Peter Cornelius: Drogenbeichte in "Frühstück bei mir"
- Eigenwillig und unabhängig
- "Wird mich überleben"
- Peter Cornelius: Drogenbeichte
- Bewusstes Leben
- Glückliche Ehe seit 40 Jahren
- Vorbereitung auf den Tod
- Große Pläne und Tour
Es war ein stiller Geburtstag für einen großen Musiker. Peter Cornelius, der Mann hinter Klassikern wie „Der Kaffee ist fertig“ und „Reif für die Insel“, hat seinen 75. Geburtstag in aller Ruhe gefeiert, fernab von Blitzlicht und Kameras zelebriert. „Den Geburtstag habe ich ganz alleine mit meiner Frau zuhause gefeiert, denn es war auch unser 25. Hochzeitstag. Das hat sich sehr stimmig angefühlt“, erzählt Cornelius im Gespräch mit Claudia Stöckl in der Ö3-Sendung „Frühstück bei mir“.
Eigenwillig und unabhängig
Auf seiner Geburtstagstorte stand der Satz „You are not like anybody else“. „Das ist der Titel eines Songs von den Kinks, der für mich Wegweiser war“, sagt er. Der Spruch beschreibt seine Haltung zum Leben perfekt: unabhängig, eigenwillig, mit einem klaren Gefühl für den eigenen Weg.
"Wird mich überleben"
Mehr als fünf Jahrzehnte hat Cornelius als Singer-Songwriter, Gitarrist und lyrischer Beobachter des Alltags die deutschsprachige Musik geprägt. In Deutschland gilt er bis heute als erfolgreichster österreichischer Liedermacher seiner Generation. Sein Werk ist geprägt von poetischer Klarheit, aber auch von der Lust am Experiment. „Viele Lieder und vor allem der Satz ‚Ich bin reif für die Insel‘ werden mich überleben“, ist er überzeugt.
Peter Cornelius: Drogenbeichte
Offen wie selten spricht Cornelius über seine wilden Jahre in den 1980ern, über Ruhm, Druck und Versuchungen. „Mitte der Achziger habe ich gerne Alkohol getrunken und in meiner Anfangsphase in München war ich auch häufig in einem Lokal, wo Kokain kursierte“, erinnert er sich. „Probiert habe ich es auch, durch den Erfolgsdruck in diesem Metier probiert man vieles, das die Kreativität beflügelt. Aber Gott sei Dank habe ich ein inneres Cockpit, in dem alle Lichter aufleuchten, wenn ich über die Schwelle des ‚Zuviel‘ komme.“
Bewusstes Leben
Heute führt der Musiker ein Leben, das kaum mehr etwas mit der Rastlosigkeit der frühen Jahre zu tun hat. Er achtet auf sich, auf seinen Körper und auf das Maß. „Ich beschäftige mich mit Ernährung, esse alles, was dem Körper guttut – Heidelbeeren, Walnüsse, Haferflocken, Avocados – und mache lange Walks“, sagt er.
Glückliche Ehe seit 40 Jahren
Zentral in seinem Leben ist seine Frau Ulrike, mit der ihn seit 40 Jahren eine tiefe, fast spirituelle Verbindung verbindet. „Sie ist für mich ein karmisches Geschenk. Als hätte ich in einem früheren Leben viel Gutes gemacht und werde jetzt dafür belohnt“, schwärmt Cornelius. Ihr Kennenlernen beschreibt er als Schicksalsmoment: „Es war im September 1986, in der Opernpassage sind wir aneinander vorbeigegangen, haben uns in die Augen gesehen und es ist etwas Magisches passiert. Ich bin wie angewurzelt stehen geblieben und habe ihr nachgeschaut. Kurz darauf ist sie in mein Kaffeehaus gekommen und dann war schnell alles klar.“
Vorbereitung auf den Tod
Doch bei allem Glück spricht Cornelius auch über Vergänglichkeit und den Lauf der Zeit. Ohne Pathos, aber mit spürbarer Nachdenklichkeit sagt er: „Wahrscheinlich werde ich zuerst gehen. Meine Frau ist 13 Jahre jünger, und sie wird damit klarkommen müssen. Ich hoffe und bete, dass es nicht umgekehrt ist.“ Er hat sein Testament neu geschrieben, um seine Frau bestmöglich abzusichern. „Mein Vater ist 85 geworden, vielleicht bleiben mir noch zehn Jahre“, sagt er ruhig. „In jedem Fall habe ich mein Testament vor kurzem erst umgeschrieben, damit meine Frau bestmöglich abgesichert ist.“
Große Pläne und Tour
„Ich möchte noch viele große Lieder schreiben. Aber auch möglichst viel unverplante Freizeit mit meiner Frau verbringen, dass wir nicht immer so eingespannt sind. Vielleicht ist es heuer meine letzte Tour.“ Ob es wirklich die letzte sein wird, lässt Cornelius offen.