Nahrungsergänzungsmittel: Wie hilfreich sind sie wirklich?

Wer oft von Stress geplagt ist, und die Zeit rund um die Feiertage in Sachen Ernährung ihre Spuren hinterlassen hat, könnte ein Zuwenig an bestimmten Nährstoffen aufweisen. Wenn wir nicht ausreichend Vitamine und Mineralien zu uns nehmen, gerät der Nährstoffhaushalt aus dem Gleichgewicht. Der Körper sendet sichtbare, spürbare und schmerzhafte Signale. Treten die Symptome gebündelt auf, ist die Chance sehr groß, dass ein Nährstoffdefizit die Ursache sein kann. Diese Merkmale können, müssen aber nicht mit einem Mangel zusammenhängen. Ein Bluttest und ein Gespräch mit dem Arzt können ganz genau darüber Aufschluss geben, ob Nährstoffe fehlen und wenn ja, welche das sind – eine Selbstdiagnose ist hier daher nicht ratsam.

Nährstoffmangel

Wenn wir von einem Nährstoffdefizit sprechen, meinen wir das Fehlen der essenziellen Stoffe, die unseren Körper überhaupt erst lebens- und funktionsfähig machen. Dazu zählen Wasser, Sauerstoff, Mikronährstoffe, wie Spurenelemente, Mineralstoffe, Vitamine, und Makronährstoffe, wie Proteine, Kohlenhydrate, Fette. Gemeinsam mit unseren Experten zeigen wir Ihnen, wie es zu einem Mangel kommt, welche Mängel besonders häufig sind, welche Symptome auftreten und wie Sie Ihren Nährstoffspeicher am besten wieder auffüllen können.

Warum NEM?

Wie kommt es zu einem Nährstoffmangel und wie wirkungsvoll sind die heiß umstrittenen Nahrungsergänzungsmittel, kurz NEM genannt, wirklich? Oft können Defizite nach einer Krankheit, bei übermäßigem Sport, bei regelmäßigem Rauchen oder während der Einnahme von bestimmten verschriebenen Medikamenten, wie Antibiotika oder Schmerzmitteln, entstehen. Hierbei braucht unser Körper mehr Nährstoffe als üblich. Auch in der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Unverträglichkeiten, wie Histamin- oder Fructose- Intoleranz, bei Alkoholismus, aber auch im hohen Alter kann es schnell zu Mangelerscheinungen kommen. Wer sich nicht ausgewogen ernährt, zum Beispiel durch zu viele Diäten, Fertigprodukte oder zu einseitigem Veganismus, enthält dem Körper möglicherweise auch essenzielle Nährstoffe vor.

NEM - Nahrungsergänzungsmittel

Kraftpaket

Nahrungsergänzungsmittel können hier rasch Abhilfe schaffen. Diese enthalten Nährstoffe wie Vitamine oder Mineralstoffe, die auch in normalen Lebensmitteln vorkommen – allerdings höher dosiert und in konzentrierter Form. Sie werden zum Beispiel als Tabletten, Kapseln, Pulver, Brausetabs oder Säfte angeboten. Ein Nahrungsergänzungsmittel kann pflanzliche Stoffe wie etwa Artischocke enthalten, tierische wie Fischöl oder synthetisch hergestellte, wie die meisten Vitamine es sind. Nahrungsergänzungsmittel werden oft im Rahmen (alternativ-) medizinischer Behandlungen angeboten. Sie dürfen jedoch nicht wie Medikamente wirken, also beispielsweise den Blutdruck oder den Blutzuckerspiegel senken. Hätte ein Produkt eine solche Wirkung, müsste es als Arzneimittel zugelassen werden. Häufig erwecken NEM jedoch den Eindruck, es handle sich um Medikamente. Doch dem ist nicht so: Rein rechtlich betrachtet fallen sie in die Gruppe der Lebensmittel. Der Weg eines NEM in den Handel unterliegt demzufolge weniger strengen Zulassungskriterien und Untersuchungen, als es bei Arzneien der Fall ist. Unbedenklich ist die Einnahme von NEM dennoch nicht, da es durchaus zu Überdosierungen oder Wechselwirkungen kommen kann. Da diese zumeist frei verkäuflich sind, lohnt es sich, zuvor von Experten wie einem Arzt oder Fachhändler beraten zu werden.

Richtige Dosierung

Der große und womöglich Hauptvorteil von Nahrungsergänzungsmitteln ist der, dass der Körper eine weit höhere Menge an zusätzlich benötigten Stoffen aufnimmt, als es über die normale Ernährung möglich wäre. Somit können Defizite, die im Körper als Mangelerscheinung auftreten, wieder beseitigt werden. Dennoch sollte man beachten, dass Nahrungsergänzungsmittel eine ausgewogene Ernährung nicht ersetzen können und Dosierung und Anwendungsdauer immer vorher mit einem Experten abgeklärt werden sollten. Selbstverständlich können diese wichtigen Vitamine und Mineralstoffe auch über unsere tägliche Ernährung aufgenommen werden: Fleisch und Fisch, Eier und Milchprodukte sowie Getreide, Hülsenfrüchte, Pilze und Nüsse sind damit wichtige Quellen für diese wichtigen Mikronährstoffe.

Wasserkraft

Daneben können auch Nahrungsergänzungsmittel mit Biotin, Zink, Selen oder Kupfer oder auch Kombiprodukte, die speziell für die Nährstoffversorgung der Haare konzipiert sind, helfen, die individuelle Ernährung gezielt zu ergänzen und so eine ausreichende Nährstoffversorgung sicherzustellen. Dies ist auch besonders für Menschen interessant, die sich vegan ernähren und damit auf sämtliche tierische Lebensmittel verzichten, die gute Nährstoffquellen für viele wichtige Nährstoffe sind. Wichtig ist es zudem, ausreichend Wasser zu trinken. Denn von einer ausreichenden Flüssigkeitsversorgung des Körpers profitieren neben der Haut auch die Haare. Sie bestehen neben dem Protein Keratin, Lipiden und dem Farbpigment Melanin zu 10 bis 15 Prozent aus Wasser. Jeder von uns sollte mindestens 1,5 bis 2 Liter täglich trinken. Sehr gut eignen sich stilles Wasser, Mineralwasser sowie Kräuter- und Früchtetees.

Autor: Violeta Danicic, 04.06.2021