Ist Kaspersky Antivirus eine Gefahr am PC?

Die russische Firma Kaspersky programmiert zweifelsohne eine der besten Antivirus-Software weltweit. Doch in der jetzigen Krise besteht die Sorge, dass der russische Antivirus zum Feind am PC werden könnte. Was ist da dran?
Autor: Lukas Steinberger-Weiß, 28.02.2022 um 10:59 Uhr

Erst kürzlich erhielt Kaspersky-Antivirus als einzige Antivirus-Software ein "Sehr Gut" von Stiftung Warentest. Trotzdem wird die Firma mit Sitz in Moskau derzeit kritisch beäugt, denn die Software hat Zugang zu vielen kritischen Systemen eines PCs. Und was schützt, kann theoretisch auch ausspionieren. So gibt es Ängste, dass Putin, dank Kaspersky, Zugang auf viele private Rechner weltweit haben könnte.

Ängste eher unbegründet

Deutsche Sicherheitsexperten gehen aber derzeit nicht von einer akuten Gefahr aus. Denn Kaspersky operiert weltweit und hat, neben Moskau, auch Niederlassungen in anderen europäischen Hauptstädten. Außerdem wird ein Großteil der Daten mittlerweile in der Schweiz und nicht mehr in Russland gespeichert.

Außerdem muss Kaspersky nicht auf Anfragen des russischen Staates antworten. Dies ist in Gesetzen geregelt, die eine Unabhängigkeit garantieren sollen. Ob diese in der aktuellen Situation auch eingehalten werden, lässt sich aber erst rückwirkend begutachten.

Alternativen zum russischen Antivirus

Wer aber komplett auf Sicherheit spielen will und den Russen vom PC verbannen will, für den gibt es Alternativen. Dazu zählen etwa Avira, Avast, Bitdefender, ESET, F-Secure oder G Data. Viele davon sind ausschließlich in der EU entwickelt und haben im aktuellen Test von Stiftung Warentest auch gut abgeschnitten.