Katar: Sonne, Sand und künstliche Paradiese

Ist der Wüstenstaat eine Reise wert? Nicht, wenn man das ursprüngliche Arabien sucht. Aber wenn man Lust auf Wüstentrips und Strandurlaub hat, ja.
Autor: Gert Damberger, 25.11.2022 um 10:04 Uhr

Bis in die 1940er Jahre war Katar – es ist ungefähr so groß wie Oberösterreich ­ – ein von wenigen Beduinen durchquertes, bettelarmes Emirat, dessen Haupteinnahme die Perlentaucherei war. Mit der Erschließung von bedeutenden Erdöl- und Gasvorkommen in den 1930er Jahren und der Proklamation der Unabhängigkeit im Jahr 1971 kam ein schwindelerregender Aufstieg. Lassen wir mal alle mittlerweile gut bekannten negativen Aspekte und Begleiterscheinungen dieser „Karriere“ beiseite und konzentrieren wir uns auf die rein touristische Seite. Was hat Katar eigentlich zu bieten?

Die Skyline von Doha

Doha | Credit: Marina Lystseva / Tass / picturedesk.com

Ein Spaziergang entlang der Corniche von Doha zeigt eine futuristische Stadt, die den Vergleich mit New York und anderen Metropolen der Welt nicht scheuen muss. Nachts sind die Wolkenkratzer auf das prächtigste illuminiert, um Betriebskosten muss sich hier niemand scheren. Natürlich sind die in den Himmel ragenden Gebäude von den renommiertesten Architekten errichtet worden. Das auffälligste von allen ist der phallusartige „Doha Tower“ von Jean Nouvel, gebaut nach dem Vorbild seines Torre Gloriès in Barcelona.

Nationalmuseum

Nationalmuseum Katar | Credit: iStockphoto/Hasan Zaid

Es sieht aus wie ein riesiger Scherbenhaufen und ist ein faszinierendes Fotomotiv zu allen Tages- und Nachtzeiten. Das von Pritzker-Preisträger Jean Nouvel entworfene katarische Nationalmuseum beherbergt eine reichhaltige Sammlung. Sie illustriert die Geschichte der Region von prähistorischen Zeiten bis in die Jetztzeit. Hauptstück ist der unfassbar prächtige „Perlenteppich von Baroda“, der 1865 vom Maharadscha von Baroda in Indien in Auftrag gegeben wurde.

„The Pearl Qatar“

The Pearl | Credit: Christian Charisius / dpa / picturedesk.com

Bekannt auch unter dem Namen „Arabische Riviera“ ist die künstlichem 400 Hektar große Insel ein Tummelplatz des arabischen und internationalen Geldadels. Die vor allem von Saudis als Feriendomizil geschätzte Insel liegt rund 11 Kilometer nordöstlich von Doha und ist in Stadtviertel gegliedert. Viele Gebäude sind im maurischen, katalonischen, italienischen und provenzalischen Stil gebaut. 

Ausflüge in die Wüste

Dunebashing | Credit: Valentin Weinhäupl / Westend61 / picturedesk.com

Katar besteht zu allergrößten Teilen aus Sand, Sand und nochmals Sand. Ein Ausflug in die Wüste gehört daher zum Pflichtprogramm eines jeden Touristen. Im Süden bieten zahlreiche Veranstalter Fahrten mit dem Quad oder Geländewagen an. Empfehlenswert sind auch Ausflüge zum Chaur al-Udaid, einem Binnenmeer im Süden und zu den Mangrovenwäldern an der Küste im Nordosten. Hier werden sogar Paddeltouren angeboten.

Strandurlaub

Strand in Doha | Credit: Julio Cortez / AP / picturedesk.com

Beste Reisezeit für die arabische Halbinsel sind die Monate zwischen November und April, Luft- und Wassertemperatur sind dann äußerst angenehm. Nicht ohne Grund absolviert die Mannschaft des FC Bayern München hier regelmäßig ein Wintertraining. Wenn man nicht gerade auf Fünf-Sterne Luxus besteht, ist ein mehrtägiger Zwischenstopp durchaus erschwinglich.