ÖAMTC-Flugrettung in Suben: 24 Stunden einsatzbereit
- 24-Stunden-Flugrettung in Suben
- Medizinische Notfallversorgung aus der Luft
- Christophorus Europa 3 im Nachtbetrieb
- Finanzierung der Nachtflüge
- Grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit Bayern
- Einsatzzahlen der Flugrettung
- Nachtversorgung in Oberösterreich
24-Stunden-Flugrettung in Suben
Während im Westen Österreichs bislang noch kein Notarzthubschrauber rund um die Uhr startklar war, hebt Oberösterreich nun auch nach Sonnenuntergang ab. Seit 25. September ist die ÖAMTC-Flugrettung in Suben 24 Stunden einsatzbereit. Damit wird ein Vorhaben Realität, das sich das Land bereits im Juni 2025 zum Ziel gesetzt hatte – und eine entscheidende Lücke in der Notfallversorgung geschlossen.
Weltweit wird die Medizin immer spezialisierter – und damit verändern sich auch die Anforderungen an die Notfallversorgung. Gerade in einem Flächenbundesland wie Oberösterreich muss schnelle Hilfe deshalb auch bedeuten, Patient:innen rasch in jene Zentren zu bringen, die auf ihre Behandlung spezialisiert sind. Nur so wird gewährleistet, dass die bestmögliche Versorgung keine Frage des Wohnorts ist.
Medizinische Notfallversorgung aus der Luft
Medizin im Anflug. Wenn jede Minute zählt, braucht es gezielte Hilfe. Die Flugrettung ist dabei weit mehr als ein Transportmittel, bringt Notärzt:innen schnell zum Einsatzort und ist neben dem bodengebundenen Rettungswesen ein unverzichtbarer Teil der oberösterreichischen Gesundheitsversorgung. Dafür steht bei der ÖAMTC-Flugrettung des Christophorus* Flugrettungsvereins ein Team mit Kompetenz und modernster Technik bereit.
Christophorus Europa 3 im Nachtbetrieb
Vier gewinnt. Während Christophorus 10 in Hörsching weiterhin tagsüber abhebt, ist Christophorus Europa 3 in Suben ab Herbst rund um die Uhr einsatzbereit. Damit betreibt die ÖAMTC-Flugrettung nach Krems in Niederösterreich sowie Niederöblarn und St. Michael in der Steiermark ihren vierten 24/7-Notarzthubschrauber – und stärkt damit vor allem die notärztliche Versorgung in den Nachtstunden sowie die medizinische Versorgungssicherheit. Schon bisher konnten Teile Oberösterreichs nachts von den Stützpunkten in Niederösterreich und der Steiermark mitversorgt werden. Mit Suben kommt nun erstmals ein entsprechender 24/7-Stützpunkt in Oberösterreich selbst hinzu. Damit wird die nächtliche Flugrettung im Bundesland weiter verdichtet. Mit einem zusätzlichen Ersatzfahrzeug am Stützpunkt in Suben kann die diensthabende Crew auch dann in den Einsatz gehen, wenn das Wetter Flüge nicht zulassen sollte.
Finanzierung der Nachtflüge
Millionen für die Nacht. Rund 2,25 Millionen Euro zusätzlich pro Jahr investiert das Land Oberösterreich für Nachtflüge ab Suben. Die Flugrettung in Hörsching und Suben ist bereits seit 2012 durch eine Vereinbarung zwischen dem Land und dem Christophorus Flugrettungsverein sowie ein Finanzierungsübereinkommen mit der ÖGK** abgesichert. Finanziert wird alles rund um den Nachtbetrieb – von Personal und Infrastruktur über Material bis zum Notarzthubschrauber.
Grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit Bayern
Bayern an Bord. Rund um die Vorbereitungen für den 24/7-Betrieb in Suben gab es einiges zu klären, vor allem wegen der länderübergreifenden Zusammenarbeit mit Bayern. Christophorus Europa 3 ist schließlich einer von nur zwei grenzüberschreitend eingesetzten Rettungshubschraubern Europas. Unterschiedliche Finanzierungssysteme und rechtliche Vorgaben mit den Partnern ÖAMTC und ADAC machten die Umsetzung komplex. Während Oberösterreich den finanziellen Hauptteil trägt, hängt der bayerische Beitrag von den Tarifen der dortigen Krankenkassen ab. Ein Beschluss des bayerischen Ministerrats ermöglicht neue Verhandlungen. Für den Nachtbetrieb wurden neue Pilot:innen, Flugretter:innen und Notärzt:innen ausgewählt und ausgebildet – die Crew wurde damit fast verdoppelt.
„Wir stehen in ganz Österreich gemeinsam vor großen Aufgaben bei der Gesundheit. Wir in Oberösterreich zeigen immer wieder, wie trotzdem etwas weitergeht. Zuletzt mit der Neuaufstellung der Holding und des Universitätsklinikums. Jetzt mit dem 24-Stunden-Betrieb des Hubschraubers.“
Thomas Stelzer
Einsatzzahlen der Flugrettung
2.654 Mal abgehoben. So oft waren die Rettungshubschrauber des Christophorus Flugrettungsvereins 2025 tagsüber in unserem Bundesland im Einsatz. 1.523 davon gingen allein auf das Konto von Christophorus Europa 3 in Suben. Für 2026 wird tagsüber mit einem leichten Plus gerechnet, nachts mit knapp 250 Einsätzen.
Nachtversorgung in Oberösterreich
30 Minuten, die zählen. Wie groß der Nutzen eines durchgehenden Flugbetriebs ist, zeigen die Erfahrungen der bestehenden 24/7-Stützpunkte: Allein 2024 wurden von Krems-Gneixendorf in Niederösterreich sowie St. Michael und Niederöblarn in der Steiermark 776 Nachteinsätze geflogen. Gerade in ländlichen Regionen und bei komplexen medizinischen Notfällen kann eine schnelle Hilfe aus der Luft entscheidend sein. Der nächtliche Einsatzradius liegt bei rund einer halben Flugstunde. Mit Suben kann damit erstmals ganz Oberösterreich auch nachts abgedeckt werden, ergänzt durch die bestehenden 24/7-Stationen C2 in Krems und C14 in Niederöblarn. Doch rund um die Uhr einsatzbereit zu sein, bedeutet weit mehr als verlängerte Dienstzeiten. Nachtflüge stellen besondere Anforderungen an Mensch und Maschine. Speziell ausgebildete Crews, adaptierte Instrumenten- und Innenbeleuchtung sowie Hubschrauber der neuesten Generation mit Helionix-Cockpit und 4-Achsen-Autopilot gewährleisten auch unter anspruchsvollen Bedingungen höchste Sicherheitsstandards.
* CFV = Christophorus Flugrettungsverein; ** ÖGK = Österreichische Gesundheitskasse