„Reizbarer Mann Syndrom“: Haben Männer ihre Tage?

Nicht nur Frauen müssen sich einmal im Monat mit den Begleiterscheinungen ihrer Menstruation herumärgern. Auch Männer scheinen manchmal „ihre Tage“ zu haben.
Autor: Teresa Frank, 21.03.2022 um 16:38 Uhr

Unterleibs- und Rückenschmerzen, Müdigkeit, Heißhungerattacken, unreine Haut: Einmal im Monat müssen Frauen die Qualen der Menstruation ertragen. Und auch die damit einhergehenden Stimmungsschwankungen kennen wohl viele nur zu gut. Wenn die Hormone Tango tanzen, ist man oft genervt, gestresst und traurig, obwohl es gar keinen Grund dafür gibt. Dass dieses Martyrium nur Frauen durchzustehen haben, sei eine Ungerechtigkeit der Natur, wie viele finden. Doch wie sich herausstellt, sind auch Männer nicht gegen hormonelle Schwankungen gefeit. 

Hormonelle Schwankungen

Wie einige Studien nahelegen, durchläuft auch der männliche Körper hormonelle Schwankungen. Besonders das Absinken des Testosteronspiegels kann emotionale Veränderungen hervorrufen: Reizbarkeit, Nervosität oder auch Aggressivität sind dabei oft Begleiterscheinungen. Auch auf die Sexualfunktion kann das Auswirkungen haben. Anstatt sich mit einer Wärmeflasche im Bett zu verkriechen, reagieren Männer oft anders auf diese Symptomatik. So kann es während dieser Zeit zu unbegründeten Wutausbrüchen, Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper oder auch Heißhungerattacken kommen. 

Die „Andropause“

Durchlaufen Männer also auch eine Menopause? Es so zu bezeichnen wäre wahrscheinlich übertrieben. Zwar nimmt auch bei Männern der Testosterongehalt ab dem 40. Lebensjahr graduell ab, doch die Veränderungen sind weit weniger gravierend als beim weiblichen Geschlecht. Die Idee einer „Andropause“, also die männliche Version einer Menopause, wurde auch in wissenschaftlichen Kreisen stark kritisiert. Diese Diagnose scheint oft als Werbemittel für Testosteronpräparate und Arzneimittel mit Wachstumshormonen zu dienen.

Mitgefühl zeigen

Wie geht man nun mit dem „RMS“ (Reizbarer Mann Syndrom) des Partners um? Anstatt das Verhalten als irrational darzustellen und die Probleme nicht ernstzunehmen, sollte man mit viel Mitgefühl reagieren. Aufheiterungen und besonders rücksichtsvolles Verhalten ist für die Stimmungsalge der Männer konstruktiver.