1x1 der Innenraumgestaltung

Nicht jeder hat ein Händchen fürs Dekorieren und Einrichten der eigenen vier Wände. Viel zu oft besucht man Freunde und Bekannte, deren trautes Heim so wirkt, als wäre es von einem Innenarchitekten höchstpersönlich gestaltet worden – da wird man schnell mal neidisch. Aber eigentlich gibt es bei der Raumgestaltung nur ein paar "Basic-Regeln", die es zu beachten gilt.

Theorie vor Praxis

Bevor es mit der Neugestaltung losgehen kann, empfiehlt es sich, sich etwas Inspiration aus Magazinen oder von einem Bummel durchs Möbelhaus zu holen. Welche Farben sollen das Zuhause in Zukunft dominieren? Welche Materialien passen gut und versprühen die richtige Atmosphäre? Erst wenn man sich einen Überblick über die unterschiedlichen Einrichtungsstile verschafft hat, kann man seine Ideen so umsetzen, dass sie den eigenen Vorlieben gerecht werden.

Mut zur Farbe

Oft wirkt es so, als würde der aktuelle Wohntrend zum sparsamen Umgang mit Farbe an den Wänden tendieren. Doch das ist ganz einfach Geschmackssache: Einerseits ist in Skandinavien der Einrichtungsstil vom Minimalismus geprägt und andererseits lieben es die Franzosen pompös und verspielt. Die Farbauswahl und die Gestaltung sollten unsere Persönlichkeit widerspiegeln – denn nur so fühlt man sich automatisch wohler. Oft hilft es sich, den Raum als eine Person vorzustellen. Soll der Raum einladend oder zurückhaltend wirken? Je nachdem kann jeder Räumlichkeit anschließend ein bestimmter Farbton zugeordnet werden. Zudem lassen kühle Farben Räume größer und warme Farben diese kleiner, aber auch gemütlicher wirken.

Aller guten Dinge sind drei

Allgemein ist es wichtig, nie mehr als drei oder vier Farben zu verwenden. Die ausgewählten Töne sollten zusätzlich miteinander harmonieren. Ein gutes Farbkonzept beginnt außerdem nicht mit der Entscheidung für einen bestimmten Farbton, sondern mit der sogenannten Farb-Organisation. Dabei geht es um die Überlegung, welche Elemente im Raum betont werden sollen. Um Ruhe zu schaffen, sollten nur die wichtigsten Gegenstände, wie etwa das Sofa oder ein Kunstobjekt, betont werden. Denn logischerweise zieht die intensivste Farbe die meisten Blick auf sich. Bei der Dekoration gilt es, die Farbwelt des jeweiligen Raumes aufzugreifen und durchzuziehen – nur so wirkt alles wie aus einem Guss.

Licht bringt gute Laune

Eine zentrale Rolle in der Raumgestaltung spielen die Lichtverhältnisse. Beleuchtung und Tageslichteinfall beeinflussen nämlich die Grundstimmung und Wirkung eines jeden Raumes. Ein durchdachtes Konzept ist essenziell für die richtige Lichtkomposition. Es stellt sich die Frage: An welchen Stellen wird Licht oder Verdunklung benötigt? Wer lieber eine lichtdurchflutete Wohnung möchte, sollte die Fenster nicht verhängen, sondern auf andere Sichtschutzvarianten zurückgreifen, um das einfallende Licht so wenig wie möglich zu reduzieren.

Täglich grüßt Frau Monk

Wenn das Zuhause nur so mit den unterschiedlichsten Dingen vollgestopft ist und es Zeit zum Entrümpeln wird, kommt einem schnell die sogenannte KonMari-Methode zugute. Die japanische Aufräum-Expertin Marie Kondo hat durch ihr Buch "Magic Cleaning" und ihre Netflix-Serie "Aufräumen mit Marie Kondo" einen regelrechten Hype ausgelöst. Ihre Aufräum-Methode sieht vor, Gegenstände in einer bestimmten Reihenfolge und nach Kategorien auszusortieren. Danach bekommt alles seinen festen Platz – dabei zählen Schachteln, Boxen und Schubladeneinsätze zu den "Essentials". So muss man nur noch wenige Minuten pro Tag ins Aufräumen investieren und gleichzeitig wirkt sich die sichtbare Ordnung in den eigenen vier Wänden positiv auf unser Wohlbefinden aus.

Die richtige Gruppendynamik

Was viele nicht wissen, ist, dass das menschliche Auge Arrangements mit ungeraden Stückzahlen als harmonischer und natürlicher wahrnimmt. Deshalb sollten stets drei, fünf oder sieben Deko-Elemente miteinander kombiniert werden. Das Spiel mit gegensätzlichen Größen, Farben und Formen zieht Blicke auf sich und sorgt für einen unerwarteten Effekt. Denn wie heißt es so schön: Gegensätze ziehen sich an. Trotzdem brauchen die Gruppen immer ein gemeinsames Element, wie eine gemeinsame Farbwelt, einen ähnlichen Stil oder bei Bildern einen einheitlichen Rahmen.

Klimasysteme von Robert Winter | Credit: Winter Klima & Lüftungssysteme

Drei, zwei, eins

Die wohl wichtigste Zutat bei der Neugestaltung der eigenen vier Wände ist Spaß. Dekorieren bedeutet vor allem experimentierfreudig zu sein. Dabei kann man nicht viel falsch machen, immerhin können einzelne Gegenstände jederzeit neu kombiniert, ergänzt oder aussortiert werden.

Wohnen_HAKA

Was gibt es bei der optimalen Küchenplanung zu beachten?
Das Allerwichtigste ist, in einem Vorgespräch den wirklichen Bedarf festzustellen. Jede Familie ist anders strukturiert, hat andere Bedürfnisse. Zuhören ist Grunddisziplin. Je mehr man sich – beide Seiten – Zeit im Vorfeld nimmt, umso besser wird das Ergebnis sein. Als Küchenkäufer sollte man ein gutes Gefühl haben, dass der Küchenplaner kompetent ist und sich Zeit nimmt. Ein guter Küchenplaner bringt seine ganze Erfahrung ein und hat üblicher- weise mehr Erfahrung als Verwandte oder Freunde ...

Welche Küchen-Trends und Neuheiten sind in dieser Saison besonders beliebt?
Eines vorab: Kunden schätzen glatte und pflegeleichte Oberflächen. Egal, ob glänzend oder matt – wichtig ist, dass die Oberfläche haptisch sympathisch ist und man nicht jede Kleinigkeit sieht und ständig mit dem Putztuch nachläuft. Neue Oberflächen garantieren das – sie fühlen sich sehr gut an und verzeihen sehr, sehr viel. Dann gibt es noch die neuen Farben. Nachdem Weiß jetzt jahrelang "gesetzt" war, stellen wir fest, dass Kunden wieder mutiger sind und Farben mit Holz kombinieren. So entscheiden sich viele für Schlammfarben bis hin zu Schwarz – kombiniert mit wild gewachsenem Holz sieht das auch wirklich gut aus. Aber auch bei Uni-Farben gibt es viele schöne Oberflächen, die sehr individuell ausgesucht werden.

Welche Farben und Materialien empfehlen Sie für ein angenehmes Raumklima in Esszimmer und Küche?
Da lautet die Grundregel: Der Kunde bestimmt, was gefällt. Die Farbe sollte ja nicht dem Küchenplaner gefallen, sondern jenen, die eine Küche kaufen. Was der Küchenplaner vorgibt, sind natürlich die Materialien. Und da gilt das Gleiche wie bei gutem Essen, dass man nur mit den besten Grundmaterialien wirklich gut kochen kann. Also legen Sie darauf Wert, dass Sie ein gutes, maßgefertigtes und heimisches Produkt kaufen, wo nur die besten Grundmaterialien eingesetzt werden. Gehen Sie keine Kompromisse ein, dafür haben Sie die Küche viel zu lange.

Wohnen_Bruckmüller

Was sind die häufigsten Einrichtungsfehler und wie kann man diese vermeiden?
Einer der häufigsten Einrichtungsfehler ist es, den Einrichtungstrends lediglich starr zu folgen, ohne seinen eigenen Stil einzubringen. Infolgedessen fehlt dem Interieur die Persönlichkeit. Mein persönlicher Tipp: Haben Sie Mut zum Außergewöhnlichen! Guter Geschmack ist Ausdruck individueller Persönlichkeit und unabhängig von Stilrichtungen.

Welche Interior-Trends sind 2020 besonders populär?
Der Mid-Century Modern Wohnstil ist gerade bei vielen Interior-Fans beliebt. Typisch für den Einrichtungsstil sind kuschelige, weiche Stoffe, darunter auch Bouclé, sowie erdige Töne und interessante Strukturen. Allgemein gesagt folgt der Trend dem Motto "Form follows function" und steht für natürliche Materialien wie Marmor und Holz. Typisch für den Einrichtungstrend ist die Kombination aus ruhigen gedeckten Farben wie Braun oder Naturtönen und einzelnen kräftigen Farbtupfern in Rostrot oder Azurblau. Beim Mid-Century Modern treffen Elemente des Scandi-Looks auf Glamour und es entsteht ein harmonisches Zusammenspiel aus Gemütlichkeit und Luxus.

Welche Tipps empfehlen Sie in Sachen „Dekorieren für mehr Wohlbefinden?
Greifen Sie zu Elementen, die Ihnen gefallen und Spaß machen. Man soll das Interieur ja auch jeden Tag genießen können. Der Mix von Alt und Neu, von unterschiedlichen Farben und Formen erzeugt Spannung und schafft die "persönliche Note".

Autor: Magdalena Mayer, 15.12.2020