Die Grillsaison ist eröffnet

Feuer und Flamme. Anlässe, um den Griller anzuwerfen, gibt es das ganze Jahr über. Im Sommer jedoch macht es besonders viel Spaß, wenn sich das Leben generell außerhalb der Mauern verstärkt im Freien abspielt.
Autor: Friederike Ploechl, 02.06.2022 um 13:23 Uhr

Grillen ist viel mehr als nur eine Möglichkeit, Lebensmittel zu garen – es ist ein soziales Erlebnis. In den vergangenen Jahren hat das Grillen einen noch nie da gewesenen Höhepunkt erreicht. Ernährungsbewusste Genießer haben auch beim Grillvergnügen ihre Vorreiterrolle ausgebaut und uns zum Umdenken angeregt. Mittlerweile greifen immer mehr Österreicher beim Befüllen ihres Barbecue-Warenkorbs zu nachhaltigeren und dadurch vermehrt zu heimischen und saisonalen Produkten. Auch beim Fleischkauf setzt sich der Tierwohlgedanke immer mehr durch. Einen Griller im Wert von Tausend Euros und mehr sein Eigen nennen, um dann Grillfleisch zum Tierqual-Preis aufzulegen, sollte eigentlich der Vergangenheit angehören.

Selbst diejenigen, denen es weniger um das Wohl der Tiere geht, haben erkannt, dass die Tierhaltung einen enormen Einfluss auf das Endprodukt hat. Unter schlechten Bedingungen aufgewachsene Tiere werden mit unzähligen, teils brisanten Medikamenten behandelt, damit sie überhaupt als „Fleischlieferanten“ zugelassen werden, und die der Konsument beim Essen mit verzehrt! Immer mehr Kunden wollen wissen, wo das Fleisch herkommt und wie das Tier zuvor gehalten wurde. „Österreich“ allein ist nicht mehr genug, Tierwohl oder BIO sind gefragt. Der Konsument entscheidet mit jedem Griff ins Regal, welche Tierhaltung er unterstützt.

Eine Gruppe junger Leute.

Umdenken

Vegetarier oder Veganer sind schon längst von keiner Grillparty mehr ausgeschlossen, denn jenseits vom beliebten Maiskolben gibt es eine Vielzahl grillfreundlicher Alternativen, die mittlerweile einen Facettenreichtum erreicht haben, der Fleischesser beinahe vor Neid erblassen lässt. Das Wichtigste ist letztendlich – und das ist vermutlich auch der Grund, warum sich das Grillen weltweit so großer Beliebtheit erfreut – das gemeinsame Erlebnis, das Zusammensein mit Menschen, die man gerne um sich hat und mit denen man die Freude am Genuss teilen möchte. Vorbei sind die Zeiten, in denen man schlicht ein paar Würstchen auf den Rost warf. Wer seine Gäste beeindrucken will, muss schon ein bisschen raffinierter vorgehen.

Die Kunst des Grillens.

Damit man auch als Grillanfänger neben echten Grillmeistern nicht allzu sehr abfällt, haben wir unseren moments-Genuss-Botschafter Michael A. Müller vom Restaurant Kliemstein im Salzamt Linz um Ratschläge zum Grillen ganz allgemein gebeten.

Mit Laib und Seele.

Neben Folienerdäpfeln, frischen knackigen Salaten, diversen Saucen und dergleichen ist Brot ein ganz wichtiges Beiwerk zu den gegrillten Speisen. Ob man lieber zu Schwarzbrot, italienischem Ciabatta, zu französischem Baguette oder zu türkischem Fladenbrot greift, ist den jeweiligen Vorlieben und bis zu einem gewissen Grad auch dem Grillgut gezollt. Wofür die Brotsorten aber auf jeden Fall geeignet sein sollten, ist, die guten Bratsäfte, Saucen und Marinaden damit ordentlich auftunken zu können.

Handgemachtes Brot

Handarbeit

Auch beim Brot wird von den Konsumenten immer öfter auf Qualitätsstandards geachtet. Die aktuelle Hinwendung zum Regionalen ermöglicht es, den Wert unserer heimischen Spezialitäten wieder neu zu entdecken. Wohlschmeckendes Brot und Gebäck zu erhalten, hängt von vielen Faktoren ab: sowohl von den Ausgangsprodukten als auch von den Fähigkeiten und Kenntnissen des Bäckers. Aber vor allem braucht es Zeit und Geduld – Ressourcen, die heutzu tage ebenso rar wie kostbar sind. In Oberösterreich besinnen sich zum Glück immer mehr Bäcker auf dieses Fundament ihres Handwerks. Gerade in Krisenzeiten wie diesen spüren wir wieder, wie wichtig das Vertrauen in die regionale Landwirtschaft ist, die uns gut und vor allem verlässlich mit heimischen Lebensmitteln versorgt.

Bierige Gelüste.

Die Gäste können kommen: Der Grill ist an, das Bier ist kalt gestellt – wer zu einem Grillfest einlädt, hat immer auch ausreichend Bier eingekühlt. Das hat Tradition, nicht nur bei uns! In Oberösterreich sind wir mit den vielen kleinen und großen Brauereien perfekt aufgestellt. Zu großen Freude nicht nur der Linzer und Linzerinnen, wird seit Kurzem auch wieder das traditionelle Linzer Bier in unserer Landeshauptstadt erzeugt: Linz ist Braustadt! Genau ein Jahr nach dem Spatenstich ist es vollbracht: Die Linzer Brauerei wurde in der Tabakfabrik bei einem hochkarätigen Festakt als multifunktionales Bierzentrum mit Bierlokal, „BierUni“ und Veranstaltungssaal eröffnet. Braumeister Martin Simion braut vor Ort mit seinem Team ein unfiltriertes Linzer Bier Zwickl, ein hopfenbetontes Pale Ale oder auch ein bernsteinfarbenes untergäriges Bier namens „Linzer Edelstahl“, das vollmundig mit karamellartigen, malzigen Aromen überzeugt, sowie weitere saisonale und limitierte Spezialitäten. Die Rohstoffe kommen alle aus der Region: Gerste aus dem Umland von Linz, Hopfen aus dem Mühlviertel und Wasser aus dem städtischen Brunnen im Wasserwald. In Summe können in der Linzer Brauerei rund 600.000 Liter pro Jahr gebraut werden, die vor allem in der Gastronomie im Zentralraum Linz erhältlich sind. Darüber hinaus wird das beliebte Linzer Original wegen der großen Nachfrage auch in der Brauerei Zipf gebraut.

Beschreibung der Garstufen

Großes Angebot.

Kaum ein Produkt des leiblichen Wohls ist so beliebt und gschmackig wie Bier – trotz der Einfachheit seiner Zutaten. Lediglich die drei Naturprodukte Wasser, Hopfen und Gerste werden benötigt, um das köstliche Gebräu in seiner Urform herstellen zu können. Auch beim Bier gilt, dass neben der hohen Kunst des Brauens die Auswahl der dafür verwendeten Rohstoffe und natürlich die Qualität des Brauwassers für das A und O von gutem Bier ausschlaggebend sind. Ob hell oder dunkel, oberoder untergärig, Bio, Roggen, Granitoder Gewürzbier: Oberösterreichs Braukünstler zaubern Hopfensäfte für jeden Geschmack. Und auch die „Kleinen“ unter ihnen sind darin große Meister. Dass in Oberösterreich mal Hopfen und Malz verloren gehen könnten, ist kaum vorstellbar. Die Brauereien sorgen hierzulande dafür, dass uns das Bier so schnell bestimmt nicht ausgehen wird. Während das Mühlviertel vulgo „Bierviertel“ für das edle Wasser aus dem Urgestein des Granits und seinen etwas herberen Biergeschmack bekannt ist, punktet das Innviertel vor allem in Sachen Vielfalt. Dank der Experimentierfreudigkeit und Offenheit gegenüber neuen Ideen gibt es im Land ob der Enns kein 08/15Bier – sondern Biere mit Charakter, die mit ihrer beeindruckenden Anzahl unterschiedlichster Sortenvielfalt für individuelle Geschmackserlebnisse sorgen.