Skitouren in Tirol: Tipps für Anfänger

Pistenskitouren sind Ihnen zu langweilig? Das freie Gelände zu unsicher oder die Tiefschneekenntnisse reichen nicht aus? Dann dürften folgende Alternativtouren rund um Innsbruck genau das Richtige für Sie sein!
Autor: Margit Kainz, 29.01.2022 um 09:33 Uhr

Pistenskitouren sind oftmals überlaufen und im „Gänsemarsch“ der Piste entlang bergaufsteigen ist schließlich nicht jedermanns Sache. Und mit einer idyllischen Skitour hat das doch eigentlich nicht viel zu tun, oder? Dann doch lieber raus ins freie Gelände mit herrlichem Tiefschnee! So reizvoll dies auch klingen mag, sollte eine Tour – insbesondere für Anfänger – gut überlegt sein. Denn abgesehen davon, dass Kenntnisse im Bereich der Lawinenkunde und dem Umgang mit LSV-Geräten (Lawinensuchgeräte) vonnöten sind, fehlen doch manchmal auch ausreichende Kräfte oder perfektionierte Tiefschnee-Fahrtechniken, um eine Skitour in unberührter Winterlandschaft wirklich genießen zu können.

Alternativtouren

Daher lohnt es sich manchmal den „Mittelweg“ zu nehmen. Folgende Alternativtouren eignen sich besonders gut für Anfänger, da es sich hierbei teils um aufgelassene Skigebiete handelt oder aber auch um einfache, kürzere Skitouren im freien Gelände, die so gut wie immer gespurt sind (auch die Abfahrten sind oft pistenartig verspurt). Generell sind alle angeführten Touren „lawinensicher“. Aber Achtung! Eine 100-prozentige Lawinensicherheit abseits der Piste gibt es nicht. Daher raten wir prinzipiell jedem Tourenanfänger, einmal ein Sicherheitstraining zu absolvieren und stets ein LSV-Gerät mitzunehmen.

1. Rauthhütte (1.605 m) im Leutaschtal

Die wunderschön gelegene Rauthhütte unterhalb der Hohen Munde bietet sich hervorragend für eine Anfängerskitour an. Vom Parkplatz Moos steigt man anfangs etwas steiler entlang der ehemaligen Skipiste empor. Nach der ersten Rechtskurve flach das Gelände ab und schon bald eröffnet sich ein erster Blick auf das Tourenziel, dem man sich in angenehmer Steigung nähert. Auf der Rauthhütte angelangt, lohnt sich eine Einkehr, um diverse Köstlichkeiten und das weitläufige Panorama zu genießen. Die Sonnenterrasse besticht zudem mit einem beeindruckenden Blick auf die überragende Hohe Munde.

  • Ausgangspunkt: Parkplatz Moos (Leutasch)
  • Länge: 2 km
  • Höhenmeter: ca. 440 hm
  • Abfahrt: wie Aufstieg

2. Sattelbergalm (1.637 m) im Wipptal

Auch hierbei handelt es sich um einen beliebten, kurzweiligen Tourenklassiker, der für jedermann geeignet ist. Für Tourenanfänger ist der Aufstieg bis zur urigen Sattelbergalm (mit gemütlicher Einkehr) ohne nennenswerte Steigungen sehr empfehlenswert. Wer schon mehr Tourenerfahrung mitbringt, kann auch noch ein Stück weitergehen oder den Aufstieg bis zum Gipfel (2.115 m) wagen. Allerdings nimmt die Steigung ab der Sattelbergalm deutlich zu und oberhalb der Waldgrenze kann es, abhängig von den Wetterbedingungen, auch vermehrt eisig und harschig sein. Auch sollte die Lawinengefahr in dieser Höhenlage nicht unterschätzt werden.

  • Ausgangspunkt: Gries am Brenner (unterhalb der Autobahnbrücke)
  • Länge der Tour: 2 km (bis zur Hütte)
  • Höhenmeter: ca. 400 hm (bis zur Hütte)
  • Abfahrt: wie Aufstieg
Skitourengeher bei Sonnenuntergang | Credit: iStock.com/Spitzt-Foto

3. Grünberg (1.497 m) am Mieminger Plateau

Der etwas unscheinbare Grünberg bietet sich ebenfalls als Alternative zum „Pistentrubel“ an. Der Anstieg ist moderat und führt entlang der ehemaligen Skipiste bis zum Aussichtsturm an höchster Stelle. Schöner Rundumblick!

  • Ausgangspunkt: Parkplatz Grünberglift, Obsteig
  • Länge der Tour: 2,4 km
  • Höhenmeter: 470 hm A
  • Abfahrt: wie Aufstieg

4. Faltegartenköpfl (2.184 m) im Kühtai/Ochsengarten

Schöne Genuss-Skitour im freien Gelände, die sich hervorragend für Anfänger eignet, um „echte“ Tourenluft zu schnuppern. Gemütlicher Anstieg bis zur Feldringalm entlang der Rodelbahn. Dann etwas steiler durch lichten Wald, bis sich ein wunderschönes, weitläufiges, nur sanft ansteigendes Skigelände eröffnet. Beeindruckender Rundumblick auf die angrenzenden Bergketten. Zum Schluss noch ein kurzer Anstieg auf den Gipfel mit Tiefblicken bis ins Inntal.

  • Ausgangspunkt: Parkplatz Sattele, nähe Ochsengarten
  • Länge der Tour: 4,3 km
  • Höhenmeter: 510 hm
  • Abfahrt: wie Aufstieg

5. Kogelalm (2.135 m) im Sellraintal/Lüsenstal

Das Lüsener Tal ist bei Skitourengeher äußerst beliebt. Insbesondere lockt die Lampsenspitze (2.875 m), die gerne von zahlreichen Tourengehern - manchmal auch in Scharen – bestiegen wird. Als „Übungstour“ für Anfänger ist der untere Abschnitt bis zur unbewirtschafteten Kogelhütte besonders gut geeignet. Der Aufstieg erfolgt teilweise entlang der Rodelbahn, die bis zur Hütte führt. Zwischendurch bietet sich jedoch immer wieder die Möglichkeit, auf den extra errichteten „Skitourenlehrpfad“ zu wechseln, der die Hänge quert und mit vielen Hinweisschildern (interessante, lehrreiche Tipps) gekennzeichnet ist.

  • Ausgangspunkt: Alpengasthof Praxmar im Lüsenstal
  • Länge der Tour: 4,4 km
  • Höhenmeter: 470 hm
  • Abfahrt: wie Aufstieg, entlang der Rodelbahn, Varianten über freies Skigelände
Skitourengeher | Credit: iStock.com/tolstnev

6. Birgitzköpfl (1.982 m) nahe der Axamer Lizum

Ideale Einsteigertour im Großraum von Innsbruck. Anfangs durch den Wald bis zur beliebten Birgitzer Alm. Die letzten 150 Höhenmeter über sanft ansteigende, waldfreie Hänge, bis man schließlich das Birgitzköpfl erreicht. Wer mit den „Öffis“ unterwegs ist, kann alternativ auch noch weiter bis zum nahegelegenen Birgitzköpflhaus gehen und dann linksseitig über das Skigebiet „Mutterer Alm“ bis nach Mutters abfahren. Von dort Busverbindungen direkt nach Innsbruck.

  • Ausgangspunkt: Gasthof Adelshof nähe Axamer Lizum
  • Länge der Tour: 3,1 km
  • Höhenmeter: 650 hm
  • Abfahrt: wie Aufstieg, im unteren Teil entlang der Rodelbahn
  • Variante: Abfahrt über Skigebiet Mutterer Alm bis Mutters oder Götzens möglich

7. Nösslachjoch (2.231 m) im Wipptal

Wer noch höher hinaus will und bei guter Kondition ist, dem sei auch das Nösslachjoch zu empfehlen. Ohne die „Spitzkehrentechnik“ beherrschen zu müssen, ist ein Aufstieg durch lichte Wälder und über schöne, weitläufige Hänge in angenehmer Steigung bis zum (meist etwas abgeblasenen) Gipfel möglich. Als Einkehrmöglichkeit bietet sich im unteren Waldabschnitt die Nösslachhütte zum gemütlichen Ausklang an.

  • Ausgangspunkt: Autobahnparkplatz Nößlach
  • Länge der Tour: 4,4 km
  • Höhenmeter: 900 hm
  • Abfahrt: wie Aufstieg, im unteren Teil Forstweg

Auf die Felle, fertig, los!

Alle angeführten Touren sind bei guter Schneelage, herrlichem Pulverschnee und Sonnenschein natürlich am schönsten. Doch auch bei wechselndem Wetter - einem bewölkten, nebeligen Himmel, der sich langsam lichtet und die Sonne im beeindruckenden Farbspiel immer wieder durchscheinen lässt - können Skitouren zu einem idyllischen und ganz besonderen Erlebnis werden! So und nun heißt es: „Auffellen“, „Ski heil“ und viel Vergnügen mit unseren Skitouren!

Zur Autorin

Als idealen Ausgleich zu ihrer Arbeit hat Passion Author Margit Kainz das Schreiben entdeckt. Kleine Anekdoten und Tipps sind die Spezialität der reisebegeisterten Tirolerin, die sie in ihren Beiträgen auf www.weekend.at serviert.