Finanzen und Schwarzkonto: Joey Kelly räumt auf
Der Musiker und Extremsportler Joey Kelly hat in der jüngsten Folge des Podcasts „Des isses!“ detaillierte Einblicke in die ökonomische Geschichte seiner Familie gegeben. Im Gespräch mit Moderator Max Schradin thematisierte er den Weg vom Straßenmusiker zum Millionär und sprach dabei erstmals über bisher unbekannte Kontenstrukturen in der Schweiz sowie den Umgang mit massiven Bargeldbeständen. Dabei räumt er auch ein, Schwarzgeld besessen zu haben.
Hohe Bareinnahmen als Straßenmusiker
Laut Joey Kelly generierte die Familie bereits lange vor ihrem kommerziellen Durchbruch signifikante Umsätze durch Straßenkonzerte und den Direktverkauf von Tonträgern. Die finanzielle Dimension dieser frühen Phase wurde bisher oft unterschätzt. „An schlechten Tagen, an denen es geregnet hat, haben wir 3.000 bis 5.000 D-Mark (ca. 1.534 bis 2.556 Euro) verdient. An guten Tagen, etwa an einem langen Samstag in Frankfurt, 20.000 bis 30.000 D-Mark (ca. 10.226 bis 15.339 Euro)“, erinnert sich Kelly.
Logistik der Bargeldbestände
Die physische Verwaltung dieser Summen stellte die Familie vor organisatorische Herausforderungen. Da die Einnahmen fast ausschließlich in Münzform anfielen, wurden unkonventionelle Lagermöglichkeiten genutzt. „Wir haben so viel Geld gehabt, das haben wir in Münzen in gelben Postkisten gesammelt und auf unserem Hausboot gestapelt“, so Kelly. Ein leerer Wassertank an Bord diente als Versteck für die Millionenbeträge. Die Einzahlung bei Kreditinstituten gestaltete sich schwierig: „Weil Münzen immer so dreckig sind und wir immer so viele hatten, sind die Münzzählgeräte der Bank kaputtgegangen“
Offenlegung eines Schweizer Kontos
Der wohl brisanteste Teil des Gesprächs betraf die Existenz eines bisher nicht öffentlich bekannten Kontos in der Schweiz. Kelly ordnete diese Information zeitlich ein: „Ich hau heut alles raus, ist eh alles verjährt und ich war noch klein. Wir hatten ein Schwarzkonto in der Schweiz. Das ist noch nie erzählt worden.". Der Musiker räumte ein, dass die familiären Finanzaktivitäten in dieser Periode nicht immer den rechtlichen Vorgaben entsprachen und offizielle Vermögensangaben nicht mit der Realität übereinstimmten.
Wirtschaftlicher Höhepunkt der Band-Ära
Mit dem Album „Over the Hump!“ (erschienen 1994) transformierte sich die Kelly Family endgültig zum wirtschaftlichen Großunternehmen. Kelly bezifferte den Jahresumsatz in der Hochphase auf rund 120.000.000 D-Mark (ca. 61.355.033 Euro). Zuvor habe die Familie bereits einen beachtlichen Jahresumsatz von ca. 1.400.000 D-Mark (ca. 715.809 Euro) erwirtschaftet, was die enorme Skalierung des Erfolgs verdeutlicht.
Ressourcenverbrauch in der Erfolgsphase
Der plötzliche Reichtum führte laut Kelly auch zu einer Phase der Ineffizienz und überhöhter Ausgaben. Als Beispiel nannte er die Logistikkosten für Reisen: „Man hat einen Privatjet für 6 oder 8 Leute bestellt und am Ende sind nur 2 damit geflogen. Das Ding hat 30.000, 40.000 D-Mark (ca. 15.339 bis 20.452 Euro) gekostet.“ Er beschreibt diesen Zeitraum rückblickend als eine Phase, in der die finanzielle Struktur und der Fokus teilweise verloren gingen.