Simon Messner: Kein Kontakt zu Vater Reinhold
- Sohn Simon: „Mein Vater ist für mich schon gestorben“
- Messner will keinen Kontakt zu Sohn
- Simon „möchte es anders machen“
- Berg-Legende wird man heute keine mehr
- „Aus dem Schatten“: Erster Film kommt in die Kinos
Das Verhältnis von Bergsteiger-Legende Reinhold Messner zu seinen Kindern gilt seit Jahren als zerrüttet. Öffentlich wurde immer wieder über einen Streit um das Vermögen spekuliert. Reinhold Messner sagte in der Ö3-Sendung „Frühstück bei mir“ im Mai, es sei ein Fehler gewesen, seinen Kindern bereits zu Lebzeiten große Teile seines Besitzes zu übertragen. Er habe sich danach von ihnen „entsorgt“ und ausgegrenzt gefühlt.
Sohn Simon: „Mein Vater ist für mich schon gestorben“
Laut Simon Messner habe der Konflikt aber nicht mit dem Erbe begonnen, vielmehr habe sich sein Vater zunehmend aus der Familie zurückgezogen. Die Vorwürfe empfinde er als schmerzhaft, in einem Podcast mit dem Bayerischen Rundfunk sagte er sogar: „Mein Vater ist für mich schon gestorben“.
Messner will keinen Kontakt zu Sohn
Bis heute hat der 36-Jährige keinen Kontakt zu seinem Vater, wie Simon Messner in einem aktuellen Interview mit der Augsburger Allgemeinen erzählt. Er habe mehrfach versucht, mit ihm ins Gespräch zu kommen, dann sei aber sofort ein Schreiben vom Anwalt gekommen. „Er wünscht keinen Kontakt zu mir, was mich sehr schmerzt.“ Nicht nur er, sondern das gesamte Umfeld des mittlerweile 81-Jährigen habe Probleme, ihn zu erreichen. „Es ist schon sehr skurril, zu behaupten, man wurde entsorgt, und man weigert sich zur gleichen Zeit, die Kinder zu treffen. Es ist sehr, sehr traurig“, so der Sohn gegenüber der deutschen Zeitung.
Simon „möchte es anders machen“
Anfang 2025 erlebte der Südtiroler einen großen Umbruch in seinem Leben: Er wurde Vater einer Tochter. Seither sei er kaum noch bergsteigen gegangen. Gemeinsam mit seiner Frau bewirtschaftet Simon Messner einen Bauernhof mit Tieren und Feriengästen. Auch deshalb sei zuletzt kaum Zeit fürs Bergsteigen geblieben. Was seine Vaterschaft betrifft, möchte der Messner-Sohn nicht in die Fußstapfen seines Vaters treten. „Also ich möchte nicht falsch verstanden werden, aber ich möchte es einfach anders machen. Ich sehe es als meine Verantwortung, als Elternteil da zu sein und mich zu kümmern. Vor allem in den ersten Jahren.“
Berg-Legende wird man heute keine mehr
Auf das Bergsteigen angesprochen, ist Simon Messner der Ansicht, dass man heutzutage keine Legende mehr werden kann. Diese Zeiten seien vorbei. Dazu komme, dass es aufgrund der Klimaveränderung immer gefährlicher werde. Steinschlag habe in den vergangenen Jahren massiv zugenommen, „eine Gefahr, die man kaum einschätzen kann“.
„Aus dem Schatten“: Erster Film kommt in die Kinos
Am 7. Juli 2026 läuft Simon Messners erster Film „Aus dem Schatten“ in den Kinos an. Eine Dokumentation über seine Expeditionen, seine neue Rolle als Vater und seinen Versuch, seinen eigenen Platz zwischen Abenteuer, Familie und dem Erbe seines berühmten Vaters zu finden. Was der Bergsteiger jedoch deutlich macht: „Ich konnte den Filmtitel nicht entscheiden, sondern nur versuchen mitzureden. […] Ich habe nicht das Gefühl, aus einem Schatten treten zu müssen.“
Im Mittelpunkt steht eine Expedition im Sommer 2025: Messner bricht gemeinsam mit einem Bergsteigerkollegen zur Erstbesteigung des 6.754 Meter hohen Chumik Kangri im pakistanischen Karakorum auf. Die Erstbesteigung gelingt jedoch nicht. Gerade dieses Scheitern macht den Film besonders persönlich, weil Simon Messner darin auch seine neue Rolle als Vater und seinen Umgang mit Risiko hinterfragt.