Manifestieren lernen: So funktioniert es

"Was du denkst, bist du. Was du bist, strahlst du aus. Was du ausstrahlst, ziehst du an", ist ein altes Zitat aus dem Buddhismus. Unsere Gedanken haben nicht nur einen erheblichen Einfluss auf unseren Selbstwert und unsere Lebensqualität, sondern auch auf unsere Ziele, Träume und Visionen. Denn derjenige, der immer negativ denkt, darf sich auch nichts Positives erwarten. Derjenige, der jedoch positiv denkt, wird erkennen, dass sein Mindest seine eigene und vielleicht sogar die ganze Welt verändern kann. 

Vom Wunsch zur Realität

Vielleicht haben Sie es schon einmal auf Social Media, beispielsweise auf Instagram gesehen, vielleicht haben Sie es aber auch schon einmal von Freunden oder Bekannten gehört: Manifestation lautet das Stichwort der Stunde. Immer mehr Personen beschäftigen sich mit ihrem Mindest, um sich konkret auf ihre Ideen und Träume zu konzentrieren. Was Manifestieren ist? Eine Technik zur Erfüllung von Wünschen, die auf positive Gedanken und das aktive Nutzen von Chancen baut. Kurzum: Ich kenne meine Ziele und finde einen Weg, um sie zu erreichen. "Manifestation bedeutet, Gedanken und Vorstellungen in die Wirklichkeit zu bringen. Das beginnt bei banalen Alltäglichkeiten, wie zum Beispiel beim Essen. Ich spüre ein Hungergefühl und mache mir etwas zum Essen", erklärt die Glücks- und Mentaltrainerin Angelika Wostal. 

Das Ziel im Blick

Das klingt jetzt ziemlich simpel, doch ganz so einfach ist es auch wieder nicht: Wie alles im Leben muss auch das Manifestieren erlernt werden. Positive Gedanken bilden das Fundament, auf dem nun aufgebaut werden muss. Als Allererstes gilt es, Ziele zu definieren. Wie stelle ich mir mein Traumleben vor? Was möchte ich erreichen? Diese Fragen können bei der Zielsetzung helfen. Dabei kann jeder Bereich muteinbezogen werden: von der Karriere über die Familienplanung bis hin zum eigenen Aussehen. Es hängt von den individuellen Vorstellungen jeder Person ab. Außerdem wichtig: Im Laufe der Zeit ändern sich oft Wünsche. Die definierten Ziele können also immer wieder aktualisiert oder bearbeitet werden. Vielen Personen hilft das Visualisieren ihrer Ideen – manche nutzen dazu gerne ein Vision Board. Was das ist? Ein Vision Board ist eine Art Collage, auf der die eigenen Intentionen mithilfe von Bildern, Zeichnungen, Zitaten oder Sprüchen dargestellt werden. Somit hat man das Ziel immer im Blick. 

Vom Können

Gerade wenn es um die eigenen Träume geht, macht uns der innere Zweifler gerne einen Strich durch die Rechnung. Gedanken wie "Ich bin nicht gut genug" oder "Ich schaffe das sowieso nicht" drängen sich immer wieder auf. Doch das sind nur Ängste. Beim Manifestieren geht es auch darum, sich diesen zu stellen und zu erkennen, dass sie nicht wahr sind. Dadurch werden sie minimiert und das Gehirn kann sich auf die wichtigen Dinge konzentrieren. An sich selbst glauben, lautet die Devise. Achtsamkeitsübungen, Yoga und Meditationen können dabei helfen, den Selbstwert zu pushen. 

Der Geduldsfaden

In Zeiten von Social Media, Globalisierung und Co. sind wir es gewohnt, nicht mehr lange auf etwas warten zu müssen. Doch Manifestieren braucht Zeit und funktioniert nicht von heute auf morgen. Wer die Macht der Gedanken nutzen möchte, muss sich Zeit geben und konstant daran arbeiten. Dabei kann beispielsweise das Schreiben eines Tagebuches oder Bullet Journals helfen. Nehmen Sie sich 15 Minuten pro Tag Zeit, um sich mit ihren Wünschen zu beschäftigen. Vor allem am Morgen ist das ein guter Start in den Tag. Mentalübungen wie "Mein perfekter Tag" können ebenso helfen: Bei dieser Übung setzt man sich in aller Ruhe hin und denkt darüber nach, wie ein perfekter Tag aussehen könnte. 

Beliebt bei Sportlern

Auf den ersten Blick wirken Manifestationen sehr esoterisch, in Wirklichkeit sind sie aber nichts anderes als strukturierte Wünsche, die man in die Realität umsetzt. Viele Profi-Sportler wenden dieses Prinzip beispielsweise im Wettkampf an. Vor dem Beginn visualisieren sie das Rennen oder Spiel und stellen sich vor, als Sieger hervorzutreten. Das sorgt für Selbstvertrauen. Ein kurzes Beispiel: Sie haben doch sicher schon einmal im Fernsehen gesehen, wie Ex-Skistar Marcel Hirscher sich auf ein Rennen vorbereitet hat. Der Salzburger ist jeden Slalom im Kopf durchgegangen, mit seinen Händen hat er währenddessen Kurven in der Luft gezeichnet. Hirscher hat also seinen Lauf manifestiert und in den meisten Fällen auch gewonnen. 

Sportler bei einem Wettkampf

Neues Jahr, neues Glück

Der Dezember eignet sich bestens, um mit dem Manifestieren zu beginnen, schließlich steht uns ein neues Jahr mit 365 neuen Chancen bevor. Und gerade in Zeiten wie diesen, in denen uns Corona wieder einmal den Boden unter den Füßen wegzieht, sind positive Gedanken wichtiger denn je. Denn trotz allem ist und bleibt das Leben ein Wunschkonzert. 

Autor: Cornelia Scheucher, 19.11.2021