Faszination Pulverschnee

WINTERWONDERLAND. Schnee fasziniert, schenkt ein Gefühl von Schwerelosigkeit und Geborgenheit zugleich – weil die Welt sich da von ihrer friedlichsten Seite zeigt. Traumhafte Winterlandschaften sind nicht nur etwas fürs Auge, sondern auch fürs Herz. Lassen Sie sich berieseln von der winterlichen Natur dieses Landes und dem vielseitigen sportlichen Angebot.
Autor: Violeta Danicic, 02.02.2022 um 14:34 Uhr

Weißer Schnee, soweit das Auge reicht, nichts als Stille und klare Frischluft, bei der man das Gefühl hat, Lunge und Haut würden einfrieren – doch das Gegenteil ist hier der Fall. Frische Winterluft stärkt nicht nur das Immunsystem, sie hält uns fit und gutgelaunt in der kalten Jahreszeit. Fragt man einen Wintersportler, was am Sport in der kalten Jahreszeit so schön ist, kommt in den meisten Fällen die Antwort: „Die Liebe zur Natur, die klare frische Luft und die Faszination am Schnee!“ In der Tat sind das herausragende Argumente, eine Wintersportart in unserem schönen Land zu betreiben.

Trendsport Skitourengehen

Die Stöcke in den Händen, die Skier unter den Füßen und rauf auf die Alm, durch den Wald auf den Berg hinauf – Hauptsache, es liegt ordentlich viel Schnee. Immer mehr Wintersportler entdecken das Skitourengehen für sich. War der Skitourensport bis vor zehn Jahren noch eher etwas für „Eingefleischte“, findet man heute Menschen aus allen Altersgruppen, die Kraft und Energie im Winter, auf den Bergen tanken wollen. Mit den Skiern den Berggipfel erklimmen und dabei gänzlich auf das Liftfahren verzichten – das hat viele Vorteile: Man ist bereits für die Abfahrt aufgewärmt und erlebt die Natur besonders intensiv. Gleichzeitig wird der gesamte Körper beansprucht sowie Ausdauer und Kraft trainiert. Die Belohnung: eine herrliche Aussicht auf die Berglandschaft, ein Ganzkörpertraining für Muskeln und Herz sowie eine Abfahrt in weißem Pulverschnee. Bei aller Euphorie sollten dennoch einige Punkte beherzigt werden.

Wie bei jeder Sportart ist die passende Ausrüstung der Schlüssel zu einem sicheren und genussvollen Erlebnis. Für den Aufstieg sollte die Kleidung grundsätzlich so gewählt sein, dass man im Stehen leicht fröstelt und es beim Gehen angenehm, aber nicht heiß ist. Das „kühle Weggehen“ ist eine kleine psychologische Hürde, doch spätestens nach 15 Minuten ist der Körper auf Betriebstemperatur. Da man sich großteils abseits der Pisten bewegt, ist eine adäquate Planung vor der Tour unabdingbar, ebenso die Einschätzung der eigenen Kondition, die der Schnee- und Wetterverhältnisse, Lawinenwarnungen sowie das Mitführen einer Sicherheitsausrüstung, die schlimmstenfalls Leben retten kann.

„Auf einer Skitour sind außerdem Anzahl und Länge der Pausen sehr wichtig. Es macht keinen Sinn, mit dem Auffüllen der körpereigenen „Tanks“ erst dann zu beginnen, wenn man schon auf Reserve dahintrottet!“, so der Bestsellerautor Flo Scheimpflug des erst kürzlich erschienenen Buchs im Bergwelten Verlag: ein Inspirationsband für Skitoureneinsteiger und Hüttengenießer, der das Beste aus den Erlebniswelten Berg und Kulinarik vereint. Jetzt heißt es nur noch: Lieblingsskitour aussuchen, Felle aufziehen und rein ins Naturerlebnis!

Skitourengeher bei Dämmerung am Gipfel

 

Snow-Bigfoot

Auf großem Fuß unterwegs ist man im Winter definitiv mit den Schneeschuhen. Denn das Schneewandern mit den praktischen Untersetzern hat lange Tradition. Ursprünglich kam der Schneeschuh als Arbeitsgerät der Trapper Nordamerikas zum Einsatz, um in den endlosen Weiten der schneereichen Umgebung mobil zu bleiben. Heute ist das Schneeschuhwandern eine beliebte Form des Wintersports, die Naturerlebnis sowie Sport optimal verbindet und für jedes Leistungsniveau die perfekte Route bereithält. Oftmals ist es völlig ausreichend, für die ersten Touren Schneeschuhe zu leihen. Diese werden in Kombination mit eigenen festen, wasserdichten und wasserabweisenden Schuhen getragen. So kann man ausprobieren, ob einem das Wandern mit den Schneeschuhen auch Spaß macht. Fernab vom Trubel hinauf über den Traum in Weiß. Mal abenteuerlich und sportlich, mal sanft und romantisch – jede noch so kleine Wanderung in der Winterlandschaft zahlt sich aus.

Ein Tag im Schnee ist wie ein Kurztrip für Herz und Seele. Tempo und Pausen bestimmen Sie. Genießen Sie Ihre mitgebrachte Jause am sonnenbeschienenen Hang oder kehren Sie in eine der schönen, urigen Hütten ein: Jeder Bissen schmeckt herzhaft und intensiv, jede Anstrengung hat sich gelohnt. Dennoch gilt auch bei dieser Sportart: Die Tourenplanung ist das A und O. Wetterverhältnisse, Bedingungen, Schwierigkeitsgrad der Route sowie das eigene Können sollten bei der Planung berücksichtigt werden. Das Wintererlebnisprogramm des Oberösterreich Tourismus bietet zahlreiche Möglichkeiten, die perfekte Tour für Ihren Wintersport zu finden.

Alternative im Winter

Eine ebenfalls beliebte Wintersportart ist der Skilanglauf. Der Ausdauersport ist besonders spannend für alle, die gerne Laufen gehen, und ist aus gesundheitlicher Sicht kaum zu toppen, tut der Seele gut und stellt zudem ein wunderschönes Erlebnis inmitten der Natur dar. Manch einer sagt dieser Sportart sogar meditative Eigenschaften nach – Yoga auf zwei Skiern sozusagen. Egal welche Motivation einen letztenendlich auf die Loipe führt: Gesund ist der Langlaufsport allemal! Die Gleitbewegung schont dabei die Kniegelenke, gleichzeitig wird der ganze Körper trainiert und die Ausdauer gefördert. Obendrein ist Skilanglauf ein Training, das die Balance und Geschicklichkeit fördert.

Dabei gibt es verschiedene Laufstile: Der klassische Stil wird oft verbunden mit Genuss, gerade im Zusammenspiel mit der apinen Umgebung, während Anhänger des Skatings mehr Fokus auf den sportlichen Ausdaueraspekt legen. „Klassisch“ folgt den Spuren der Langlaufloipe und lässt die Beine in einem „klassischen Schritt“ nach vorne arbeiten. Beim Skating gleitet man von einem Fuß auf den anderen, ähnlich wie beim Eislaufen. Die Wahl des richtigen Skis sollte daher nicht dem Zufall überlassen werden. Wie bei jeder Sportart ist die Beratung durch einen Profi Goldes wert und kann vor Verletzungen schützen. Viele Skigebiete bieten Leihski für die ersten Versuche an.

Eine glückliche Familie beim Rodeln

 

Freeride

„Weil Skifoan is des leiwandste, wos ma si nur vorstellen kaun“, sang schon Wolfgang Ambros. In der Tat ist das klassische Skifahren seit Generationen aus dem Breitensport nicht mehr wegzudenken. Ob Jung oder Alt, sportlich oder teilweise ambitioniert: Das Fahren auf den zwei Brettern ist nicht nur gesund, sondern begeistert Herz und Seele. Wer einen zusätzlichen Kick beim Fahren braucht, sucht sich Abfahrten auch abseits der Pistengaudi. Für Fahrer, die sich auf der präparierten Piste eingeengt und beschränkt fühlen und für die die handelsübliche schwarze Piste längst keine Herausforderung mehr ist, erschließen sich mit Freerideski ganz neue Wege. Tiefschneefahren ist ein kreatives Spiel mit Gelände und Schnee und liegt voll im Trend. Abseits der präparierten Pisten warten völlig neue Herausforderungen auf Skifahrer und Snowboarder. Je nach Können gilt es, eine schöne Spur über meist noch unberührte Hänge zu ziehen, Sprünge über bis zu haushohe Schneewechten zu wagen und wieder weich im Pulverschnee zu landen.

Wissen über alpine Verhältnisse, eine gute Fahrtechnik und die Fähigkeit, sich selbst einzuschätzen, sind die Grundvoraussetzungen für einen sicheren und unvergesslichen Ritt im freien Gelände. Um den Powder in unverspurten Hängen genießen zu können, ist ein fortgeschrittenes Ridinglevel nötig. Risikominimierung spielt abseits der Pisten eine wesentliche Rolle. Eine vollständige Sicherheitsausrüstung bestehend aus Helm, Verschüttetensuchgerät, Sonde, Schaufel und im besten Fall Lawinenrucksack gehört für Freerider längst zur Standardausrüstung. Skifahrer, die das Freeriden zum ersten Mal ausprobieren, sollten dies daher unbedingt mit einem erfahrenen Guide machen.

Rodeln

Für all jene, die sich lange Anfahrten ins Skigebiet ersparen wollen und dabei auf Spaß und Geschwindigkeit nicht verzichten möchten, ist das Schlittenfahren eine gelungene Abwechslung. Rodelbahnen gibt es überall dort, wo Berge nicht weit sind. Und für den Schneespaß auf zwei Kufen braucht es auch keine Vorkenntnisse oder technische Fertigkeiten. Einfach aufsitzen und runterdüsen. Bei einbrechender Dunkelheit ist Flutlichtrodeln ein ganz besonderes Erlebnis. Und wenn nach dem Abbremsen im Ziel dann auch noch ein warmer Platz im Wirtshaus oder auf der Hütte wartet, dann findet der Wintertag einen perfekten Ausklang.