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Porsche 911 GT3
Test: Porsche 911 GT3
Test: Porsche 911 GT3
Houdek/Porsche

Porsche 911 GT3: Am Großglockner mit dem RS und seinen Kollegen

10.10.2026 um 16:42, Werner Christl
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Gleich drei messerscharfe Modelle des Porsche 911 GT3 hier im Test: Der GT3 "RS", der GT3 mit Touring Paket und das GT3 S/C Cabrio.

Der Porsche GT3 ist so etwas wie der Olymp in Sachen Porsche. Und wer einmal den GT3 RS fahren durfte, hat so etwas wie den Ritterschlag im Sportwagenbereich erhalten. Wir haben gleich drei unterschiedliche Porsche 911 GT3 getestet. Den GT3 mit Touring-Paket, die Cabrioversion und die Rennsemmel schlechthin, den Porsche 911 GT3 RS. Damit der GT3 nicht unterfordert ist, ging es auf Kurvensuche. Fündig wurden wir auf dem Weg von Salzburg über Berchtesgaden, Lofer, Zell am See und schließlich am Großglockner. Resultat: flauer Magen, geradegebogene Kurven, etwas Ehrfurcht und viel Spaß. Bevor wir uns um die einzelnen GT3s kümmern, hier einige Eckdaten. 510 PS, null bis 100 in 3,9 Sekunden, Spitze bis 313 km/h – je nach Modell.

Drehzahlorgien mit dem Rennmonster

Bei der Drehzahlanzeige kann einem schon Angst und Bange werden, denn bis ungefähr 9.000 Umdrehungen ist man noch im grünen Bereich! So geht es im zweiten Gang, wenn notwendig, förmlich unendlich vorwärts. Es fühlt sich so an, als hätte der Porsche 911 GT3 RS in Sachen Umdrehungen keine Grenzen- immer wieder schaut man auf die Anzeige und wundert sich, dass einem die Zylinder des 4,0-Liter-Hochdrehzahl-Boxermotors nicht um die Ohren fliegen. Laut ist der RS sowieso und eine gewisse Härte kann man dem Deutschen nicht absprechen. Allerdings: nicht so hart, dass nach vier Stunden Fahrt der Gang zum Rückendoktor droht. Typisch Porsche – die stimmen das Fahrwerk ganz fein ab. Wer allerdings nicht gerne angeguckt wird, sitzt im falschen Auto. Der Heckflügel ist eben für die Rennstrecke gedacht und hat die Größe einer Sitzbank. Dieser Verstellbare „Flügel“ soll bei 200 km/h einen Anpressdruck von über 400 Kilo erzeugen. Bei 285 km/h sollen gar 860 Kilo sein. Das können wir natürlich nicht bestätigen, den unser Leben und der Führerschein waren uns doch wichtig. 

GT3 RS als Leichtgewicht

Nur 1.400 Kilogramm leicht ist Porsches Speerspitze. Zum Vergleich: Manche VW-Golf-Modelle liegen auch in diesem Gewichtsbereich! Im Grunde ist ein Porsche 911 GT3 RS rennfertig und kann direkt auf jeder Rennstrecke um die Kurven gescheucht werden. Von Null auf 100 Sachen geht es in nur 3,4 Sekunden. Ein Auto, an das man sich allerdings mit etwas Ehrfurcht und Hirn herantasten sollte. Dann allerdings macht der Deutsche unglaublich viel Spaß. Das PDK-Doppelkupplungsgetriebe schadet übrigens nicht, denn so hat man mehr Zeit das Geschoss mit beiden Händen dorthin zu lenken, wo sich Asphalt befindet und keine Botanik. Eine vorderen Kofferraum wie andere GT3s hat der „RS“ nicht. Dort sitzt zusätzliche Technik. Das Ding will ja zusätzlich gekühlt werden. Man muss eben Prioritäten setze. Hier geht es um Performance und nicht um langweilige Köfferchen.

GT3 Touring Paket 

Der Wolf im Schafspelz: Im Grunde ist dieser GT3 nur eine Spur von der RS-Version entfernt. 510 PS zeigen das deutlich. Er wirkt zwar edel, wäre aber ganz klar auch auf der Rennstrecke daheim. Ja, laut ist er ebenfalls, der Sportwagen aus Zuffenhausen! Das Fahrwerk ist eindeutig auf das Schlucken von Kurven getrimmt. Auch mit Touring-Paket ist dieser GT3 kein Weichspüler, sondern ein straffer Rennwagen. Unterm Strich ist diese Version aber alltagstauglicher als es der Kollege mit dem Namenskürzel „RS“ ist. Ob der Sound im Porsche 911 GT3 RS schärfer ist, würden wir nicht mit eindeutigem „Ja“ beantworten. Die Touring-Variante röhrt wie ein Hirsch zur Brunftzeit. Die Drehzahlen turnen ebenfalls dort herum, wo in anderen Autos schon bei der Hälfte der Drehzahlen der Abschleppwagen kommt. Heißt: Der 911 GT3 Touring sieht eleganter aus als der GT3 RS, ist aber ein absolutes Rennpferd mit viel Temperament. Und wer auf Handschaltung steht, ist hier im Schalterhimmel. Es ist eine Wonne, die Schaltkulisse zu bedienen. Auch wenn der RS etwas Besonderes ist – der „Touring“ ist für uns etwas runder und so etwas wie der Sieger der drei getesteten Varianten. Ein Alleskönner!

GT3 S/C Cabrio

 Auch die Cabrioversion, genannt Sportcabrio, ist nicht minder scharf. Auch hier werkt der 4,0-Liter-Saugmotor mit 510 Pferden. Wirklich überrascht hat uns das automatische Verdeck. Dieses dämmt brutal gut und wer es im Innenraum angreift, merkt, dass hier kein Stofffetzen zum Einsatz kommt. Das gesamte Verdeck ist extrem stabil und Außengeräusche kommen kaum störend durch. Gut, den Motor hört man ganz klar. Das ist aber so gewollt und Sinn der Sache. Wer möchte, kann das Verdeck bis zu einer Geschwindigkeit von 50 km/h in zwölf Sekunden automatisch öffnen. Ein automatisches Windschott gibt es ebenfalls. Dank vieler Carbonteile ist die Version ohne Dach nur 1.490 Kilo leicht. Auch die Felgen sind extraleicht. 

Fazit Porsche 911 GT3

Ein Porsche 911 GT3 ist ein Auto, das wohl keinen kalt lässt. Die hohen Drehzahlen überraschten uns immer wieder, die Agilität in den Kurven sind eine Wucht, der Sound Inferior usw. Also kommen wir zu einem unangenehmen Thema. Dem Preis: So ein Porsche 911 GT3 ist erst ab 305.000 Euro zu haben! Alleine die Normverbrauchsabgabe liegt bei Zigtausenden Euro!

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