Nach über 30 Jahren: RTL streicht Kult-Soap
Die Produktion von Unter uns wird über das Jahresende 2026 hinaus bei RTL nicht mehr fortgesetzt. Für die treue Fanbasis bedeutet die Entscheidung ein schmerzhaftes Aus nach fast 8.000 Folgen. Die bereits produzierten Episoden der aktuellen Staffel werden jedoch noch bis zum März 2027 im linearen Fernsehen sowie auf der Streaming-Plattform RTL+ ausgestrahlt.
Gründe für das RTL-Aus nach 32 Jahren
Der Entschluss ist laut Sendersprechern Teil einer umfassenden strategischen Neuausrichtung des Nachmittags- und Vorabendprogramms. Wie RTL mitteilte, gaben vor allem „veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen für tägliche fiktionale Programme, die Entwicklung der Nutzung sowie die zukünftige Ausrichtung der Programmstrecke“ den Ausschlag für den Schritt, Unter uns nicht mehr fortzusetzen.
Inga Leschek, Chief Content Officer von RTL Deutschland, betont, dass die Entscheidung keineswegs leichtgefallen sei. Dennoch erfordere der Wandel der Sehgewohnheiten im TV- und Streamingmarkt eine Anpassung des linearen Aufgebots.
Entsetzen bei Fans und ehemaligen Darstellern
Die Nachricht löste in den sozialen Medien eine Welle des Bedauerns aus. Auf den offiziellen Kanälen äußerten langjährige Zuschauer ihren Unmut über das geplante Ende von Unter uns. Ein Fan kommentierte auf Instagram etwa kritisch: „RTL muss wohl sparen damit so ein Blödsinn mit Stefan Raab weiter finanziert werden kann. Sehr traurig“. Ein anderer Zuschauer zeigte kein Verständnis: „Nicht nachvollziehbar – schon gar nicht, wenn parallel ein Wettrennen im Jetskifahren gezeigt wird. Da fragt man sich schon, wo unterhaltungsmäßig so die Prioritäten gesetzt werden“.
Auch ehemalige Ensemble-Mitglieder zeigten sich emotional berührt. Schauspieler Stephen Dürr, der von 1994 bis 1996 in der Rolle des Till Weigel zu sehen war, reagierte wehmütig in seiner Instagram-Story: „Unter uns wird eingestellt! Nach 32 Jahren. Das macht mich traurig.“ In Erinnerung an seinen Karrierebeginn fügte er hinzu: „Dort bin ich durch gute Zeiten und durch schlechte Zeiten gegangen. Schade.“
Wie geht es mit der Serie weiter?
Obwohl sich RTL verabschiedet, muss das Sender-Aus nicht das endgültige Ende von Unter uns bedeuten. Die verantwortliche Produktionsfirma UFA Serial Drama sieht in dem Format nach wie vor ein enormes Potenzial und prüft derzeit alternative Weiterführungsmöglichkeiten.
„‚Unter uns‘ ist weit mehr als eine tägliche Serie“, erklärte UFA-CEO Sascha Schwingel zu den Plänen. „Die Schillerallee ist seit über 30 Jahren ein Ort für Figuren, Themen und Geschichten, die Menschen bewegen und begleiten. Diese Geschichten sind für uns noch lange nicht auserzählt.“ Schwingel kündigte an, dass man „sehr sorgfältig und mit großer Überzeugung prüfen“ werde, welche neuen Perspektiven sich für die Schillerallee auf anderen Plattformen oder Sendern eröffnen könnten.