House of the Dragon: Etwas müder Start in den Tanz

Die neue HBO-Highlightserie "House of the Dragon" spielt rund 200 Jahre vor den Ereignissen von "Game of Thrones". Wir haben die ersten Folgen der Serie gesehen und orten noch Potential nach oben.
Autor: Lukas Steinberger-Weiß, 26.08.2022 um 10:00 Uhr

Folge 1 einer der meisterwarteten Serien 2022 beginnt bombastisch und zementiert die Handlung der Serie ein. Die mächtigen Targaryens sind zwar am Höhepunkt ihrer Macht, haben aber Probleme in der Thronfolge. Eine Frau und ein Mann kämpfen um das Erbe des greisen Königs - die Lords von Westeros wählen, no na, den Mann. Und damit beginnt das Spiel um den Thron.

Es kommt zwar sofort GoT-Feeling auf und die Musik ist dem supererfolgreichen Vorgänger sehr ähnlich, im Laufe der ersten Episoden stellt sich aber wenig Sympathie für die handelnden Personen ein. Ein kränklicher König, seine Tochter, sein Bruder und andere Player die um die bald zu vergebende Krone rittern. Ja das hat Potential, aber die handelnden Akteure bleiben im Vergleich zu den starken Charakteren von Game of Thrones sehr farblos und fad. Und während Matt Smith als Daemon Targaryen in den ersten beiden Folgen noch wirklich stark agiert, schwankt auch dieser Charakter im Laufe der ersten Folgen zu stark.

Drachen, Sex, Gewalt und Fadesse?

Etwas enttäuscht waren wir von den Drachen. Die wirken nämlich in den ersten Folgen eher so wie Putins Nuklearwaffen. Ja sie sind da und supermächtig, dienen aber eher der Abschreckung, als einer tatsächlichen Bereicherung. Zwar wird in einer der ersten Folgen ein Drache ordentlich eingesetzt - insgesamt ist das aber noch zu wenig.

Der Rest? Sex: Check, zwar nicht so viel und explizit wie in Game of Thrones aber doch. Gewalt: Check, gerade in den ersten Folgen gibt es viele lose Körperteile. Aber sonst? Fehlt irgendetwas. Ja die ersten Folgen waren schnell abgebingt und auch spannend, aber die Vorfreude auf die nächsten Folgen ist definitiv viel geringer als jene bei Game of Thrones oder anderen Serien. Dazu kommt, dass die Sprünge zwischen den einzelnen Episoden teilweise sehr groß sind (Jahre) und man tunlichst den Inhalt der letzten Folge parat haben sollte. Das geht bei wöchentlicher Erscheinung nicht so leicht wie beim Bingen.

Fazit: Abwarten und Wein trinken!

Der Weingenuss ist in House of the Dragon (HodT) wieder in großem Ausmaß zu bestaunen, die Figuren stellen sich ordentlich was in den Körper. Für Fans von Game of Thrones ist die Serie sicher eine lohnenswerte Rückkehr nach Westeros. Auch wir waren von Game of Thrones bis zu letzten Staffel begeistert. Staffel 8 war aber ein derartiger Tiefpunkt, dass die Rückkehr nach Westeros gespalten wirkt.

Einerseits versprechen die Showrunner, die mit George R.R. Martin stark kooperiert haben, dass sie Wiedergutmachung für das verpatzte Finale von GoT leisten wollen. Das gelingt am Anfang von House of the Dragon nur sehr dosiert. Ja, die wichtigen Zutaten sind wieder vorhanden, aber nach den ersten Folgen war eher Langeweile als Hype vorhanden. Das gute daran: Es kann nur besser werden! Nicht falsch verstehen, handwerklich ist die Serie sehr gut gemacht und teilweise auch richtig gut. Als Gesamtkunstwerk reicht es aber bei Weitem noch nicht an Game of Thrones heran, da war Staffel 1 schon wirklich stark. 

Hinweis: Wir durften die ersten sechs Episoden von "House of the Dragon" als Presse-Screener sehen. Teilweise waren Special-Effects noch nicht implementiert, an der Handlung sollten aber keine Änderungen mehr bestehen.