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OÖVP-Klubobfrau Margit Angerlehner
OÖVP-Klubobfrau, Bürgermeisterin und Unternehmerin Margit Angerlehner im moments-Interview.
OÖVP-Klubobfrau, Bürgermeisterin und Unternehmerin Margit Angerlehner im moments-Interview.
Antje Wolm

Margit Angerlehner über Familie, Jugend und OÖ-Politik

11.10.2026 um 17:10, A B
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OÖVP-Klubobfrau Margit Angerlehner spricht über ihre Rollen als Unternehmerin und Bürgermeisterin, Leistung, Kinder und klare Haltung in der Politik.

​Was Kinderland Nr. 1 für Margit Angerlehner bedeutet

Oberösterreich soll zum Kinderland Nr. 1 werden – was verstehen Sie persönlich darunter?
Ein Kinderland ist für mich ein Land, in dem man gern Kinder bekommt und Familien von der Geburt bis zum Erwachsenwerden begleitet werden – von finanziellen Beihilfen über die Kinderbetreuung bis zur Bildung. Dabei reicht es nicht, Kindergärten zu bauen. Wir brauchen auch ausgebildete Pädagog:innen, die unsere Kinder begleiten und aufs Leben vorbereiten. Was mir besonders am Herzen liegt, ist das spielerische Sprachenlernen. Wenn ich bei uns in der Gemeinde durch den Kindergarten gehe, sehe ich, wie schnell Kinder lernen und wie viel Freude ihnen etwa ein englisches Lied macht. Daraus ist eine Idee entstanden, die ich als Klubobfrau aufgegriffen habe: Wie fördern wir das frühe Lernen einer zweiten Sprache – und helfen Kindern, die noch kein Deutsch sprechen? Dazu haben wir eine Studie* in Auftrag gegeben, die wir kürzlich vorgestellt haben – mit eindeutigen Ergebnissen: Zwei Drittel der Befragten finden es sinnvoll, schon im frühen Kindesalter damit zu beginnen. Sprachen braucht man schließlich in allen Bereichen, im Beruf, im Urlaub, und immer öfter auch beim Lesen einer englischen Bedienungsanleitung. Deshalb soll es für interessierte Kindergärten ein freiwilliges Angebot mit Gedichten, Spielen und Liedern geben. So lernen die Kinder ganz nebenbei, mit Freude und ohne Druck. Mir ist wichtig, Kindern früh Chancen zu eröffnen, die ihnen später das Leben erleichtern.

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Margit Angerlehner beim 80-Jahr-Jubiläum der Markterhebung in Bad Schallerbach.
Die Politikerin beim Jubiläum der Markterhebung in Bad Schallerbach.

Wirtschaft, Familie und Sicherheit

Welche drei Anliegen stehen für Sie politisch an erster Stelle?
Ich engagiere mich in der Politik, damit die Menschen sagen können: „Ich lebe gerne in Oberösterreich und möchte nirgendwo anders leben.“ Dafür stehen für mich folgende Themen im Mittelpunkt: Erstens die Wirtschaft – wir müssen Unternehmen unterstützen und Arbeitsplätze erhalten, denn beides gehört untrennbar zusammen. Dazu zählt für mich auch die Landwirtschaft, die wirtschaftlich arbeiten können muss und uns mit Lebensmitteln versorgt. Zweitens die Familie – wir brauchen starke Familien und Strukturen, in denen Kinder gut aufwachsen können. Das ist ein Auftrag über Generationen hinweg. Und drittens die Sicherheit – bei allem, was weltweit passiert, möchte ich, dass wir hier ohne Angst leben können.

Familien und Kinder rücken vor Wahlen stets ins Rampenlicht – wie ist das bei Ihrer Partei?
Die Volkspartei war immer schon die Familienpartei, und diesen Stellenwert hat das Thema bei uns auch weiterhin. Die Familie ist das Herzstück der Gesellschaft. Natürlich wird ein so emotionales Thema vor Wahlen gerne aufgegriffen. Für mich zählt aber, wer sich dauerhaft für Familien einsetzt und im Alltag etwas für sie verbessert.

​Warum Kinder wieder mehr freie Zeit brauchen

Was fehlt der Jugend im Land aus Ihrer Sicht am meisten?
Ich glaube, Kinder brauchen wieder mehr Ruhe und Zeit, einfach Kind zu sein. Es gibt ein riesiges Freizeitangebot – vom Ballett über Fußball bis zum Musikunterricht. Das ist grundsätzlich schön, und Eltern wollen ihren Kindern natürlich das Bestmögliche bieten. Oft werden die Kinder von einem Unterricht zum nächsten gefahren. Da bleibt kaum Zeit, mal nichts zu tun, frei zu spielen oder einfach zusammenzusitzen. Wir müssen uns wieder bewusst machen, dass nicht jede freie Stunde verplant sein muss – auch gut gemeinte Angebote können Kindern mal zu viel werden.

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Margit Angerlehner im Gespräch mit moments-Herausgeberin Johanna Lengauer.
Margit Angerlehner spricht mit moments-Herausgeberin Johanna Lengauer über ihre Erfahrungen in der Politik.

Wie Jugendliche für Politik gewonnen werden können

Wie viel Lust auf Politik hat die Next Gen – und trifft klassische Parteipolitik noch ihren Nerv?
Ich persönlich mache viele gute Erfahrungen. Es heißt ja oft, Jugendliche interessieren sich nicht für Politik. Aber es hat sich nie jede:r dafür interessiert. Als Bürgermeisterin lade ich einmal im Jahr zum Pizzaessen mit Jugendlichen ein. Dazu gibt es einen Workshop, ganz oldschool mit Aufschreiben: Was wünschen sie sich, und was können wir uns als Gemeinde leisten? Etliches davon haben wir umgesetzt, und jetzt gehen wir in die nächste Runde. Auch die Werkstatt für Demokratie und der Jugendlandtag werden sehr gut angenommen. Die Jugendlichen führen Interviews mit Abgeordneten und gestalten eine Zeitung oder ein Video. Ich glaube, dort, wo man sie einbindet, wollen sie dabei sein. Aber man muss aktiv auf sie zugehen. Wenn sie selbst mitarbeiten, erleben sie, wie Demokratie funktioniert: Nicht ein:e Einzelne:r bestimmt alles, man muss für die eigenen Ideen um Zustimmung werben und Mehrheiten finden. Zu merken, dass auch andere den eigenen Vorschlag gut finden müssen, damit er umgesetzt werden kann, ist oft ein richtiges Aha-Erlebnis.

Steckbrief

Geboren am: 11.11.1972 in Wels

Wohnort: Oftering

Beruflicher Weg: Lehre zur Damenkleidermacherin im Maßsalon Erika Peschko, Meisterprüfung, Gründung von „Mode im Maß der Zeit – Margit Angerlehner“

Politisch aktiv: seit dem Eintritt in den Wirtschaftsbund OÖ 2010

Politischer Weg: Gemeinderätin in Oftering, seit 2020 Landesobfrau-Stv. des Wirtschaftsbundes OÖ, seit 2021 Bürgermeisterin von Oftering, seit 2024 OÖVP-Klubobfrau

Beruf: Unternehmerin / Politikerin

Persönliches Motto: „Arbeite und strebe, aber lebe!“

Mein kleines Geheimnis: Als Kind wollte ich Sängerin werden.

Margit Angerlehner bei einem Auftritt im oberösterreichischen Landtag.
Margit Angerlehner bei ihrer politischen Arbeit im oberösterreichischen Landtag.

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