Ordnungscoach verrät Tipps für aufgeräumtes Zuhause

In den letzten Monaten mussten die meisten Menschen sehr viel mehr Zeit in den eigenen vier Wänden verbringen als gewöhnlich. Das Zuhause war plötzlich nicht nur mehr ein Wohnort, sondern oft auch Arbeitsplatz, Schule und Kindergarten zugleich. Dadurch haben viele erkannt, wie wichtig und wertvoll ein strukturiertes Heim ist.

Neue Branche

Ordnung will gelernt sein. Darum hat sich im Laufe der Zeit ein Beruf etabliert: der Ordnungscoach. Was jemandem Wochen oder Monate abverlangen würde, kann mit professioneller Hilfe in wenigen Tagen erledigt werden. Das bestätigt unter anderem die Netflix-Serie „The Home Edit: Jetzt wird aufgeräumt“, in der zwei Expertinnen beim Entrümpeln, Aufräumen und Organisieren helfen.

Berufsbild

Ein Ordnungscoach unterstützt Menschen dabei, in ihren eigenen vier Wänden mit System Ordnung zu schaffen. Er unterstützt beim Wegwerfen, gibt Produktempfehlungen und nützliche Tipps zum Beibehalten der Struktur. „Ein Ordnungscoach ist vergleichbar mit einem Fitnesstrainer. Ich bringe dein Zuhause in Form. Vom Ausmisten bis zum Sortieren – danach werden Wohnung oder Haus besser aussehen denn je“, so die Wiener Aufräumexpertin Desiree Schweiger.

Desiree Schweiger vor einem „Rainbow Bookshelf“

Der Begriff „Ordnungscoach“ wird in letzter Zeit viel öfter in den Mund genommen. In der Anfangszeit meiner Selbstständigkeit haben mich einige belächelt, weil sie sich darunter wenig vorstellen konnten. Sie dachten, dass die Zielgruppe in Österreich nicht gegeben wäre, doch das Gegenteil ist der Fall.
– Desiree Schweiger, Aufräumexpertin

weekend.at: Suchen viele Menschen Hilfe bei einem Ordnungscoach?
Desiree Schweiger: Ja, weil sich Menschen oft schwertun, den Anfang zu finden – das ist das häufigste Problem. Ich bringe Ideen und Hilfestellungen mit und versuche, den Blick für das Wesentliche zu schärfen. Oft sind es Kleinigkeiten, die man einmal gehört oder gesehen haben muss und die den Alltag anschließend erheblich erleichtern.

weekend.at: Wann sollte man sich professionelle Unterstützung holen?
Desiree Schweiger: Wenn einen die Unordnung belastet, man es nicht schafft, sie selbst zu bezwingen oder wenn es durch das Chaos zu Streitigkeiten in Familie oder Partnerschaft kommt. Mit Unterstützung eines Ordnungscoachs kommt man viel schneller ans Ziel. Wenn erstmal eine Grundordnung herrscht und alles seinen Platz hat, wird auch viel weniger Zeit mit Suchen verschwendet werden.

Tipps

Wer in seinem Zuhause Ordnung schaffen will, braucht vor allem eins: den inneren Drang, dass keine Zeit mehr beim Suchen verloren gehen soll. Alles benötigt einen fixen Platz, wo es immer zurückgeräumt werden kann. Wenn es ein gewisses Grundgerüst gibt und ein paar Regeln eingehalten werden, kann jede Person die Ordnung beibehalten.

Wichtig ist auch, das Ordnungmachen in den Alltag zu integrieren. Es reichen schon fünf bis 15 Minuten pro Tag. Am besten stellt man einen Wecker und wenn die Zeit abgelaufen ist, hört man konsequent wieder auf. – Desiree Schweiger

Rainbow Bookshelf

Regenbogenprinzip

Jeder Raum, jedes Regal und jede Schublade hat Potenzial, schön auszusehen. Damit das gelingt, sollen Bücher, Lebensmittel und Stifte im Farbverlauf des Regenbogens sortiert werden. Vor allem Kinder räumen Dinge intuitiv an ihren zugewiesenen Platz, wenn diese nach Farben sortiert sind.

Die richtige Reihenfolge dabei ist Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau und abschließend Lila. Voilà!

So wird richtig aufgeräumt!

  1. Zuerst die jeweilige Chaoszone ausräumen.
  2. Aussortieren, da fast alle Menschen zu viel besitzen.
  3. Sinnvolle Kategorien bilden: Gleiches zu Gleichem.
  4. Aufbewahrungsplatz auswählen: Selten benötigte Dinge nach oben oder in Abstellraum/Keller stellen.
  5. Aufbewahrungsboxen beschriften, damit jeder weiß, wo etwas hingehört.
Autor: Melanie Ogris, 02.05.2022