Messner über zerrüttete Familie: "Aus dem Haus gejagt"
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Reinhold Messner gilt als eine der prägendsten Persönlichkeiten des internationalen Alpinismus. Mit seinen spektakulären Expeditionen, der Besteigung aller 14 Achttausender und seinem konsequenten Stil ohne zusätzlichen Sauerstoff schrieb er Bergsteigergeschichte. Über viele Jahrzehnte hinweg war sein Leben von extremen Herausforderungen, weltweiten Reisen, Vorträgen und publizistischen Arbeiten bestimmt. Der Erfolg machte ihn zu einer öffentlichen Figur von großem Ansehen, verlangte jedoch zugleich einen hohen persönlichen Einsatz und große zeitliche Opfer.
Familiärer Bruch
Heute spricht Messner offen über einen tiefen Einschnitt in seinem privaten Leben. Nach seinen eigenen Schilderungen kam es innerhalb der Familie zu einem vollständigen Zerwürfnis. Der fehlende Kontakt zu seinem Umfeld belastet ihn stark, insbesondere die Tatsache, dass er seinen Enkel Leo seit längerer Zeit nicht mehr sehen kann. „Ich wurde mit 75 Jahren aus dem Haus gejagt. Ich bin entsorgt worden, hinauskomplimentiert, ohne Gründe. War ich nutzlos geworden? Jetzt, wo ich mehr Zeit hatte für die Familie?“, so Messner im Gespräch mit Das Neue.
Wenig Zeit für die Familie
Rückblickend zeigt sich Messner selbstkritisch. „Ich war natürlich oft nicht da, sondern bei Expeditionen und Vorträgen… Im Rückblick fehlten uns die gemeinsame Zeit und die Kommunikation.“
Gemeinsame Zeit, Gespräche und ein kontinuierlicher Austausch innerhalb der Familie seien dadurch zu kurz gekommen. Erst im Nachhinein erkennt er, wie sehr diese fehlende Nähe die familiären Beziehungen geschwächt haben könnte.
Streit um das Erbe
Als zentralen Auslöser des Konflikts nennt Messner einen Streit um sein Vermögen. Er habe dieses bereits zu Lebzeiten an seine Frau und Kinder übertragen. Nach dieser Entscheidung seien Spannungen entstanden, die sich zunehmend verschärft hätten. In der Folge habe sich die familiäre Situation so weit zugespitzt, dass es schließlich zum Bruch kam und er sich aus seinem bisherigen Lebensumfeld ausgeschlossen fühlte. „Aber das ist ja kein Grund für so eine brutale Trennung. Es war die größte menschliche Enttäuschung meines Lebens, ein Schock. Ich war geknickt, gebeugt, wütend und verletzt.“