Schutz vor Einbrechern: Keine Chance für Diebe

Aufgebrochenes Fenster, verwüstetes Wohnzimmer und keine Spur vom brandneuen Flat-TV. Ein Horror-Szenario, das kein Mensch erleben möchte und schwerwiegende psychische Folgen haben kann. Treffen kann es allerdings jeden. Österreichweit wurden im vergangenen Jahr laut Bundeskriminalamt 15.516 Wohnraumeinbrüche angezeigt - im Vergleich zum Vorjahr ist das immerhin ein Rückgang von 9,3 Prozent. Mit Blick auf die Bundesländer ist dieser Rückgang hauptsächlich in Wien zu beobachten, hier gingen die Einbrüche um rund ein Fünftel zurück. In fast allen anderen Bundesländern nahm die Zahl zu. Ein erstaunliches Detail: Bei fast jedem zweiten Einbruch blieb es beim Versuch, und die Ganoven konnten die Tat nicht vollenden. "Das ist auf den guten Eigenschutz der Bürger und die richtig gesetzten Präventionsmaßnahmen zurückzuführen", erläutert Herwig Lenz, Leiter des Büros für Kriminalprävention und Opferhilfe. Solide mechanische Sicherungen, Alarmanlagen und das richtige Sicherheitsverständnis mindern das Risiko, Einbruchsopfer zu werden.

Prävention

"Der Großteil der Einbruchsdelikte sind Gelegenheitstaten. Das heißt, die Täter wählen spontan Objekte aus, ohne zu wissen, was sie genau erwartet", erläutert Lenz. Dabei wird der Weg des geringsten Widerstands genutzt - gekippte Fenster und offene Türen sind wie eine persönliche Einladung für Langfinger. Leicht zugängliche Leitern und Gartenmöbel können als Auf- und Einstiegshilfe genutzt werden. Aber bereits Kleinigkeiten helfen Täter abzuhalten. Haustüren sollten möglichst Widerstandsklasse 3 aufweisen, denn dadurch ist ein Einbrecher mindestens fünf Minuten beschäftigt und gibt häufig auf. Bei Fenstern empfehlen Experten eine Pilzzapfenverriegelung, bei der Stahlzapfen beim Verschließen einrasten und sich beim Hebeln kaum überwinden lassen. Eine ideale Ergänzung sind unsichtbare Alarmgriffe, die bei Einbruchsversuchen einen lauten Ton auslösen. Keinesfalls vergessen sollte man auf Garagentüren und Kellerfenster.

Alarmanlagen

Besonders abschreckend wirkt eine gut sichtbare Funkanlage, denn der Dieb will möglichst ohne Lärm in einem Wohnraum gelangen. Die devolo Home Control-Alarmsirene warnt beispielsweise mit bis zu 110 Dezibel, wenn sich jemand in den eigenen vier Wänden zu schaffen macht. Mittels Tür- und Fensterkontrolle sowie Bewegungsmelder wird der Nutzer über ungewöhnliche Bewegungen per E-Mail oder SMS benachrichtigt. Besonders gefürchtet ist der stille Alarm, bei dem der Ganove nicht sicher sein kann, ob und wann er entdeckt wurde. Moderne Funkanlagen können häufig via App mit dem Mobiltelefon ferngesteuert werden - eine Netzversorgung vorausgesetzt. So zum Beispiel das Alarmsystem "Jablotron 100": Dank integrierter Kameras in den Bewegungsmeldern kann man jederzeit einen Blick auf die überwachten Zonen werfen, die Funkanlage scharf/unscharf schalten und Einstellungen ändern. Auf Wunsch kommt die Meldung direkt zum Wachdienst, damit dieser sofort einschreiten kann.

Psychische Folgen

"Der materielle Schaden ist oft nur gering. Die eigentliche Last ist die rücksichtslose Verletzung der Privatsphäre, da die Täter oft das ganze Haus durchsuchen sowie Kästen und Laden durchwühlen", erklärt Herwig Lenz. Angstzustände, Schlafstörungen und Kontrollzwang können die Folge sein. Viele Einbruchsopfer kämpfen mit posttraumatischen Belastungsstörungen und benötigen psychologische Hilfe, um das persönliche Sicherheitsgefühl wiederzuerlangen. Eine Anlaufstelle ist die Organisation "Weißer Ring", die Opfern kostenlos mit professioneller Betreuung sowie psychosozialer und juristischer Prozessbegleitung zur Seite stehen.

Autor: Laura Engelmann, 20.09.2017