Gänsehaut-Feeling: Die gruseligsten Orte der Welt

Die Puppeninsel in Mexiko

In Mexiko-Stadt befindet sich die unheimliche „Isla de las Muñecas“, auf deren Bäumen hunderte verstümmelte Puppen hängen. Sie sollen den Geist eines Mädchens milde stimmen, der dort angeblich sein Unwesen treibt. Laut dem damals einzigen Inselbewohner Julián Santana Barrera ertrank das Kind 1951, die Leiche wurde an das Ufer gespült. Er gab an, ständig Schreie und Forderungen nach Spielzeug gehört zu haben, deshalb habe er weggeworfene und kaputte Puppen an den Bäumen aufgehängt. Besonders unheimlich: Barreras lebloser Körper wurde 2001 genau an jener Stelle gefunden, an der angeblich die Mädchen-Leiche angespült wurde. Auch er ertrank – manche gehen von einem Unfall aus, andere von einem Herzinfarkt.

Die Puppeninsel in Mexiko | Credit: iStock.com/JessicaPichardo

Selbstmörder-Wald in Japan

Der dichte Wald „Aokigahara“, etwa 100 Kilometer vor Tokio und am Fuße des Fuji-Vulkans, erlangte traurige Berühmtheit: Er ist ein bevorzugter Ort für Selbstmörder, jährlich erhängen oder vergiften sich dort bis zu 78 Menschen. Der Wald gilt als verflucht, Geister und die japanischen Dämonen „Yōkai“ sollen Menschen in den Suizid treiben. Dass die Wahl für den Ort des Freitods häufig auf diesen Wald fällt, ist auch zwei Romanen des japanischen Schriftstellers Matsumoto Seichō geschuldet. In beiden Geschichten nehmen sich die Protagonisten genau dort das Leben. Für eine gruselige Erkundung stehen zwei Naturlehrpfade zur Verfügung, verlassen sollte man die markierten Wege jedoch nicht…

Der dichte Wald „Aokigahara" in Japan | Credit: iStock.com/TOSHIHARU ARAKAWA

„Krieg der Welten“ an der Ostküste Englands

Wer den Film „Krieg der Welten“ mit Tom Cruise in der Hauptrolle gesehen hat, wird beim Anblick des „Maunsell Sea Forts“ in England Gänsehaut bekommen: Die maroden Türme der ehemaligen Seefestung erinnern an die dreibeinigen Raumschiffe, in denen die Aliens im Film die Erde überfallen. Gebaut wurden die Stahlkolosse während des Zweiten Weltkriegs, um feindliche See- und Luftangriffe abzuwehren. Vier der furchteinflößenden Anlagen mit den rostigen Türmen mitten im Meer sind bis heute erhalten. Offizielle Besichtigungstouren werden vom Tourismus-Unternehmen „Operation Red Sand“ angeboten.  

„Maunsell Sea Forts“ in England | Credit: iStock.com/Jonathan Talks

Beelitz-Heilstätten in Potsdam

Zwischen 1898 und 1930 wurden in dem Krankenhaus-Komplex Tuberkulose-Patienten behandelt, im Ersten und Zweiten Weltkrieg dienten die Gebäude zudem als Lazarett und Sanatorium für Soldaten. Unter den Patienten befand sich auch Adolf Hitler im Jahr 1916. Ab 1945 übernahm die Rote Armee die Führung, bis 1994 war es ihr größtes Militärhospital im Ausland. Heutzutage stehen die 60 verfallenen Häuser leer, teils sind noch alte Krankenbetten, Behandlungsstühle und medizinisches Mobiliar vorhanden. Der unheimliche Ort war auch Schauplatz grausamer Verbrechen: 1991 tötete der Serienmörder „Rosa Riese“ in unmittelbare Nähe eine Frau samt Kind, 2008 ermordete dort ein Fotograf ein Model, das er zuvor im Internet kennenlernte. Das Betreten ist verboten, nur mit einer offiziellen Führung erhascht man einen Blick ins Innere.

Beelitz-Heilstätten in Potsdam | Credit: iStock.com/kre_geg

Greyfriars Kirkyard in Schottland

Betritt man Edinburghs berühmten Friedhof aus dem 16. Jahrhundert, macht sich eine Mischung aus Faszination und Grauen breit. Uralte Grabsteine, dicht aneinandergereiht und teils mit Moos überzogen – insbesondere bei Dämmerung ist der Greyfriars Kirkyard richtig spooky. Seit 1998 soll dort ein Poltergeist namens „Bloody MacKenzie“ sein Unwesen treiben. Ein Obdachloser suchte in einer Dezembernacht Schutz vor Wind und Wetter, brach in das Mausoleum ein und störte die ewige Ruhe des 1691 verstorbenen Sir George Mackenzie. Der einstige Lord und Staatsanwalt soll auch zu Lebzeiten kein angenehmer Zeitgenosse gewesen sein, er folterte und tötete angeblich Gefangene, die sich der Monarchie widersetzten.  

Greyfriars Kirkyard in Schottland | Credit: iStock.com/SteveAllenPhoto

Die Tschernobyl-Geisterstadt Prypjat in der Ukraine

Verlassene Straßen, leerstehende Wohnhäuser, zerbrochenen Fenster und ein rostiger Vergnügungspark – streift man durch Prypjat, hat es den Anschein, als sei die Apokalypse ausgebrochen. So ähnlich hat es sich für die fast 50.000 Bewohner am 26. April 1986 wohl auch angefühlt, als der Reaktor Nr. 4 des Atomkraftwerks in Tschernobyl explodierte und die Gegend radioaktiv verseuchte. Die rund vier Kilometer weit entfernte Stadt wurde evakuiert. Die Menschen ließen alles liegen und stehen – viele dachten, dass sie schon bald zurückkehren würden. Das geschah jedoch nicht, die Stadt wurde zur „verbotenen Zone“ erklärt und sich selbst überlassen. Noch heute wird das Gebiet bis auf wenige Ausnahmen gemieden, bei geführten Touren kann man die verlassene Gruselstadt mit eigenen Augen sehen.

Tschernobyl-Teddy | Credit: iStock.com/EnolaBrain

Craco:  Italiens Geisterdorf

Auf einem Hügel nahe der Kulturhauptstadt Matera thront die kleine Gemeinde Craco, deren einst lebhafte Gassen heutzutage wie leergefegt sind. Die fast 2.000 Bewohner gaben ihre Heimat in den 1960er und 1970er auf, als Erdrutsche wiederholt ganze Häuser zerstörten oder gar in die Tiefe rissen. Übrig geblieben sind gespenstische Ruinen mit löchrigen Mauern, kaputten Dächern und verwahrlosten Gegenständen – ungefähr so stellt man sich eine Geisterstadt vor, in der Schreckgestalten hausen. Das Dorf zieht seit Jahren Geisterjäger aus aller Welt magisch an und diente bereits mehrmals als Filmkulisse. Unter anderem für "Die Passion Christi" und den James Bond-Streifen " Ein Quantum Trost". Besuchen darf man das Städtchen nur im Rahmen einer offiziellen Führung.

Craco:  Italiens Geisterdorf | Credit: iStock.com/tupungato

Die Katakomben von Paris

Steigt man in die unteririschen Gänge des „Beinhauses von Paris“ hinab, wird es kalt und feucht, ein muffiger Geruch liegt in der Luft. Etwa 30 Meter unter der Metropole lagern die Gebeine von rund sechs Millionen Menschen. Ab 1786 waren die Friedhöfe der französischen Hauptstadt überfüllt – die Bevölkerungszahl explodierte und Seuchen rafften die Menschen dahin. Die Grabstätten wurden kurzerhand geschlossen und die Toten in den Katakomben (ein ehemaliger Steinbruch) in Massen beigesetzt. Ein Teil des kilometerlangen Labyrinths kann von Touristen besichtigt werden, der Eingang zum Beinhaus wird passend mit „Arrête! C’est ici l’empire de la mort!“ („Stopp! Das ist das Reich des Todes!“) markiert.

Die Katakomben von Paris | Credit: Bony / Action Press/Sipa / picturedesk.com
Autor: Simone Reitmeier, 29.10.2021