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Aufbau Verlag/weekend.at

Buchtipp der Woche: Mit beiden Händen den Himmel stützen

08.09.2026 um 12:10, Andi Dirnberger
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Das Romandebüt von Lilli Tollkien, "Mit beiden Händen den Himmel stützen", ist einer der 20 Romane, die für den Deutschen Buchpreis 2026 nominiert sind.

Inhalt

Freiheit und Vernachlässigung

Lale wächst in den 80ern in einer Berliner Männer-Kommune auf, in der Partys gefeiert und Revolutionen geplant werden. Sie darf wach bleiben, solange sie will, Süßigkeiten essen und ewig fernsehen. Doch sie sehnt sich nach Geborgenheit und Verlässlichkeit, während ihre eigenen Grenzen immer wieder übertreten werden. Auf dem schmalen Grat zwischen Freiheit und Vernachlässigung sucht Lale ihren Weg, taumelt an den Rändern und findet Jahre später Halt im Erzählen selbst.

Im Leben verbeißen

Der Roman erzählt von einer Kindheit und Jugend im Ausnahmezustand und einem Mädchen, das zur Heldin der eigenen Geschichte wird. Lilli Tolkien dazu: "Ganz am Anfang meines Schreibens stand ein Bedürfnis: »Ich will mich im Leben verbeißen, aber ich stülpe mich nach innen«, das war sowas wie ein Tagebucheintrag."

Shortlist Deutscher Buchpreis 2026

Insgesamt 20 Romane sind für den Deutschen Buchpreis 2026 nominiert. Die siebenköpfige Jury wählte den Roman aus insgesamt 205 Titeln. 106 Verlage aus Deutschland, Österreich und der Schweiz reichten Titel ein.

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Autorin Lilli Tollkien lieferte ein überragendes Romandebut ab.

Lilli Tollkien im Interview mit Elisabeth Botros

Wie bist du auf die Idee gekommen, einen Roman zu schreiben? 

Es ist so, dass ich diese Geschichte, diesen Stoff schon sehr lange mit mir herumtrage. Immer wieder habe ich auf unterschiedlichste Weise versucht, das irgendwie in eine künstlerische Form zu bringen, und stand mir selbst dabei im Weg. Als meine Tochter zur Welt gekommen ist, und ich mir nach einer schweren Krankheit die Fragen gestellt habe: Was will ich vom Leben und was will ich meinen Kindern vorleben? Da habe ich entschieden, dass ich jetzt endlich in die Welt bringen muss, was ich schon so lange mit mir herumtrage.

Diese Frage wird dir wahrscheinlich noch sehr oft gestellt, aber ist dein Roman autofiktional?

Es gibt Teile, die stark von meinen eigenen Erfahrungen inspiriert sind, und solche, die rein fiktional sind. Ich selbst trenne da gar nicht so beim Lesen, merke ich, und jetzt, mit fortschreitender KI-Entwicklung, mehr denn je sind es eigentlich, genau wie bei der Fotografie, die Sachen, die einen persönlichen Anteil haben, die mich oft sehr interessieren. Für meinen Roman wünsche ich mir, dass man nicht bei dieser Frage nach Autofiktion stehenbleibt, sondern dass es um den Text selbst geht.

Titel: Mit beiden Händen den Himmel stützen
Autorin: Lilli Tollkien
Verlag: Aufbau-Verlag, Berlin
Umfang: 255 Seiten
ET: 14. März 2026

 

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