Die 6 besten tiergestützten Therapien

Tiergestützte Therapien sind alternativmedizinische Behandlungsverfahren zur Heilung bzw. Symptom-Linderung bei körperlichen, psychiatrischen, psychisch/neurotischen und neurologischen Erkrankungen sowie motorischen Einschränkungen, seelischen und/oder geistigen Behinderungen, bei denen Tiere eingesetzt werden. Diese Tiertherapien sind wissenschaftlich anerkannte Methoden, die auf das Verhalten von Menschen positive Auswirkungen haben.

Für wen ist die Tiertherapie geeignet? Die Tiertherapie bietet viele Einsatzmöglichkeiten. Doch nicht jedes Tier ist für jede beliebige Therapie einsetzbar. Ausgebildete Fachkräfte entscheiden, welches Tier die entsprechenden gesundheitsfördernden Ressourcen aufbringen kann und bei welchen Erkrankungen eine derartige Therapie hilfreich ist.

Menschen mit folgenden gesundheitlichen Problemen kommt das breite Anwendungsspektrum der tiergestützten Therapie zugute:

  • Depressionen
  • Sprach- und/oder Bewegungsstörungen nach einem Schlaganfall
  • Folgen eines Herzinfarkts
  • ADHS (Verhaltensauffälligkeit)
  • Motorische oder geistige Defizite
  • Morbus Alzheimer (Demenz)
  • Suchterkrankungen

Es gibt Angebote mit Delfinen, Hunden, Katzen, Lamas, Pferden und Co. Das Therapiepaar Mensch/Tier fungiert als Einheit. Die wichtigsten therapeutische Elemente sind dabei emotionale Nähe, Wärme, da Tiere Sicherheit und Vertrauen ausstrahlen. In einer Gemeinschaft wird dadurch das Gefühl der Zusammengehörigkeit gestärkt und die Kommunikation verbessert. Zusätzlich fördern Tiere die Aufmerksamkeit und Konzentration.

Tiergestützte Therapie findet in Einzel- oder Gruppensitzungen statt. Den Betroffenen wird es ermöglicht, mithilfe des Tieres zu kommunizieren und sich mit dem Tier aufmerksam zu beschäftigen. Basierend auf einem genau definierten Therapieplan erfolgen die jeweiligen Sitzungen, die genau dokumentiert und reflektiert werden.

Positive Effekte einer erfolgreichen Therapie sind beispielsweise:

  • Verbesserung depressiver Verstimmungen
  • Förderung der sozialen Kompetenzen
  • Wiederherstellung körperlicher und psychischer Funktionen
  • Verbesserung der Gedächtnisleistung
  • Stärkung der Konzentrations- und Aufmerksamkeitsleistung
  • Steigerung der Lernleistung
  • Senkung des Blutdrucks
  • Stressreduktion
  • Verbesserung der Antriebskraft und Motivation

Kosten

Die anfallenden Kosten für tiergestützte Therapie werden von den österreichischen Krankenkassen nicht übernommen. Jedoch für Hippotherapie/Heilpädagogisches Reiten leisten einzelne Kassen (z.B. SVA, BVA, NÖGKK) einen Kostenzuschuss.

1. Pferde

"Hippotherapie" ist eine Form des therapeutischen Reitens und findet bei Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparats sowie des Nervensystems Anklang. Bewegungskoordination, Muskelspannungen und Haltung werden positiv beeinflusst. Der Umgang mit Pferden verhilft auch Kindern zu mehr Selbstvertrauen.

2. Lama

Therapeutische Spaziergänge mit Lamas oder Alpakas erleichtern das Alltagsleben von Menschen mit Angststörungen, autistischen Zügen, Traumatisierungen oder Suchtproblemen. Sie gelten als freundlich und neugierig, wahren aber stets Distanz.

3. Hunde

Hunde sind exzellente Zuhörer und werden aufgrund ihrer starken Bindung zum Menschen am häufigsten als Co-Therapeuten eingesetzt. Sie helfen unter anderem bei Demenz, Sprachstörungen, Bindungsproblemen und Depressionen.

4. Delphine

Die durchaus kostspielige Delphintherapie soll schwer traumatisierten oder behinderten Menschen dabei helfen, die Konzentrationsfähigkeit zu stärken, sich anderen Lebewesen besser öffnen zu können und die Lebensmotivation zu erhöhen.

5. Hühner

Der Kontakt zu verschmusten Seidenhühnern gleicht einem Entspannungskurs, beruhigt hyperaktive Kids und löst Stressgefühle. Hin und wieder kommt das Federvieh bei Demenzkranken zum Einsatz und kann deren feinmotorische Fähigkeiten fördern.

6. Schnecken

Kaum zu glauben, aber auch die bis zu 30 cm große Achatschnecke erweist sich als gute Therapeutin. Ihre Langsamkeit vermittelt ein Ruhegefühl und entspannt Kinder mit ausgeprägter ADHS.

Autor: Simone Reitmeier, 20.01.2021