Polit-Punk bei Super Bowl: Green Day polarisiert
- Ankündigung der Band
- Green Day beim Super Bowl: Der Opening-Act
- Green Day & Politik: Von American Idiot bis MAGA
- Kontroversen beim Super Bowl: Kritik der Konservativen
- Donald Trump und die NFL: Ein angespanntes Verhältnis
Vier Tage bevor Stars und Sternchen die Wiener Staatsoper zum Leuchten bringen, wird in den USA der Kontaktsport zelebriert. Eine Ankündigung der National Football League (NFL) könnte hohe politische Wellen schlagen: Der Verband hat als Opening-Act zum Super Bowl niemand Geringeres als Polit-Punkrocker Green Day angesetzt.
Ankündigung der Band
Das kalifornische Dreiergespann soll am achten Februar auftreten. „Wir sind total begeistert, den Super Bowl 60 direkt in unserem eigenen Hinterhof zu eröffnen!“, erklärt Frontmann Billie Joe Armstrong in der Ankündigung, die die NFL am Sonntag veröffentlichte. „Wir fühlen uns geehrt, die MVPs (most valuable player Anm.) willkommen zu heißen, die das Spiel geprägt haben, und den Abend für Fans auf der ganzen Welt zu eröffnen. Lasst uns Spaß haben! Lasst uns laut werden!“
Green Day & Politik: Von American Idiot bis MAGA
Will die NFL etwa kein "American Idiot" sein? Dass die Wahl von Green Day zum Auftaktsact politisch gelesen wird, überrascht kaum. Die Historie der Angriffe seitens der kalifornischen Band gegen den Präsidenten ist lang, schon während der ersten Amtszeit Trumps nutzte Leadsänger Billie Joe Armstrong 2016 die Bühne der American Music Awards, um vor dem ehemaligen Immobilien-Tycoon zu warnen: In die Bridge der damaligen Singleauskopplung „Bang Bang“ aus dem Album Revolution Radio verwebte Armstrong die Textzeile: „No Trump, No KKK, No Fascist USA!“.
Mit American Idiot veröffentlichte die Band 2004 ihren Abgesang auf die Bush-Regierung und den Irak-Krieg. Das Machwerk verkaufte sich über 15 Millionen Mal und erreichte Doppel-Diamant-Status. Noch heute wird mit der titelgebenden Single die Abneigung des konservativen Lagers zum Ausdruck gebracht, in der anti-trumpschen Neudichtung heißt es: "I'm not part of the MAGA (Make America Great Again Anm.) agenda". Green Day ist dabei nicht der einzige Act, der zuletzt für Diskussionen sorgte.
Kontroversen beim Super Bowl: Kritik der Konservativen
Schon die Besetzung des Latino-Rappers Bad Bunny sorgte im konservativen Lager für Kopfschütteln. Podcasterin und Ex-NASCAR-Pilotin Danica Patrick erklärte, dass niemand, der keine englischsprachigen Songs performe, einen Auftritt beim größten Sportevent der USA bekommen dürfe. Bad Bunny selbst übte öfter offenkundig Kritik an Trump.
Konservative Politiker und Trump-nahe Gruppen kritisieren die Wahl als „politisches Statement“ und fordern eine „All-American“-Alternative. US-Präsident Donald Trump bezeichnete die Entscheidung, den Puerto-Ricaner auftreten zu lassen als „lächerlich“.
Donald Trump und die NFL: Ein angespanntes Verhältnis
Ob die amerikanische Football-Liga bewusst ein politisches Statement gesetzt hat, ist nicht bekannt. Kein Geheimnis ist jedoch, dass Trump ein zumindest angespanntes Verhältnis zur NFL pflegt. Bereits in den 80er-Jahren versuchte der heute 79-Jährige mehrmals, ein Football-Franchise zu erwerben (u. a. Baltimore Colts, Dallas Cowboys, New England Patriots, Buffalo Bills), scheiterte jedoch jedes Mal. Auch eine Kartellklage gegen die Liga führte den selbst ernannten „Dealmaker“ zu keinem positiven Abschluss. Während seiner ersten Präsidentschaft griff Trump NFL-Spieler wegen Nationalhymnen-Protesten (Colin Kaepernick) öffentlich an. Die NFL-Führung, mehrere Teambesitzer und Spieler widersprachen Trump offen und bezeichneten seine Aussagen als spaltend.