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Plastische Chirurgie
Matthias Koller studierte Medizin in Innsbruck und Freiburg und absolvierte seine Facharztausbildung bei den Barmherzigen Schwestern in Linz.
Matthias Koller studierte Medizin in Innsbruck und Freiburg und absolvierte seine Facharztausbildung bei den Barmherzigen Schwestern in Linz.
soulspacestudios / mathias lauringer, julia traxler / kollerplast

Matthias Koller im Dekolleté-Talk: Jetzt wird’s intim

28.09.2026 um 07:00, Magdalena Maria Fuchs
min read
Matthias Koller im intimen Dekolleté-Talk: Antworten auf die Fragen, die Frauen wirklich interessieren, aber selten laut aussprechen.

Vergrößern, verkleinern oder doch etwa straffen – welcher Wunsch führt Frauen oft zu Ihnen?
Matthias Koller: In meiner Praxis halten sich die Anfragen zu Brustvergrößerungen und -straffungen in etwa die Waage, dicht gefolgt von Brustverkleinerungen.

Bei einer Vergrößerung: Wie entscheiden Sie, ob Implantate oder Eigenfett die beste Lösung sind?
Matthias Koller: Eigenfett kommt für mich nur infrage, wenn es um minimale Auffüllungen geht, da es praktisch nicht möglich ist, eine Cup-Größe mehr in einer Sitzung zu erreichen. Dafür wären mehrere OPs notwendig. Außerdem ist Eigenfett nicht formgebend und meist besteht nicht nur der Wunsch nach mehr Volumen, sondern vor allem nach einer Formkorrektur. Das gelingt deutlich besser mit Implantaten.

Braucht es nach Schwangerschaft oder Gewichtsabnahme bei einer „leer“ gewordenen Brust eher Volumen oder eine Straffung?
Matthias Koller: Meistens beides, denn neben der hängenden Brust durch die Erschlaffung der Haut und des Gewebes hat die Brust oft auch an Volumen verloren. Ist allerdings genug Eigengewebe vorhanden und dieses nur nach unten gesunken, ist auch eine Straffung ohne Implantate möglich.

Nahaufnahme Matthias Koller
Matthias Koller ist Facharzt für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie und spricht über Brustvergrößerungen und die Fragen, die Frauen dabei beschäftigen.

Kann frau ihre Brust eigentlich straffen, ohne dabei Volumen zu verlieren – oder ist die Vorstellung „alles wie vorher, nur wieder weiter oben“ unrealistisch?
Matthias Koller: Das ist möglich, außer die Brust ist generell schwer, denn dann wird sich das Gewebe wieder nach unten verlagern. Man sollte also zumindest so viel reduzieren, dass der Zug der Brust nach unten deutlich verringert wird.

Kaum eine von uns hat vollkommen identische Brüste. Wie viel Symmetrie sollte eine OP schaffen, ohne künstlich zu wirken?
Matthias Koller: Symmetrie ist prinzipiell das Ziel, allerdings gibt es teilweise erhebliche Unterschiede, die etwa die Breite der Brust oder die Höhe der Unterbrustfalte betreffen. Hier ist es wichtig, die Dehnung des Hautmantels miteinzubeziehen und auch die Wirkung des Implantats als Expander der Haut einzusetzen. Ist beispielsweise auf einer Seite im inneren Brustbereich weniger Haut vorhanden, kann über Monate die Haut durch das Implantat so weit gedehnt werden, dass letztlich eine Symmetrie zur Gegenseite entsteht. Deshalb spricht man auch bei einer Brust-OP frühestens nach einem Jahr von einem Endergebnis.

Wie viel Einfluss haben Sie tatsächlich aufs Dekolleté? Kann ich sagen: „Ich möchte meine Brüste näher zusammen“ – oder setzt die Anatomie hier klare Grenzen?
Matthias Koller: Die Anatomie setzt zweifelsohne Grenzen, allerdings kann man durch die richtige OP-Technik und die Auswahl der hierfür geeigneten Implantate den Abstand zwischen den Brüsten deutlich verringern und auch bezüglich des Dekolletés sehr auf die individuellen Wünsche eingehen.

Für mich ist entscheidend, dass der Wunsch nach einer Veränderung von der Patientin selbst kommt – nicht von mir als Chirurgen.

Matthias Koller, FA für plastisch-ästhetische Chirurgie & Allgemeinmediziner
Brustchirurgie und Körperbild mit Fokus auf Wohlbefinden und Lebensqualität
Brustchirurgie kann dazu beitragen, sich im eigenen Körper wieder wohlzufühlen und ein Stück Lebensqualität zurückzugewinnen.

Stichwort „Brustwarzen“: Lassen sich Größe, Position oder Form bei einer Brust-OP mitkorrigieren?
Matthias Koller: Durch eine kurze T-förmige Straffungsnarbe kann dieser Bereich immer mitkorrigiert werden. Dabei lassen sich sowohl Position als auch Größe anpassen.

Und störende Fettpolster oder Gewebeüberschüsse bei den Achseln?
Matthias Koller: Meist handelt es sich dabei nicht um Fettpolster, sondern um Ausläufer des Brustdrüsengewebes. Das ist auch der Grund, warum eine Absaugung in diesem Bereich meist nicht das gewünschte Ergebnis bringt. Oft bessert sich diese Region jedoch, wenn die Brust durch eine Vergrößerung bzw. Straffung mehr Projektion bekommt und so dieses Gewebe teils geglättet wird.

Was machen Gewichtsschwankungen mit meiner operierten Brust?
Matthias Koller: Normale Schwankungen stellen in der Regel kein Problem dar. Zu schneller Gewichtsverlust kann jedoch das Ergebnis insofern negativ beeinflussen, als dass die Haut überschüssig wird und eventuell zu hängen beginnt.

Und wie verändert sich mein OP-Ergebnis durch die Menopause?
Matthias Koller: Hormonumstellungen können durchaus einen Einfluss haben. Generell verlieren die Haut und das Bindegewebe an Elastizität, was zu einem Absinken der Brust führen kann.

KOLLERPLAST mit spezialisiertem Team für Brustchirurgie und persönliche Betreuung
KOLLERPLAST verbindet langjährige Erfahrung in der Plastischen Chirurgie mit persönlicher Betreuung und einem erfahrenen Team.

Kann ich nach dem Eingriff irgendwann wieder völlig selbstverständlich auf dem Bauch schlafen – auch mit Implantaten?
Matthias Koller: Auch wenn es in den ersten Monaten oder innerhalb des ersten Jahres noch als unangenehm empfunden wird, so ist Schlafen in Bauchlage später meist problemlos möglich. Für die Monate nach der OP empfiehlt sich beispielsweise bei einer Massage, ein gefaltetes Handtuch auf den Oberbauch zu legen, um die Brust zu entlasten.

Wie sieht es mit Mammografie und Brustkrebsvorsorge aus: Gestalten sich Untersuchungen mit Implantaten anders?
Matthias Koller: Die Brustkrebsvorsorge ist auch mit Implantaten möglich und sollte auch unbedingt wahrgenommen werden. Es empfiehlt sich, bei der Radiologie vor der Untersuchung bekannt zu geben, dass man Implantate hat. Auch eine Mammografie kann mit Implantaten durchgeführt werden.

Können Implantate wirklich ein Leben lang Teil unseres Körpers bleiben – oder müssen wir mit einer weiteren OP rechnen?
Matthias Koller: Also grundsätzlich müssen Implantate nicht getauscht werden, solange keine Beschwerden oder medizinischen Gründe auftreten, die einen Wechsel erforderlich machen.

Gibt es eine Jahreszeit, die Sie für einen Eingriff bevorzugen, und ist „nicht im Sommer“ ein Mythos?
Matthias Koller: Der beste Zeitpunkt ist, wenn man sich danach einige Tage lang körperlich schonen kann. Für manche ist dafür der Winter besser geeignet, für andere Patientinnen wiederum der Sommer. Das hängt vom individuellen Beruf und Freizeitverhalten ab. Für mich persönlich aber haben Brustoperationen keine Saison – ich bin das ganze Jahr über für meine Patientinnen da.

Wie lange merke ich im Alltag, dass ich operiert wurde – beim Haarewaschen, Autofahren, Kinderhochheben, Sport oder Sex?
Matthias Koller: Schon nach wenigen Tagen ist man fähig, den Alltag normal zu gestalten. Die ersten sechs Wochen sollte man jedoch keinen Sport betreiben. Sex ist nach wenigen Wochen mit etwas Vorsicht auch problemlos möglich.

Und zum Schluss: Bei welcher lapidaren Anfrage denken Sie sofort: Stopp, hier wird mein Skalpell nicht zum Einsatz kommen?
Matthias Koller: Eine klare Grenze ist für mich die Frage: „Schauen Sie mich an und sagen Sie mir, was Sie an mir operieren würden.“ Mir ist wichtig, dass eine Patientin selbst einen klaren und präzisen Wunsch äußert. Erst dann steckt ein entsprechender Leidensdruck dahinter, der eine Operation auch wirklich sinnvoll macht.

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