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Karin Leitner
Karin Leitner
Andreas Brugger, StadtLinzDeimling, Stadt Linz, Wolfgang Hofer, Stadt Linz Sturm

Politik braucht Nähe

27.02.2026 um 00:00, Johanna Lengauer
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Und den Blick auf Morgen. Wer die Erste Vizebürgermeisterin kennt, weiß, ihr politisches Handeln beginnt nah am Menschen und ist klar in der Sache.

Sie waren viele Jahre im Konsumentenschutz tätig – wann war der Moment, in dem aus fachlicher Überzeugung politischer Gestaltungswille wurde?     
Während meiner Arbeit an der Umsetzung der Verbraucherkreditlinie. Dabei habe ich konkret erlebt, was sich für Menschen verbessern lässt, wenn man sich engagiert und politische Spiel­räume konsequent nutzt. Dieser Erfahrung entspringt mein Wunsch, nicht nur fachlich beratend, sondern selbst aktiv an politischen Entscheidungen mitzuwirken und zur Verbesserung der Lebensrealitäten beizutragen.    

Linz hat Sie bewusst geholt – was war für Sie ausschlaggebend, diese Aufgabe anzunehmen?    
Die Möglichkeit, direkt den Alltag der Linzer:innen zu verbessern. Besonders wichtig ist mir dabei, meine beruflichen Erfahrungen als Juristin ebenso einzubringen wie meine Perspektive als Mutter. Beides prägt meinen Blick auf politische Entscheidungen und hilft mir, rechtlich fundierte Lösungen mit Blick auf den Menschen zu entwickeln.            
     

                                                                      
Ihre Laufbahn ist von sozial- und gesundheitspolitischen Themen geprägt – was begleitet Sie in Ihrer politischen Rolle am stärksten?     
Meine rund zwanzigjährige Erfahrung, in der ich die Herausforderungen von Menschen in unterschiedlichen Lebensrealitäten kennenlernte. Diese Zeit hat mir gezeigt, wie entscheidend die eigene Haltung in der Politik ist. Nicht jedes Problem lässt sich sofort lösen, doch gegenseitiger Respekt und ­schrittweises Teamwork auf Augenhöhe sind entscheidend und prägen mein Tun. 

Als Juristin lösten Sie Probleme analytisch – wo aber stößt Rationalität in der Politik an Grenzen?    
Dort, wo persönliche Befindlichkeiten und Emotionen das Handeln bestimmen und Entscheidungen nicht nachvollziehbar getroffen werden. Gefühle haben in der Politik natürlich ihren Platz, weil sie Teil der menschlichen Lebensrealität sind, zugleich ist es wichtig, Diskussionen bei konkreten Entscheidungen auf eine sachliche ­Ebene zurückzuführen. Am Ende des Tages sollten Emotionen tragfähige Lösungen nicht blockieren, sondern in Verantwortung übersetzt werden.     

stets aktiv. Kinder zu fördern, bedeutet für die Linzerin, Zukunft zu gestalten.

Politik gilt oft als raues Feld – was braucht es, damit mehr Frauen diesen Schritt gehen (wollen)?    
Ein gemeinsames Verständnis dafür, dass Frauen nicht allein für das Wohl der Kinder und der Familie verantwortlich sind. Diese Aufgabe muss breit getragen werden. Wenn Frauen sich politisch einbringen, ist das nicht nur legitim, sondern notwendig. Dafür braucht es Rückenwind – im privaten Umfeld ebenso wie in der Gesellschaft. Erst wenn diese Unterstützung spürbar ist, wird Politik für mehr Frauen ein realistischer und attraktiver Weg.   
 
Was hat Ihnen sowohl politisch als auch menschlich seit Ihrem Amtsantritt am meisten abverlangt?       
Die Budgetverhandlungen gleich zu Beginn meiner Amtszeit waren herausfordernd, weil es nie einfach ist, bei diversen Themen zu sparen, die einem selbst sehr wichtig sind. Gleichzeitig ist es aber aktuell notwendig, klare Prioritäten zu setzen und notwendige Synergien zu nutzen. 

essen auf rädern. Die Politikerin unterstützt im Einsatz für andere dort, wo Hilfe im Alltag gefragt ist.

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