Im Vorjahr fast 39.000 Asylanträge

Die Zahlen stiegen 2021 wieder stark an. Die meisten Antragsteller waren Männer und kamen aus Syrien, Afghanistan – und Marokko.
Autor: Gert Damberger, 01.03.2022 um 10:59 Uhr

Der Ukraine-Krieg lässt eine neue Flüchtlingsbewegung in Richtung Österreich erwarten. Dabei sind die Asylzahlen schon im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Laut den auf der Innenministeriums-Homepage veröffentlichten (vorläufigen) Zahlen wurden 38.638 Anträge gestellt nach 14.775 im Jahr 2020. Ukrainer machten bisher eine kleine Gruppe aus. 2021 gab es nur 88 Anträge. Insgesamt handelt es sich bei den Zahlen um den höchsten Wert seit einigen Jahren. Zuletzt gab es 2016 mehr Anträge, nämlich über 42.000. Zum Höhepunkt der Flüchtlingswelle im Jahr 2015 waren es sogar 88.340.

Kaum Chancen für Marrokaner

Was die Geschlechter-Verteilung angeht, ist der größte Teil der Flüchtlinge männlich, mehr als 85 Prozent. Antragsstärkste Nationen sind Syrien, gefolgt von Afghanistan. Auf Platz drei folgt Marokko. 1.865 Bürger des nordafrikanischen Landes suchten um Asyl an, obwohl die Chance auf einen positiven Bescheid ausnehmend gering ist. Nur drei Marokkanern wurde im Vorjahr rechtskräftig Asyl gewährt. Fast 1.400 erhielten negative Bescheide.

Somalis auf Platz vier

Asyl zugestanden wurde bei gut 77 Prozent der syrischen Anträge. Somalis, im Vorjahr viertgrößte Gruppe an Asylwerbern, haben mit mehr als 61 Prozent ebenfalls eine hohe Anerkennungsrate. Interessanterweise eine bessere Chance als Afghanen hatten Türken. Dafür sind die Afghanen wieder jene Gruppe, die die meisten subsidiären Schutzgewährungen erhielt, quasi ein "Asyl light". Bei den humanitären Aufenthaltstiteln liegen die Iraker an der Spitze, gefolgt von den Afghanen, allerdings nur knapp vor russischen Flüchtlingen.