Totenfrau – Serienstart am 7. November

Am 7. November werden die ersten beiden Teile der Netflix-Serie als Premiere im ORF gezeigt. Garantiert makaber und spannungsgeladen. Ein Blick hinter die Kulissen.
Autor: Alexandra Nagiller, 25.10.2022 um 09:54 Uhr

Blum ist eine Figur, die in Erinnerung bleibt: die Bestatterin, der ihre große Liebe genommen wird und die zur gnadenlosen Rächerin mutiert. Schon Bernhard Aichners Buch „Totenfrau“ war ein Bestseller, nun schafft es die Tiroler Vorlage als Sechsteiler zunächst in den ORF und dann weltweit auf Netflix – synchronisiert in zwölf Sprachen und mit 30 Untertiteln.
2013 war es, dass ein engagierter Autor für einen Krimi (nicht die Totenfrau) zu Bestatterin Christine Pernlocher-Kügler zur Recherche kam. „Voyeurismus gibt es bei mir aber nicht, daher musste er ein Praktikum machen und selbst mit anpacken“, erzählt sie. Die Erfahrung hat ihn beeindruckt. Denn schlussendlich war dies die Inspiration für Aichners erfolgreiche Thriller-Trilogie, deren erster Teil nun verfilmt wurde.

Foto: ©ORF/Mona Film/ Barry Films/Stefanie Leo

Realistisch-morbide

Sowohl im Buch, als auch in der Serie wird durchaus realistisch gezeigt, wie Leichen präpariert werden. Daher hat auch Hauptdarstellerin Anna Maria Mühe im Bestattungsinstitut von Christine Pernlochner-Kügler Hand angelegt und war bei einer Versorgung dabei – so nennt man die Arbeit am Leichnam. „Genauso wie Bernhard damals, war sie bei allen Schritten dabei, hat vieles selbst gemacht, etwa auch das Ausmassieren der Totenstarre“, erzählt die Bestatterin. Diese „Gesichtsmassage“ hat es auch in die Serie geschafft, zusammen mit der Kieferligatur – dem Zusammennähen des Kiefers. „Das hat sie allerdings nicht selbst bei mir gemacht, aber sehr gut zugeschaut – die Szene ist sehr realistisch verfilmt worden“, verrät die Expertin. Und um den morbiden Charme zu perfektionieren, waren auch die Kostümbildner und Requisiteure bei Pernlochner-Kügler in Innsbruck und haben ihr über die Schulter geschaut und sich informiert.  

 

Die echte Blum?

Und wie sehr ähnelt nun Blum ihrem Vorbild? „Von der Arbeitsweise her, ähneln wir uns, aber charakterlich nicht wirklich. Motorradfahren ist mir zu rasant. Und ich bin auch nicht so der romantische Typ. Und Mörderin bin ich auch keine“, lacht sie. Und wie steht nun jemand zum Tod, der sich so viel mit ihm beschäftigt? „Vor dem Tod habe auch ich Angst, diese Angst schützt uns ja auch in gewissem Sinne. Vor den Toten hab ich aber keine Angst, sie sind zwar manchmal grauslig, aber das ist eher eine Frage des Ekels.“

 

Bald 2. Staffel?

Die Handlung ist zwar im Film von Innsbruck in ein Dorf verlegt worden – ansonsten aber recht nah an der Vorlage. Und Autor Bernhard Aichner zeigt sich begeistert von der Serie: „Ich war selbst ein paar Mal beim Dreh dabei und war fasziniert davon, wie aufwendig sich die Dreharbeiten gestalteten. Hauptdarstellerin Anna Maria Mühe trägt die Rolle emotional toll – und es ist überwältigend, das eigene Buch in Bildern zu sehen.“ Wenn die erste Staffel gut beim Publikum ankommt, dann fällt wahrscheinlich heuer noch die Entscheidung über Staffel 2.