Den eigenen Abschied selbst gestalten: Bestattungsformen und Vorsorge
Neben klassischen Formen wie Erd- oder Feuerbestattung entscheiden sich heutzutage viele für alternative Bestattungsmöglichkeiten. Dazu zählen etwa die Baumbestattung, die Weinreben- oder Rosenbestattung sowie die Donaubestattung. Hier steht jedem Menschen sein persönlicher Weg für den letzten Schritt des Lebens offen.
Wer bereits konkrete Vorstellungen hat, kann diese mit einer Bestattungsvorsorge schon zu Lebzeiten festhalten. Das schafft Klarheit und kann Angehörige im Todesfall organisatorisch und emotional entlasten.
Die Top 3 alternativen Bestattungsformen
Baumbestattung: In der Ruhe der Natur
Eine Baumbestattung ist eine würdevolle und naturnahe Art, Abschied zu nehmen. Dabei kommt eine biologisch abbaubare Urne am Fuß eines Baumes in die Erde. Mit der Zeit löst sich die Urne auf und wird Teil des Erdreichs.
Viele Menschen empfinden den Gedanken sehr tröstlich, so eins mit der Natur zu werden. Auch für Angehörige kann eine Baumbestattung zu einem persönlichen Ort der Verbundenheit werden. Zudem bleiben Aufwand und Kosten für die Grabpflege erspart, denn die übernimmt die Natur selbst.
Weinreben- und Rosenstockbestattung: Ein Garten der Erinnerung
Zwischen Weinreben und mit Blick auf die Burg Liechtenstein liegt in Maria Enzersdorf mit dem Naturfriedhof Rauchkogel ein neuer Ruheort. Am südlichen Stadtrand von Wien, dort, wo die Hügel des Wienerwaldes in die Weinlandschaft übergehen, entsteht eine außergewöhnliche Form der Naturbestattung.
Bei der Weinrebenbestattung findet die Urne an den Wurzeln einer Rebe ihren Platz. Wer lieber zwischen Rosenblüten seine letzte Ruhe findet, entscheidet sich für die Rosenstockbestattung im eigens angelegten Rosenhain. Auch ein Bereich für Sternenkinder gehört zum Naturfriedhof. Für Trauerfeiern und stilles Gedenken gibt es einen eigenen Andachtsplatz.
Donaubestattung: Dem Fluss des Lebens folgen
Das Sinnbild vom Fluss des Lebens inspiriert zunehmend mehr Menschen, sich in der Donau bestatten zu lassen. Nach der Kremation wird die Asche in der Donau verstreut oder in einer kompostierbaren Urne dem Wasser übergeben. Das kann anonym geschehen oder im Rahmen einer stimmungsvollen Trauerfeier an Bord des Schiffes.
Die Bestattung selbst wird vom fahrenden Schiff aus vorgenommen. Ausgangspunkt für Bestattungen aus Wien ist meistens Hainburg an der Donau. Auf Wunsch sind auch Startpunkte in der Wachau oder Korneuburg möglich.
Bestattungsvorsorge: Den eigenen Abschied selbst gestalten
Wer bereits eine konkrete Vorstellung vom eigenen Abschied hat, kann diese zu Lebzeiten festhalten. Im Rahmen einer Bestattungsvorsorge werden die persönlichen Wünsche für das eigene Begräbnis schriftlich dokumentiert. Dazu gehört die Bestattungsart, die Wahl von Sarg oder Urne sowie Musik, Blumenschmuck und persönliche Rituale. Im Todesfall gibt diese Vereinbarung den Angehörigen Orientierung und Sicherheit.
Ich erlebe jeden Tag in der Vorsorgeberatung, wie entspannt und erleichtert Personen danach sind. Letzte Dinge geregelt zu haben, lenkt den Blick aufs Leben. Im Todesfall sind Angehörige entlastet und können sicher sein, im Sinne der verstorbenen Person gehandelt zu haben.
HÖRTIPP: „Erzähl mir vom Tod“
Wer sich tiefer mit dem Thema Bestattungsvorsorge beschäftigen möchte, findet weitere Infos im Podcast „Erzähl mir vom Tod“ von Bestattung Himmelblau.
In der Folge „Bestattungsvorsorge: Warum ist das Begräbnis schon zu Lebzeiten wichtig?“ spricht David Wagner, Leiter des Beratungs- & Bestattungsservice bei Bestattung Himmelblau, über die Bedeutung einer rechtzeitigen Vorsorge.
Finanzielle Absicherung mit einer Bestattungsvorsorge
Mit dem Himmelblauen Vorsorgedepot lassen sich auch die Kosten bereits zu Lebzeiten fixieren. Auf Basis der individuellen Wünsche wird der Betrag berechnet, der dann als Einmalzahlung auf ein Depot eingezahlt werden kann. Der Vorteil: Im Sterbefall steht das Geld sofort und ohne Abzüge zur Verfügung. Alternativ kann auch eine Sterbeversicherung abgeschlossen werden.
So funktioniert die Bestattungsvorsorge
Bestattungsvorsorge beginnt im ersten Schritt bei einem selbst. Inspiration können persönliche Erlebnisse und Erinnerungen liefern:
- Welche Bestattungen oder Trauerfeiern habe ich miterlebt, die mich besonders angesprochen haben?
- Habe ich Filmszenen gesehen, in denen Abschied genommen wird, die mich tief berührt haben?
- Gibt es Lieder, die zu meinen Vorstellungen passen?
- Welche Grabstellen gefallen mir besonders gut?
Liebevoll planen
Ob Sie sich ein Mood Board mit ansprechenden Bildern und Inspirationen aus dem Internet gestalten oder Ihre Gedanken und Ideen in einem Notizbuch zusammentragen: Wer die eigene Bestattung als liebevolles Projekt versteht, findet dabei oft Gelassenheit und richtet den Blick bewusster darauf, was im Leben zählt.
Vorkehrungen klären
Danach lohnt sich ein Gespräch mit den Liebsten. Wichtig ist, dass alle Beteiligten die nötige Zeit und Ruhe haben, um sich auf das Gespräch einzulassen. Sich dazu gezielt zu verabreden ist daher ratsam. Die Unterredung verliert seine Schwere, wenn man erklärt, was einen dazu bewogen hat, sich mit diesem Thema zu beschäftigen.
Im besten Falle bringt die Zusammenkunft einander auch näher, inspiriert andere Familienmitglieder, sich dieser Frage angstfrei zu stellen und entsprechende Vorkehrungen zu treffen. Diese wiederum erfolgen in Abstimmung mit dem Bestattungsunternehmen des Vertrauens.
Sich beraten lassen
Im nächsten Schritt bietet sich ein Beratungsgespräch bei einem Bestattungsunternehmen an. Dabei werden die Wünsche und der geplante Ablauf gemeinsam besprochen und schriftlich festgehalten. Dazu gehören unter anderem die Bestattungsart, Musik, Blumenschmuck, zu erwartende Kosten und benötigte Dokumente.
Zum Abschluss erhalten Vorsorgende einen Vorsorgevertrag, eine Vorsorgemappe mit allen wichtigen Unterlagen und zwei Vorsorgekarten mit allen wichtigen Infos. Eine Karte bleibt bei der vorsorgenden Person, die zweite kann eine Vertrauensperson erhalten.
Bestattungsunternehmen (z.B. Bestattung Himmelblau) bieten entsprechende Vorsorge-Leitfäden und Checklisten an. Sie sorgen für den nötigen Überblick, der Hinterbliebenen in der Trauer häufig fehlt, beugen Diskussionen rund um die Organisation der Verabschiedung vor, stellen sicher, dass die eigenen Wertvorstellungen geachtet werden und entlasten die Familie.
Viele sagen mir am Anfang des Vorsorgegesprächs: 'Darüber will ich eigentlich gar nicht nachdenken.' Und am Ende sind sie froh, dass sie es gemacht haben. Man gewinnt einfach Ruhe, für sich und für die, die einem nahestehen.
Eine Bestattungsvorsorge schafft damit vor allem eines: Klarheit. Die eigenen Wünsche sind festgehalten und Angehörige müssen im Todesfall weniger offene Entscheidungen treffen.