Abschied einer Ikone: Erni Mangold wurde beigesetzt
Inhalt
- Außergewöhnliche Laufbahn
- Erwin Steinhauer erinnert an Mangold
- Schottenberg über Mangold: "Sie war sehr streng"
- Mangolds Blick auf Männer
Wegbegleiter, Freunde und Schauspielkollegen haben sich am Samstag von Erni Mangold verabschiedet. Die Trauerfeier für die österreichische Schauspiellegende fand auf dem Wiener Zentralfriedhof statt und wurde musikalisch von Sänger Ernst Molden begleitet. Mangold war am 5. September im Alter von 99 Jahren gestorben.
Außergewöhnliche Laufbahn
Erni Mangolds Laufbahn war außergewöhnlich lang und vielseitig. Ab 1946 stand sie mehr als sieben Jahrzehnte auf der Bühne. Daneben wirkte sie in mehr als 130 Film- und Fernsehproduktionen mit und prägte als Schauspielprofessorin Generationen von Nachwuchstalenten. An einen frühen Rückzug dachte Mangold nicht. Erst 2017 verabschiedete sie sich von der Bühne. Auch danach blieb sie öffentlich präsent und meldete sich immer wieder mit jener Direktheit zu Wort, für die sie bekannt war.
Erwin Steinhauer erinnert an Mangold
Bei der Verabschiedung auf dem Wiener Zentralfriedhof erwiesen zahlreiche Schauspielkollegen sowie Vertreter aus der Politik Mangold die letzte Ehre. Schauspieler Erwin Steinhauer erinnerte besonders an ihre Ehrlichkeit und Direktheit. Er kannte Mangold bereits seit den 1970er-Jahren, auch sein Vater war mit ihr gut bekannt. „Die Erni wird auch meinen Vater treffen, darum hab ich ihr die Grüße auch mitgegeben an meinen Herrn, der vor beinahe 30 Jahren gestorben ist“, sagte Steinhauer.
Schottenberg über Mangold: "Sie war sehr streng"
Nicht nur auf der Bühne und vor der Kamera hinterließ Mangold Spuren. Jahrelang unterrichtete sie den Schauspielnachwuchs in Wien und Salzburg. Einer ihrer Schüler am Max-Reinhardt-Seminar war Regisseur und Schauspieler Michael Schottenberg. „Sie war unerbittlich, sie war sehr streng. Sie war vor allem auf Wahrheit bedacht, was die anderen Lehrer nicht waren“, erinnerte sich Schottenberg. Was Studierende anderswo über das Verstellen und Rollenspielen gelernt hätten, sei bei Mangold verboten gewesen.
Mangolds Blick auf Männer
Auch Wiens Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) würdigte Mangolds außergewöhnliche Karriere. Im Laufe ihres rund 70-jährigen Berufslebens habe sich die Schauspielerin erfolgreich von der Rolle der begehrten Frau befreit. Mangold habe einen scharfen Blick auf Männer und auf jene Zeit gehabt, in der sie aufgewachsen sei. Kaup-Hasler erinnerte an ihre „Widerborstigkeit“ und daran, wie genau Mangold den Menschen zugehört habe. Sie sei eine „unfassbare Persönlichkeit und interessante Frau“ gewesen. Mit Erni Mangold verliert Österreich eine Schauspielerin, die über Jahrzehnte Theater, Film und Fernsehen geprägt und ihr Wissen an zahlreiche jüngere Kollegen weitergegeben hat.