Buchtipp der Woche: Wir Kinder der offenen See
Inhalt
Wie der Vater die endlose Freiheit geliebt und gelebt hat, ist auch Virginia rastlos getrieben und ihre eigene Spontanität dem rationalen Handeln und gar der Vernunft immer drei Schritte voraus. Allerdings hat die Autorin für diesen gewaltigen Epos ihr ganzes Leben hineingepackt, sodass schon die Einzigartigkeit des Stoffes keine Fortsetzung zulassen wird.
Geboren im Karibischen Meer
Virginia Tangvald wird 1986 im Karibischen Meer geboren. Wie schon ihre Geschwister vor ihr erblickt sie das Licht der Welt an Bord der Artemis. Das Segelschiff ist der ganze Stolz ihres Vaters Peter Tangvald, einem auch schon über 60-jährigen, auf hoher See aber jung gebliebenen Seebären: Neun Jahre hat er daran gebaut und fährt nun mit seiner Familie von Hafen zu Hafen. Doch an seinem großen Freiheitstraum wird er schließlich zugrunde gehen: Vor der Insel Bponaire erleidet die Artemis Schiffbruch, Virginias Vater und Schwester kommen ums Leben. Ihr Bruder ist der einzige Überlebende – bis er später selbst auf hoher See verschwindet.
Bonaire, Kanada, Paris
Obwohl Virginia das Schiff schon als Zweijährige mit ihrer Mutter verließ, haben die Tragödie und das Leben auf hoher See sie nie losgelassen. Wie kann sie dem Schatten des Vaters entkommen? Wie die eigene Herkunft zwischen den Weltmeeren fixieren? Eine unglaubliche Familiengeschichte von Freiheit um jeden Preis, eine bewegende Irrfahrt von Bonaire über Puerto Rico nach Paris – und eine Hommage an die Kraft des Erzählens.
Die preisgekrönte Autorin Virginia Tangvald
Virginia Tangvald wurde 1986 im Karibischen Meer nahe Puerto Rico an Bord eines Segelschiffs geboren. Nach ihren ersten Jahren auf hoher See wuchs sie in Kanada auf und lebt heute in Paris. Ihr Debütroman „Wir Kinder der offenen See“ wurde mit dem Priox Révélation d’automne ausgezeichnet und für zahlreiche weitere Preise nominiert, u.a. den Grand Prix des Lectrices de Elle und den Prix du Roman Version Femina. Sie adaptierte ihren Roman auch als Dokumentarfilm und erhielt dafür den TV5-Publikumspreis für den besten französischsprachigen Film.