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Martin Seiter
Martin Seiter
Joachim Haslinger, Franz Pfluegl, oberbank

Zwischen Lederhose und Leadership

07.04.2026 um 09:03, Johanna Lengauer
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Steuermann 2.0. Mit 25 Jahren jüngster Filialleiter, 5 Jahre im Vorstand der Oberbank – nun designierter Generaldirektor.

Sie sind in Ebensee aufgewachsen und im Salzkammergut in einem Trachtenverein verwurzelt. Welchen Stellenwert hat Tradition in Ihrem Leben und prägt sie auch Ihre Haltung als Führungspersönlichkeit in einer modernen Bank?    
Tradition stiftet Identität, stärkt die Gemeinschaft und verbindet Gene­rationen. Für mich als Gmundner ist das Maibaumaufstellen am Rathausplatz, natürlich mit Muskelkraft, ein jährlicher Höhepunkt. Unser Trachtenverein hält diese Tradition hoch. Das erfordert Engagement, Ausdauer und Verlässlichkeit – Qualitäten, die auch im Berufsleben zählen. 

Was verändert sich im täglichen Miteinander, wenn man vom Kollegen an die Spitze der Bank rückt?    
Ich bin seit 20 Jahren in der Oberbank, die vergangenen fünf Jahre im Vorstand, man kennt mich und meine Arbeitsweise. Diese jahrzehnte­langen Beziehungen sind ein tragfähiges Fundament, auch wenn es einmal unpopuläre Entscheidungen gibt.

Stichwort „Talentschmiede Oberbank“: Führungspositionen werden im Haus traditionell aus den eigenen Reihen besetzt. Was sagt das über die Kultur Ihrer Bank aus und über das Vertrauen in die eigene Mannschaft?     
In der Oberbank werden Leistung und Entwicklung großgeschrieben, bei uns gibt es keine politischen Besetzungen. Wir investieren sehr viel in die Entwicklung unserer Mitarbeiter:innen und geben das klare Versprechen, dass man kraft eigener Leistung jede Posi­tion erreichen kann – ich selbst bin das beste Beispiel dafür.
 

Begleitet von Ehefrau Sabrina, glänzte Martin Seiter beim heurigen Opernball und in Bestform sah man den sportlichen Enthusiasten beim Oberbank Marathon 2025.


Generaldirektor Gasselsberger bescheinigt Ihnen große Leader­ship-­Qualitäten. Wie würden Sie Ihren Führungsstil beschreiben?    
Ich würde diesen als direkt und ­konsequent bezeichnen. Ich bin anspruchsvoll, aber klar ist, dass ich nur das verlange, was ich auch selbst bereit bin zu tun.

Mit Ihrem Hintergrund im Firmen- und Treasury-Bereich sowie Ihrer besonderen Vertriebsstärke: Was macht für Unternehmen heute einen starken Bankpartner aus?     
Wir wollen die erste Adresse für ­unsere Kund:innen sein. Unternehmen brauchen einen Sparringspartner für komplexe Sachverhalte und sie brauchen rasche Entscheidungen. Die Nähe zu unseren Kund:innen ist unser Erfolgskonzept, ich selbst besuche etwa 300  Unternehmen im Jahr – nur so weiß ich, was die Unternehmer:innen auch wirklich bewegt.

Woran werden wir ab 1.1.2027 spüren, dass Sie die Bank führen?     
Natürlich hat jeder seinen eigenen Stil, seine eigene Handschrift, aber an den Grundfesten des Unternehmens – ­unseren Werten, allen voran dem Erhalt der Unabhängigkeit – werde ich nicht rütteln. Mit unserem Strategieprozess 2030 werden wir unseren erfolgreichen Expansionskurs fortsetzen.

Und ganz persönlich gefragt: In herausfordernden Zeiten zeigt sich Führung besonders deutlich. Worauf greifen Sie persönlich zurück, wenn schwierige Entscheidungen anstehen?     
Ich setze bei allen wesentlichen Entscheidungen auf Kommunikation und Dialog, denn es ist ganz wichtig, dass kein Vakuum entsteht, sondern dass alle Orientierung haben, wohin die ­Reise geht. Ich pflege auch ein ausgezeichnetes Verhältnis zu unserer Belegschaftsvertretung. Der Zusammenhalt in der Oberbank ist legendär und trägt uns auch in schwierigen Zeiten.     

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