hoffte Marokko auf den ersten Afrika-Cup-Titel seit 1976. Senegal hatte im Halbfinale Ägypten bezwungen, Marokko zuvor Kamerun ausgeschaltet und Nigeria im Elfmeterschießen eliminiert.

Stars im Fokus

Bei den Nordafrikanern standen Torhüter Bono und Spielmacher Brahim Diaz im Rampenlicht, auf senegalesischer Seite trugen Sadio Mané und Schlussmann Edouard Mendy die Verantwortung. Geleitet wurde das Finale vom kongolesischen Schiedsrichter Jean-Jacques Ndala, der mit mehreren Entscheidungen für Diskussionen sorgte und im Verlauf der Partie zunehmend ins Zentrum rückte.

Chancen auf beiden Seiten bleiben ungenutzt

Senegal kam besser ins Spiel und hatte durch Lamine Camara per Kopf nach einer Ecke die erste große Möglichkeit. Marokko antwortete mit klaren Chancen: Ayoub El Kaabi scheiterte frei vor Mendy, später verzog Abde nur knapp. Auch nach der Pause blieb das Spiel offen. Nicolas Jackson setzte Iliman Ndiaye in Szene, doch Bono rettete stark. El Aynaoui traf die Latte, Ibrahim Mbaye scheiterte ebenfalls am marokkanischen Keeper.

Verlängerung bringt Entscheidung

In der Verlängerung entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Hamza Igamane verfehlte per Kopf knapp, Nayef Aguerd scheiterte mit einem wuchtigen Kopfball an der Latte, nachdem Mendy noch entscheidend abgewehrt hatte. Auf der Gegenseite ließ Cherif Ndiaye eine Großchance aus. In der Nachspielzeit der Verlängerung schlug schließlich Pape Gueye zu und traf nach einer schnellen Umschaltsituation aus der Distanz zum 1:0 für Senegal.

Aberkanntes Tor und Elfmeter-Eklat

Kurz darauf jubelte Senegal erneut, doch der Treffer von Moussa Niakhaté wurde wegen eines Fouls an Achraf Hakimi aberkannt. Das Spiel eskalierte endgültig, als Schiedsrichter Ndala nach VAR-Eingriff in der achten Minute der Nachspielzeit auf Elfmeter für Marokko entschied. Aus Protest verließ Senegal vorübergehend den Platz, Trainer Pape Thiaw schickte seine Spieler in die Kabine.

Erst nach rund zehn Minuten kehrten die Senegalesen auf das Feld zurück. In der 24. Minute der Nachspielzeit trat Brahim Diaz selbst zum Strafstoß an und versuchte es mit einem Lupfer im Panenka-Stil. Edouard Mendy blieb stehen und parierte. Kurz darauf brachte Senegal das 1:0 über die Zeit und machte den zweiten Afrika-Cup-Triumph perfekt.

Bitteres Ende für Marokko

Während Senegal ausgelassen feierte, saß Brahim Diaz mit Tränen in den Augen auf der Bank. Kommentatoren sprachen von einer folgenschweren Entscheidung und großer Enttäuschung für Spieler und Land. Für Senegal endete eine turbulente Finalnacht mit dem erneuten Griff nach Afrikas Fußballkrone.

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