So gut schmeckt Ostern

Vom Kärntner Reindling bis zum Osterlamm – wir stellen die beliebtesten österreichischen Ostergerichte vor. Mit Rezept zum Nachmachen!
Autor: Pia Kulmesch, 18.03.2022 um 11:46 Uhr

Wenn die Fastenzeit vorbei geht und Ostern vor der Tür steht, wollen auch die Geschmacksknospen wieder ordentlich verwöhnt werden. Es gibt eine Reihe von traditionellen Ostergerichten in Österreich, die aber je nach Region voneinander abweichen. Der Klassiker unter den Gerichten ist wohl die gute alte Osterjause. Die so genannte „Fleischweihe“ ist vor allem in den südlichen Bundesländern Brauch. Mit bestickten Weihkorbdecken verhüllt werden die Osterkörbe am Karsamstag in der Kirche geweiht und zu Ostern verspeist!

Kärntner Reindling

Ohne Reindling kein Ostern – so ist das in Kärnten. Gebacken wird am Gründonnerstag. Der feine Germteig wird gefüllt mit Zimt, Zucker, Nüssen und Rosinen. Der Teig braucht dabei viel Zeit. Zur Osterjause gibt’s den Reindling dann mit reichlich Schinken, Kren und Eiern. In manchen Teilen Österreichs gehört auch ein Stück gekochte Zunge zu einer traditionellen Osterjause. Nicht zu vergessen auf den Eierkren („Motschka“), der beispielsweise im Jauntal sehr beliebt ist! Dafür werden der Reindling oder Semmelwürfel gewürfelt, Eier gehackt, der Kren gerieben und miteinander vermengt, mit Essig und Öl ergänzt sowie mit Salz, Pfeffer und Schnittlauch abgeschmeckt. Manche verwenden auch Sauerrahm.

Osterschinken im Brotteig

Zu Ostern genießt man in Österreich auch gerne den Osterschinken im Brotteig. Für diese Speise muss zunächst ein Stück geselchter Osterschinken gekocht, mit einem Brotteig umhüllt und anschließend im Backrohr gebacken werden.

Oster-Gebäck

Besonders beliebt ist das süße Brauchtumsgebäck, das zu Ostern nicht fehlen darf. Aufgetischt werden Osterpinze, Osterstriezel und Osterkränze aus Germteig sowie das gebackene Osterlamm (gebackener Rührteig in einer Osterlamm-Form). Ein bekanntes Rezept für Osterpinze kommt aus der Steiermark – es handelt sich dabei um ein Milchbrot! Gegessen wird die Köstlichkeit zu Ostern pur, mit etwas Butter oder Marmelade zum Frühstückskaffee oder Tee, aber auch zur klassischen Osterjause. Ein Osterstriezel wird ebenfalls mit Germteig hergestellt – nur werden damit Stränge geformt und ein Striezel geflochten! Er wird mit Mandeln und Zucker bestreut, ist also auch ein süßliches Gebäck. Beim Osterkranz werden zwei Germteig-Stränge miteinander verdreht, mit Hagelzucker bestreut und gebacken. Traditionellerweise kommt ein gefärbtes Ei in die Mitte des Osterkranzes.

Osterlamm

REZEPT: gebackenes Osterlamm

Anstatt ein echtes Lamm zu verspeisen, ist es hierzulande eher üblich, eines zu backen – und zwar aus Rührteig. Was dafür benötigt wird? Weizen-Vollkornmehl, Speisestärke, Rapsöl, Zucker, Zimt, Zitrone, Backpulver und Eier. Für das Lamm zunächst eine Zitrone auspressen und den Saft mit Zucker verrühren, Eier dazu geben und unterrühren. Mehl, Speisestärke, Backpulver und Zimt miteinander vermischen und unter die Zitrone-Zucker-Masse unterheben. Alles gut verrühren und den Teig in eine Lammbackform (1 Liter Inhalt) füllen. Diese sollte zuvor eingefettet und mit Mehl bestreut werden. Im vorgeheizten Backofen bei 180°C 35-40 Minuten backen. Das Osterlamm danach aus dem Backofen nehmen, abkühlen lassen und erst anschließend vorsichtig stürzen!

Ostern in Europa

Sehen wir uns ein bisschen am Kontinent um: da treten die unterschiedlichsten Osterbräuche zu Tage. Beispielsweise bei den Finnen kommt „Mämmi“ auf den Tisch (ein Malzpudding, der gerne mit Schlagobers oder Vanilleeis gegessen wird), in Italien „Colomba Pasquale“ (süßer Kuchen mit Orangenschalen und Mandeln). Und in Spanien beispielsweise sind „Torrija“ beliebt. Das sind Brotscheiben, die in Milch, Wein, Honig, Gewürze und Ei getunkt und in der Pfanne mit Olivenöl gebraten werden.

Colomba Pasquale